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» Schieder-Schwalenberg

Mit Optimismus in die Zukunft

Neujahrsempfang in Schieder mit rund 200 Personen

Schie­der (lig). Mit drei Wor­ten könnte man den Te­nor des dies­jäh­ri­gen Neu­jahrs­emp­fangs in Schie­der be­schrie­ben: Op­ti­mis­mus, Selbst­ver­trauen und Selbst­be­wusst­sein. Rund 200 Gäste Behör­den, Kir­chen, Schu­len, Kin­der­gär­ten, Ver­ei­nen ver­leb­ten einen mo­ti­va­ti­ons­ge­la­de­nen Emp­fang.

Al­len voran Dr. Gun­ther Ole­sch, ei­ner der Ge­schäfts­füh­rer von Phoe­nix Con­tact, der "ü­ber die ge­mein­same Zu­kunft von Phoe­nix Con­tact und der Stadt Schie­der-Schwa­len­ber­g", sprach. In ei­nem mit­reißen­den und dy­na­mi­schen Vor­trag gab er einen Ü­ber­blick ü­ber die Fir­ma, den der­zei­ti­gen Stand vor Ort, die Pläne am Stand­ort und die Aus­sich­ten da­durch für Schie­der. So ist der Elek­tro­nik­her­stel­ler in 54 Län­dern der Welt ver­tre­ten, hat einen Um­satz von 1,9 Mil­li­ar­den Euro und 14.000 Mit­ar­bei­ter welt­weit, wo­bei mehr als die Hälfte nicht deutsch spre­chen. Am Haupt­stand­ort Blom­berg sind 4500 Per­so­nen be­schäf­tigt. Am Stand­ort Schie­der solle Aus- und Fort­bil­dung be­trie­ben wer­den – und "­Schie­der wird in­ter­na­tio­na­ler wer­den", pro­gno­s­ti­zierte Olesch und zeich­nete die zukünf­ti­gen Pläne des Un­ter­neh­mens und de­ren Be­deu­tung auf. Im Juni soll das neue Zen­trum of­fi­zi­ell eröff­net wer­den. Den Ein­stieg des Abends macht die Vor­sit­zende der Wirt­schaft­si­ni­tia­tive Schie­der-Schwa­len­berg, Sa­bine Eich­mann-van der Hey­den, denn die In­itia­tive hatte zu­dem Neu­jahrs­emp­fang ge­la­den. "In der großen, wei­ten Welt war 2015 ein Jahr, das uns im­mer wie­der Bil­der und Be­richte von Na­tur­ka­ta­stro­phen, Krieg, Ter­ror und Flucht ge­bracht hat. Die ers­ten Wo­chen des neuen Jah­res zei­gen, dass es wohl ge­nauso wei­ter geht. Das hat Ein­fluss auf un­ser Den­ken und Han­deln, hat Aus­wir­kun­gen bis hin­ein in un­sere klei­ne, ei­gent­lich noch recht heile Welt. Zu den be­kann­ten Auf­ga­ben und be­ste­hen­den Pro­ble­men ist eine große Her­aus­for­de­rung hinzu ge­kom­men. Die Un­ter­brin­gung und Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen. Mit un­er­müd­li­cher Hilfe vie­ler eh­ren­amt­li­cher Hel­fer wer­den Un­terkünfte wohn­lich ge­macht, für Klei­dung und Le­bens­un­ter­halt ge­sorgt, Fahr­dienste or­ga­ni­siert und es wird Sprach­un­ter­richt an­ge­bo­ten. Aber es gibt auch Vor­be­halte ge­genü­ber den Men­schen, die da zu uns kom­men. Da­bei hat es doch schon öf­ter ähn­li­che Si­tua­tio­nen ge­ge­ben, z.B. vor ca. 70 Jah­ren", so von der Hey­den. "­Die meis­ten von uns ken­nen es nur noch aus den Erzäh­lun­gen der El­tern oder Groß­el­tern. Da­mals musste auch zu­sam­men­gerückt und ge­teilt wer­den. Es gab auch Pro­ble­me, Aus­ein­an­der­set­zun­gen und nicht nur schöne Ge­schich­ten. Aber viele der Flücht­linge von da­mals sind ge­blie­ben, zu Nach­barn, zu Kol­le­gen und Freun­den ge­wor­den", führte sie aus. Da­nach habe es Gast­ar­bei­ter und Spätaus­sied­ler ge­ge­ben. "­Was macht die Si­tua­tion heute so schwie­rig? Ist es die große An­zahl der Men­schen die un­ter­wegs sind, der große Un­ter­schied zwi­schen den Kul­tu­ren, der Fa­na­tis­mus - teil­weise auf bei­den Sei­ten -, die viel­fäl­ti­gen Me­dien, die ei­ner­seits sehr hilf­reich sind, aber an­de­rer­seits auch ge­nutzt wer­den um Angst, Hass und Neid zu schüren? Wir le­ben hier in Si­cher­heit. Die Wahr­schein­lich­keit, dass wir mor­gen Nacht mit ei­nem Kof­fer in der Hand un­sere Hei­mat ver­las­sen müs­sen, ohne zu wis­sen, wo­hin wir ge­hen und ob wir je­mals zurück kom­men, ist sehr ge­ring. Dafür soll­ten wir dank­bar sein. Und ich fände es schön, wenn viele der Men­schen, die zu uns kom­men, später ein­mal sa­gen: ,Wir ha­ben Glück ge­habt, dass wir nach Schie­der-Schwa­len­berg ge­kom­men sin­d." Aber es gebe auch gute Nach­rich­ten: "Es gibt einen neuen Bahn­hof, einen um­ge­bau­ten, schö­nen Ein­kaufs­markt, das Frei­bad ist ge­ret­tet, der Weg um den Schie­der­see wie­der frei, die Ü­ber­nach­tungs­zah­len sind ge­stie­gen, die für uns so wich­ti­gen, oft schon seit lan­gem an­säs­si­gen Be­triebe sind er­hal­ten ge­blie­ben und es gibt so­gar neue Ge­schäf­te, neue fri­sche Ge­schäfts­ideen und für uns neue Mit­glie­der"– und auf dem ehe­ma­li­gen Schie­der-Mö­bel-Gelände hat sich die Firma Phoe­nix Con­tact an­ge­sie­delt. Bür­ger­meis­ter Jörg Bier­wirth be­tonte gleich zur Be­ginn sei­ner Rede "ich werde hier nicht Pro­bleme in den Mit­tel­punkt mei­ner Rede stel­len, frei nach dem Motto "ich finde zu je­dem Thema das pas­sende Pro­blem", denn Schie­der-Schwa­len­berg habe sich in den letz­ten Jah­ren lei­der viel zu lei­dend dar­ge­stellt und wurde fol­ge­rich­tig in der Öf­fent­lich­keit so auch wahr­ge­nom­men. "Und wie ich finde zu Un­recht!", denn Schie­der-Schwa­len­berg ha­ben deut­lich mehr po­si­tive als ne­ga­tive Sei­ten. "Ich bin für diese Hal­tung ü­b­ri­gens auch schon mas­siv kri­ti­siert wor­den. Ich habe näm­lich be­haup­tet, dass Schie­der-Schwa­len­berg die schönste Stadt in Lippe ist. Das hat man mir in ei­ner Nach­bar­stadt an­ge­las­tet. Aber was soll ich ma­chen? Ich habe mir schließ­lich vor­ge­nom­men, im­mer die Wahr­heit zu sa­gen!", so Bier­wirth und ern­tete erste La­cher. An­sch­ließend führte er die Vor­teile aus: Un­ter an­de­ren der mo­der­ni­sierte Bahn­hof in Schie­der, en­ga­gierte Men­schen, die sich für viele Fest ein­setz­ten und da­mit dafür sorg­ten das Schie­der-Schwa­len­berg et­was zu bie­ten habe so­wie hoch­karätige Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen. Auch 2016 sei das wie­der so. So stün­den die Au­to­ren­tage an, nach ei­ner er­folg­rei­chen Sai­son star­tet das Frei­bad in eine wei­tere Sai­son, das In­ter­na­tio­nale Trach­ten- und Folk­lo­re­fes­ti­val steht an, das Ba­Rock-Fes­ti­val werde wie­der aus­ge­rich­tet und mit Blick auf die Wirt­schaft ver­riet er "Mül­ler Um­welt­tech­nik ist für den Großen Preis des Mit­tel­stan­des no­mi­nier­t". Für seine selbst­be­wuss­ten und op­ti­mis­ti­schen Aus­führun­gen ü­ber "­sei­ne" Stadt ern­tete Bier­wirth to­sen­den Ap­plaus und 
ein "­Bra­vo".

vom 06.02.2016 | Ausgabe-Nr. 5B

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