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Große Resonanz auf 6. Lippische Zeitarbeitsbörse

Vorurteile abbauen, Vorteile verdeutlichen

Det­mold (ab). Ob­wohl die sechste Lip­pi­sche Zeit­ar­beits­börse of­fi­zi­ell erst um 9 Uhr an­fan­gen soll­te, ka­men am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag schon um kurz nach acht die ers­ten Be­su­cher in die Agen­tur für Ar­beit in Det­mold.

Zwölf in Lippe tätige Per­so­nal­dienst­leis­ter in­for­mier­ten auf zwei Eta­gen im Foyer der Det­mol­der Ar­beit­s­agen­tur an der Wit­te­kind­straße ü­ber Fak­ten so­wie Mög­lich­kei­ten der Zeit­ar­beit. In Ko­ope­ra­tion mit der »Lippe pro Ar­beit« war auch die Agen­tur für Ar­beit auf der Börse mit Stän­den prä­sent und in­for­mierte ü­ber freie Stel­len­an­ge­bote in der Re­gion.

­Per­sön­lich ein­ge­la­den wa­ren rund 1.300 Per­so­nen, schon am Vor­mit­tag zähl­ten die Ver­an­stal­ter etwa 800 Be­su­cher und zeig­ten sich an­ge­sichts die­ses In­ter­es­ses zu­frie­den. »Das zeigt die hohe Mo­ti­va­tion der Ar­beit­neh­mer«, freut sich Wolf­gang Strüß­mann, Pres­se­spre­cher der Ar­beit­s­agen­tur. Den Ein­ge­la­de­nen war es frei­ge­stellt, ob sie das An­ge­bot an­neh­men oder nicht, da sei es umso höher ein­zu­schät­zen, wenn so viele teil­neh­men, so Strüß­mann wei­ter. Auf­grund des wirt­schaft­li­chen Auf­schwungs wür­den der­zeit Fach­kräfte hän­de­rin­gend ge­sucht, da sei eine sol­che Börse ein gu­ter Weg zur Ver­mitt­lung der pas­sen­den Ar­beit­neh­mer. Zeit­ar­beit bie­tet den Fir­men, die auf Leih­ar­bei­ter zurück­grei­fen den Vor­teil, ge­nau kal­ku­lie­ren zu kön­nen und je nach Be­darf Ar­beits­stun­den ein­zu­kau­fen. Auf der Börse soll­ten aber auch die Vor­teile für die Ar­beit­neh­mer deut­lich wer­den. So lern­ten die Leih­ar­bei­ter viele ver­schie­dene Fir­men von in­nen ken­nen und er­wei­ter­ten da­bei ih­ren Wis­sens- und Fer­tig­keits­stand. Außer­dem komme es oft vor, dass Zeit­ar­bei­ter in ei­nem Be­trieb ü­ber­nom­men wer­den. Nach An­ga­ben der auf der Börse ver­tre­te­nen Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men liege die Ü­ber­nah­me­quote zwi­schen 30 und 50 Pro­zent. Auch Men­schen ohne ab­ge­schlos­sene Aus­bil­dung fin­den ü­ber die Zeit­ar­beit oft eine Lehr­stel­le. Vor al­lem auch höher Qua­li­fi­zierte seien zu­neh­mend als Leih­ar­bei­ter tätig.

Für die Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men ging es auf der Börse außer­dem dar­um, Vor­ur­teile ge­genü­ber der Zeit­ar­beit ab­zu­bauen und mög­lichst auch neue Mit­ar­bei­ter zu re­kru­tie­ren. Und das ge­lang auch. Man­che wur­den zu wei­te­ren Ge­sprächen ein­ge­la­den, für an­dere geht es bei dem nächs­ten Ter­min nur noch dar­um, den Ar­beits­ver­trag zu un­ter­zeich­nen.

Ein oft geäußer­ter Vor­wurf sei, dass die Ar­beit­stelle bei ei­nem Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men gar kein rich­ti­ger Job sei, be­rich­tet Ilka Ren­trop, Nie­der­las­sungs­lei­te­rin der Firma »­Bes­ser Per­so­nal Ser­vice« in Bad Sal­zu­flen. Wie ihre Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der an­de­ren Aus­stel­ler macht sie aber deut­lich, dass es sich hier um ein falsches Vor­ur­teil han­de­le. »Das ist ein ganz nor­ma­ler Job, das Ein­kom­men ist ta­rif­lich ge­re­gelt und bein­hal­tet alle So­zi­al­leis­tun­gen«, so Ren­trop.

Größere Zeit­ar­beits­be­triebe ha­ben außer­dem so­gar Be­triebs­räte, die sich als Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter für ihre Kol­le­gen ein­set­zen, Pro­bleme lö­sen, Ta­rif­ver­träge aus­han­deln und Ar­beits­be­din­gun­gen ver­bes­sern hel­fen. »Wir ar­bei­ten auch mit den Be­triebs­räten der Kun­den­fir­men zu­sam­men«, er­klärt Lo­thar Ka­sa­lik vom Ge­samt­be­triebs­rat der Firma Rand­stad. Vor kämpfe man für glei­che Be­din­gun­gen von Zeit­ar­bei­tern und di­rekt Be­schäf­tig­ten. »Wir ha­ben die Chan­ce, bis zum kom­men­den März ins Ent­sen­de­ge­setz auf­ge­nom­men zu wer­den«, so Ka­sa­lik wei­ter.

An­ge­sichts der großen Re­so­nanz darf man wohl da­mit rech­nen, dass es auch in Zu­kunft wei­tere Zeit­ar­beits­bör­sen ge­ben wird.

vom 27.10.2007 | Ausgabe-Nr. 43B

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