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Das Tüpfelchen auf dem "i"

Stadtmodell und Ziegenbrunnen komplettieren Projekt

Lügde (af­k). Nun ist das Pro­jekt "Lügde 2015" na­hezu kom­plett: Mit der of­fi­zi­el­len Ein­wei­hung des Zie­gen­brun­nens auf dem Markt­platz und der Enthül­lung des Bronze-Stadt­re­li­efs ge­genü­ber dem Klos­ter wur­den am Wo­chen­ende die I-Tüp­fel­chen auf die Neu­ge­stal­tung der his­to­ri­schen Alt­stadt ge­setzt.

Aber es wa­ren nicht nur Lüg­der, die sich zu die­sem Nach­mit­tag hier ein­ge­fun­den hat­ten, um den of­fi­zi­el­len Eröff­nun­gen die­ser bei­den neuen "eye­cat­cher" und dem 1. Zi­cken­markt bei­zu­woh­nen – vie­le, die in den letz­ten Mo­na­ten das "­neu­e" Lügde ent­deckt und be­wun­dert ha­ben, wa­ren ge­kom­men, um mit­zufei­ern. Selbst­be­wusst tru­gen dann auch ei­nige das rote T-Shirt mit dem Hin­weis "In Lügde gibt es nichts zu me­ckern". Die ü­ber­wie­gende Mehr­heit dürfte dem wohl zu­stim­men, denn wenn et­was bei den meh­re­ren tau­send Be­su­chern ne­ben gu­ter Laune ü­ber­wog, dann war es durch­weg be­wun­dernde An­er­ken­nung für die Ge­samt­leis­tung des Pro­jek­tes "Lügde 2015", für die der in­zwi­schen pen­sio­nierte Bau­amts­lei­ter Gün­ter Lo­ges als Ide­en­ge­ber und Mo­tor von al­len Sei­ten viel Lob be­kam. Im Mit­tel­punkt stan­den an die­sem von Son­nen­schein ver­wöhn­ten Sams­tagnach­mit­tag die bei­den Ein­wei­hun­gen, dar­un­ter zunächst des Stadt­re­li­efs, das von Eg­bert Bro­er­ken aus Soest ge­schaf­fen wor­den war. Er hat be­reits zahl­rei­che Stadt­mo­delle im In- und Aus­land zum Se­hen, Fühlen und Be­grei­fen ge­fer­tigt, denn sie alle sind auch für Blinde und Seh­be­hin­derte ge­dacht. Die Er­läu­te­run­gen sind in der spe­zi­el­len Braille-Schrift mit den Fin­gern zu le­sen. Bro­er­ken war es dann auch vor­be­hal­ten zu­sam­men mit Land­rat Frie­del Heu­win­kel als Ver­tre­ter des Mit­s­pon­sors Kreis Lippe und Bür­ger­meis­ter Heinz Re­ker die Ver­hül­lung ü­ber dem Mo­dell zu lüf­ten, das den his­to­ri­schen Stadt­kern im Klei­nen dar­stellt. Viele nutz­ten dann auch schnell die Ge­le­gen­heit sich an die­sem Mo­dell zu ori­en­tie­ren und Be­kann­tes zu su­chen. Da war­te­ten dann aber auch schon das Bla­sor­che­s­ter Lügde un­ter der Lei­tung von Jörn Diek­mann und fünf durch­aus sehr le­ben­dige Zie­gen. Mit den Be­su­chern zog der Tross zum mit un­zäh­li­gen Men­schen ge­füll­ten Markt­platz, denn dort war­te­ten die Bronze-Doubles der Vier­bei­ner und ein ver­hüll­ter Zie­gen­hirte dar­auf, von ih­ren Ver­schleie­run­gen be­freit zu wer­den. Das wurde dann feucht-fröh­lich mit je­der Menge Sekt und viel Bei­fall voll­zo­gen. Bild­hauer Bernd Maro aus Wunstorf hatte den Auf­trag be­kom­men, et­was Lügde-Spe­zi­fi­sches zu schaf­fen und setzte sich in ei­nem Wett­be­werb schließ­lich durch. Zu­sam­men mit Gün­ter Lo­ges be­goss er die na­tur­ge­treuen Fi­gu­ren (er taufte den größten Zie­gen­bock an­ge­lehnt an das Mas­kott­chen des 1. FC Köln dann gleich auch auf den Na­men "Hen­nes"), die eine (si­cher­lich idea­li­sier­te) Szene dar­stel­len, wie sie sich in der Acker­bür­ger­stadt Lügde in der Ver­gan­gen­heit tag­täg­lich ab­spiel­te. Ge­schichte hin oder her: Die Zie­gen sind in der Ge­gen­wart an­ge­kom­men und wur­den (das war ja auch der Plan) von den Kin­dern als Spiel­geräte so­fort an­ge­nom­men, während sich vor­nehm­lich die Er­wach­se­nen auch an der le­bens­großen Fi­gur des freund­lich schau­en­den Zie­gen­hir­ten er­freu­ten. Das En­sem­ble rahmt den neuen Zie­gen­brun­nen ein, der nun der neue Mit­tel­punkt des Markt­plat­zes sein wird. Die Berühmt­heit des Trevi-Brun­nens in Rom wird er wohl nicht er­lan­gen, aber eine Tra­di­tion von dort wurde dann auch hier in Lügde gleich ein­ge­führt: Es fan­den sich schon ei­nige Mün­zen im Was­ser­be­cken, die von Be­su­chern dort hin­ein­ge­wor­fen wor­den wa­ren. Ob daran wie beim Trevi-Brun­nen auch Wün­sche ge­knüpft wa­ren, ließ sich nicht er­grün­den. Si­cher­lich wird die Stadt Lügde (an­ders als Rom) aber auch bei der In­stand­hal­tung des aus Lan­des- und ei­ge­nen Mit­teln so­wie Spen­den fi­nan­zier­ten Brun­nens nicht auf die Mün­zen an­ge­wie­sen sein. Nach dem of­fi­zi­el­len Teil ging die Feier auf dem 1. Lüg­der Zi­cken­markt rich­tig los. Zau­be­rer und Co­me­dian Hi­ro­ni­mus trieb so man­chen Scha­ber­nack auf dem Areal zwi­schen den Men­schen und un­ter der von ei­nem Zelt­dach ü­ber­spann­ten Büh­ne, zu der der Trep­pen­zu­gang zum Rat­haus um­funk­tio­niert wor­den war. Der Platz war ge­rahmt von den stil­vol­len Bu­den, die der Stadt­mar­ke­ting-Ver­ein zur Ver­fü­gung ge­stellt hat­te. Hier gab’s Ge­schmack­vol­les aus Lippe und (natür­lich) als Spe­zia­lität Pro­dukte von der Zie­ge, die reißen­den Ab­satz fan­den. Mu­si­ka­lisch wurde eben­falls ei­ni­ges an­ge­bo­ten: Im Rah­men ih­rer Tour­nee durch Deutsch­land hatte das Ju­gend­or­che­s­ter aus Bad Pyr­monts bran­den­bur­gi­scher Part­ner­stadt Bad Frei­en­walde mit sei­ner "Take Brass"-For­ma­tion Sta­tion in Lügde ge­macht und ü­ber­zeugte un­ter der Lei­tung von End­rik Sa­lew­ski mit ho­her Spiel­kunst. Die jun­gen Leute de­mons­trier­ten ihr mu­si­ka­li­sches Kön­nen und sorg­ten ebenso für gute Laune wie abends die Co­ver­band "Cham­pa­gne".

vom 13.05.2015 | Ausgabe-Nr. 20A

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