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Lippischer ”Nobelpreis” an Agnes Sternschulte

Heimatbund und "Lippequalität" vergeben Preis

 

Kreis Lip­pe/­Det­mold (r­to). Zum zwei­ten mal ver­gibt der Lip­pi­sche Hei­mat­bund zu­sam­men mit dem Ver­ein ”Lip­pe­qua­lität” sei­nen ”Lip­pi­schen Nach­hal­tig­keits­preis”. Die Preisträ­ge­rin in die­sem Jahr ist Agnes Stern­schul­te, Land­schaftsö­ko­lo­gin im LWL Frei­licht­mu­seum in Det­mold. Auf ei­ner fest­li­chen Fei­er­stunde ”Im Weißen Ross”, im Pa­der­bor­ner Dorf des Frei­licht­mu­se­ums, konnte die sym­pa­thi­sche und eher zurück­hal­tende Preisträ­ge­rin die Aus­zeich­nung ent­ge­gen­neh­men. Mehr als 160 ge­la­den Gäste wa­ren ge­kom­men, um dem Abend einen wür­de­vol­len Rah­men zu ge­ben. Die wur­den an fest­lich ge­deck­ten Ti­schen vom Vor­sit­zen­den des Hei­mat­bun­des, Fried­rich Bra­ke­mei­er, und dem Haus­her­ren Prof. Dr. Jan Cars­ten­sen, be­grüßt. "Wir wol­len hier heute Abend nicht nur eine be­son­dere Per­son und ihre Ar­beit eh­ren, wir wer­den auch mit zwei Re­fe­ren­ten auf die Su­che nach Schät­zen ge­hen. Diese Schät­ze, alte Tier­ras­sen und von dem Aus­ster­ben be­drohte Pflan­zen, fin­den wir hier aber Dank der Ar­beit von Agnes Stern­schulte noch im Mu­se­ums­be­reich", sagte der Vor­sit­zende des Hei­mat­bun­des.

In sei­ner Lau­da­tio sagte Bra­ke­meier später wei­ter: "­Die Preisträ­ge­rin hat sich mit ih­rer Tätig­keit im LWL Frei­licht­mu­seum um die Er­hal­tung al­ter Obst­sor­ten und Tiere ver­dient ge­macht. Sie hat Pro­jekte ge­lei­tet und mit ih­rem ö­ko­lo­gi­schen Be­wusst­sein für ö­ko­lo­gi­sches Den­ken an­ge­reg­t." Dem stimmte auch Dr. Ger­trud Hein, Bil­dungs­re­fe­ren­tin im NUA NRW zu, die in ih­rem Vor­trag ü­ber alte Gemü­se­pflan­zen und sel­ten ge­wor­dene Ru­deral­plan­zen sag­te: "Ohne Agnes Stern­schulte wäre Lippe um viele Ar­ten und Sor­ten är­mer." Was sie da­mit meinte ist, dass die Land­schaftsö­ko­lo­gin alte Sa­men sucht und wie­der re­kul­ti­viert. Ru­deral­pflan­zen sind ü­b­ri­gens Pflan­zen die land­läu­fig auch als Un­kraut be­zeich­net wer­den und auf Grund ih­rer stän­di­gen Ver­nich­tung vor dem Aus­ster­ben, für das Ökö-Gleich­ge­wicht aber wich­tig sind. Eine sol­che Pflanze ist zum Bei­spiel der An­dorn, der nur noch im Frei­licht­mu­seum in NRW zu fin­den ist oder der Gute Hein­rich, der kurz vor dem Ver­schwin­den steht.

Auch Di­pl.- Ing. Matt­hias Vogt lobte die Preisträ­ge­rin. Sein Spe­zi­al­ge­biet sind die al­ten Tier­ras­sen wie die Sen­ne­pferde oder die Lippe Gans. "Nur durch den kon­se­quen­ten Ein­satz von Agnes Stern­schulte ist es ge­lun­gen diese al­ten Ras­sen nicht nur wie­der zu fin­den, son­dern auch hier wie­der zu züch­ten", sagte der Re­fe­rent. Als gu­tes Bei­spiel nannte er auch das Ben­tor­fer Schwein, mit dem das Mu­seum vor rund zwan­zig Jah­ren an­ge­fan­gen hatte und das sich jetzt auch bei der Schwein­hal­tung wie­der durch­ge­setzt hat.

Prof. Dr. Cars­ten­sen lobt die Hart­nä­ckig­keit mit der seine Kol­le­gin in den letz­ten Jah­ren ihre Pro­jekte durch­ge­setzt ha­be. "­Der Ver­lust von Nach­hal­tig­keit und die Er­hal­tung von vor dem Aus­ster­ben Be­droh­tem, ist das Stre­ben von Agnes Stern­schulte in den gan­zen Jah­ren ge­we­sen", sagte der Lei­ter der Ein­rich­tung. Die Ge­ehrte hörte sich den gan­zen Abend die vie­len Lo­bes­hym­nen ru­hig an und nahm sehr be­schei­den ih­ren Preis ent­ge­gen. "Ich bin to­tal gerührt, fühle mich ge­ehrt, ob­wohl ich doch nur ein klei­ner Teil des großen Or­che­s­ters bin" sagte sie bei der Preisü­ber­gabe mit Hin­weis auf ihre vie­len Kol­le­gen die sie gerne mit auf dem Po­dium ge­se­hen hät­te. Sie habe viel Glück ge­habt in Det­mold und eine wirk­lich gute Bühne ge­fun­den, um zu ar­bei­ten, sagte sie noch be­vor sie mit den Wor­ten ab­schloss: "Es hat sich aber auch was ge­tan, alte Ras­sen kom­men wie­der. Das ist eine po­si­tive Ver­än­de­rung". Der Abend wurde von Gün­ter Puz­berg, Vor­sit­zen­der des Ver­eins ”Lip­pe­qua­lität”, ge­konnt mo­de­riert. Für die mu­si­ka­li­sche Be­ge­lei­tung sorgte Eka­te­rina Kho­ros­hi­lova mit ih­rer So­lo­vio­li­ne.

vom 28.03.2015 | Ausgabe-Nr. 13B

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