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Katholiken trafen sich zum Gedenken an den Gründer des St. Hedwigshauses

»Heimat und Geborgenheit geschenkt«

Oer­ling­hau­sen (k­d). Vor 35 Jah­ren verstarb Prälat Wil­helm Tren­nert, der Grün­der der Heim­volks­hoch­schule St. Hed­wig in Oer­ling­hau­sen. An der Bil­dungs­stätte tra­fen sich am ver­gan­ge­nen Sonn­tag rund 100 Ka­tho­li­ken aus der ge­sam­ten Erz­diö­zese Pa­der­born zum Ge­den­ken an den Seel­sor­ger.

Rück­blick: Als Folge des zwei­ten Welt­kriegs kom­men Mil­lio­nen Flücht­linge und Ver­trie­bene nach West­deutsch­land. An den jähr­li­chen Wall­fahr­ten neh­men Zehn­tau­sende teil. Im Juli 1953 spricht Prälat Tren­nert in Werl vor 75.000 Zuhö­rern, der pro­mi­nen­teste un­ter ih­nen ist Bun­des­kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er.

Am Sonn­tag wurde diese Zeit noch ein­mal le­ben­dig. Erst vor kur­zem tauch­ten alte Bild- und Ton­do­ku­mente wie­der auf, und so war auch die Stimme Tren­nerts zu hören: »Wir wol­len heim. Aber nicht in eine bol­sche­wis­ti­sche Hei­mat, son­dern in eine christ­lich-deut­sche Hei­mat«, rief er aus. Als Ziel nannte er »­die Ver­bin­dung von Hei­mat und Glaube und Ge­rech­tig­keit für eine christ­li­che Zu­kunft.« Stand zunächst der Hei­mat­ge­danke im Vor­der­grund, so spielte Tren­nert auch für die In­te­gra­tion der ost­deut­schen Ka­tho­li­ken eine wich­tige Rol­le. 1947 hatte er das St. Hed­wigs­werk ge­grün­det, um die Ver­trie­be­nen in der Erz­diö­zese Pa­der­born seel­sor­ge­risch und kul­tu­rell zu be­treu­en. Der Name er­in­nert an die Schutz­pa­tro­nin Ost­deutsch­lands. In Ar­beits­ge­mein­schaf­ten (St. Hed­wigs­krei­se) soll­ten An­dach­ten und Ver­an­stal­tun­gen an die Hei­mat er­in­nern. »Es sollte in ech­ter Lai­en­ar­beit in­ner­halb der ka­tho­li­schen Kir­che mit­ge­hol­fen wer­den, die ost­deut­sche Frage zu be­wäl­ti­gen«, er­in­nerte sich Bar­bara Som­born, die viele Jahr­zehnte in der Ju­gend­ar­beit tätig war.

1956 wurde in Oer­ling­hau­sen eine ei­gene Bil­dungs­stät­te, das St. Hed­wigs­haus, ein­ge­weiht. »Es be­wahrt das An­den­ken an un­sere Kul­tur. Bei den zahl­rei­chen Ta­gun­gen und Se­mi­na­ren ha­ben wir uns hier im­mer sehr wohl ge­fühl­t«, sagte Eli­sa­beth Reiß, die heu­tige Vor­sit­zende des Hed­wigs­krei­ses. Und Bar­bara Som­born er­gänz­te: »Wir ha­ben viele un­ver­ge­ss­li­che Tage hier ver­bracht.« In der Berg­stadt tra­fen sich Ju­gend­li­che, Volks­tanz- und Lai­en­spiel­grup­pen, später dann junge Fa­mi­li­en. Lei­ter des Hau­ses war Prälat Tren­nert, der 1972 im Al­ter von 61 Jah­ren verstarb. Er habe sich für seine Ar­beit ver­zehrt, so Bar­bara Som­born. »Er be­saß Cha­risma und hat uns so viel an Hei­mat und Ge­bor­gen­heit ge­schenk­t.«

1974 wurde auf dem Gelände des Hed­wigs­hau­ses ein Ge­denk­stein enthüllt, der an Tren­nert er­in­nert und all­jähr­lich zum Treff­punkt wird, um an das Le­ben und Wir­ken des Präla­ten zu er­in­nern. 3.000 Mit­glie­der gehören der­zeit zum St. Hed­wigs­werk, die meis­ten von ih­nen sind im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Bar­bara Som­born und Eli­sa­beth Reiß be­zeich­ne­ten es da­her als wich­tige Auf­ga­be, die Ju­gend an­zu­spre­chen, um neue Mit­glie­der zu ge­win­nen, die die Ar­beit fort­set­zen.

vom 24.10.2007 | Ausgabe-Nr. 43A

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