LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Kultur

»Spanish Brass« gastierte im Rahmen der Meisterkonzerte

Frisch, dynamisch und ganz anders

Det­mold (jus). Bis­lang hatte je­des der Meis­ter­kon­zerte die­ser Sai­son sei­nen ganz ei­ge­nen Duk­tus, und das Blech­blä­ser­quin­tett »­Spa­nish Brass« mit Car­los Benéto Grau (Trom­pe­te), Juanjo Serna Sal­va­dor (Trom­pe­te), Ja­vier Bo­net Man­ri­que (Horn), In­da­le­cio Bo­net Man­ri­que (Po­sau­ne) und Ser­gio Finca Quirós (Tu­ba), ganz ge­wiss. Hier ver­stand man es vor­züg­lich, sich und die Mu­sik, die einen brei­ten Bo­gen vom Ba­rock bis zum Jazz schlug, in Szene zu set­zen.

Schon der erste Pro­gramm­punkt »­Der Ein­zug der Kö­ni­gin Sa­ba« aus Ge­org Fried­rich Hän­dels Ora­to­rium »­Sa­lo­mo« ließ auf­hor­chen. Ein un­ge­wöhn­lich fri­scher Hän­del , ar­ran­giert von Jos­hua Hau­ser, war hier zu ver­neh­men, ma­jestätisch wohl durch die Wucht der In­stru­men­te, aber den­noch ohne ba­rockes Pa­thos.

­Zen­trum die­ses so ab­wechs­lungs­rei­chen Pro­gramms mit der lau­ni­gen Mo­de­ra­tion von Car­los Benéto Grau (Trom­pe­te), war si­cher das Quin­teto for Brass von Sir Mal­colm Ar­nold. Ein Werk, wie ge­schaf­fen für die­ses Quin­tett, das mit den viel­schich­ti­gen Fa­cet­ten vir­tuos zu spie­len wuss­te. Ge­tra­gen im Mit­tel­teil, der Cha­conne, und alle Raf­fi­nes­sen des Schluss­teils aus­kos­tend. Mit großer Spiel­freude und in­stru­men­ta­ler Per­fek­tion war man auf­ein­an­der ein­ge­stimmt, ob­wohl das Horn an die­sem Abend mit Ja­vier Bo­net Man­ri­que, an­ders als ob­li­ga­to­risch, be­setzt war.

Da­nach wandte man sich spa­ni­scher Li­te­ra­tur zu. Juanjo Co­lo­mer, ein zeit­genös­si­scher spa­ni­scher Kom­po­nist, hat seine »His­to­ria de un Mu­tan­te« die­sem Blech­blä­se­ren­sem­ble auf den Leib ge­schrie­ben. Ein Stück, das mit den Klang­far­ben un­ter­schied­lichs­ter Gen­res spielt und rhyth­mi­sche Ele­mente in­te­griert durch das Schla­gen von Rin­gen auf das je­wei­lige In­stru­ment. »­Three Pie­ces« von Pa­quito dRi­vera sind ku­ba­nisch-me­xi­ka­ni­scher Me­lo­dik und Rhyth­mik ver­pflich­tet. Im Mit­tel­teil blüh­ten tan­goähn­li­che Klänge auf, während der Schluss­teil stark vom Jazz be­ein­flusst war.

Das Ende des Kon­zerts war so pro­mi­nen­ten Kom­po­nis­ten wie Ma­nuel de Falla und Isaac Albé­niz ge­wid­met. Hier stellte man noch ein­mal spa­ni­sches Ko­lo­rit zur Schau: Klänge ge­bän­dig­ten, bro­deln­den Feu­er­s.

So her­vor­ra­gend die­ses En­sem­ble mit­ein­an­der har­mo­nier­te, sicht­bar ein­an­der zu­spiel­te, so selbst­ver­ständ­lich lo­cker be­wegte man sich zwi­schen so­ge­nann­ter U- oder E-Mu­sik. Denn als Zu­gabe wur­den die Hö­rer noch mit ei­nem flot­ten Di­xie­land ver­wöhnt.

Ein Kon­zert der ganz an­de­ren Art der mu­si­ka­li­schen Prä­sen­ta­tion, dem es schließ­lich doch noch ge­lang, das klas­sisch ori­en­tierte Pu­bli­kum auf­zu­sch­ließen und zu be­geis­tern.

vom 23.04.2008 | Ausgabe-Nr. 17A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten