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Nicht immer alle Neune

Rischenauer Kegelclub "Immer lustig" feiert 40-Jähriges

 

Ri­schenau (af­k). Als der Ke­gelclub "Im­mer lus­tig" aus Ri­schenau vor 40 Jah­ren ge­grün­det wur­de, war der 3. Ok­to­ber noch kein Fei­er­tag. 2013 aber ist er es. Für ei­nige Ke­gel­sport­freunde der ers­ten Stunde ist es da­durch so­gar ein dop­pel­ter, denn auf den Tag ge­nau roll­ten 1973 die ers­ten Ku­geln ü­ber die Ke­gel­bahn im da­mals noch be­ste­hen­den Ho­tel "Lip­pi­sche Ro­se" in Hum­mer­sen. Von einst­mals sechs Ri­sche­nauer Paa­ren sind heute noch acht Per­so­nen ge­blie­ben, die trotz ih­res in­zwi­schen deut­lich vor­an­ge­schrit­te­nen Al­ters dem Ke­gelclub die Treue hal­ten und re­gel­mäßig alle vier Wo­chen ih­rem Hobby frö­nen.

Ei­gent­lich hat­ten Da­men aus dem Frau­en­chor Ri­schenau die Idee, mal ne­ben dem Chor­ge­sang auch in der Frei­zeit noch mehr mit­ein­an­der zu ver­an­stal­ten. Auf der Su­che nach ei­nem ge­eig­ne­ten ge­mein­sa­men Hobby kam man aufs Ke­geln. Wenn mehr als sechs Deut­sche zu­sam­men sind, grün­den sie einen Ver­ein, heißt es manch­mal et­was läs­ter­lich. Aber hier war’s dann ge­nau so: Am 3. Ok­to­ber 1973 hob man den Ke­gelclub aus der Tau­fe. Natür­lich musste ein grif­fi­ger und pas­sen­der Name für den Club her. Die Be­zeich­nung "Im­mer lus­tig" be­schrieb die Grund­stim­mung der Mit­glie­der vom ers­ten Tage an. Selbst ein ei­ge­nes Ver­eins­lied gönnte man sich. Auf die Me­lo­die des "­Kuf­stein­lie­des" wurde ein Text ge­dich­tet, natür­lich auch auf­ge­schrie­ben und blieb bis heute ein Hit, der zu vie­len An­läs­sen im­mer wie­der ge­sun­gen wird. Grün­dungs­mit­glied Hel­mut Jo­kiel er­in­nert sich an die ers­ten Ver­su­che: "Wir star­te­ten mit sechs Paa­ren. Auf der Nach­bar­bahn hat­ten wir zum Glück Pro­fis aus Pol­le. Die ga­ben uns viele wert­volle Tipp­s." Natür­lich war an die ganz großen Ke­ge­ler­folge wie der ganz sel­tene Wurf "Acht ums Vor­der­holz ” noch gar nicht zu den­ken. Man­che Ku­gel lan­dete in der An­fangs­phase als "­Pum­pe" in der Rinne und ver­schwand im Un­ter­grund der Ke­gel­bahn, ohne die Ke­gel berührt zu ha­ben.

Selbst­ver­ständ­lich wur­den die Ke­gel­künste durch das re­gel­mäßige Trai­ning im­mer bes­ser. Im Laufe der Jahre wech­sel­ten die Ri­sche­nauer nach dem Start 1973 in Hum­mer­sen dann im Jahr 1975 nach Ri­schenau, als Ernst Less­mann in sei­nen ga­stro­no­mi­schen Be­trieb eine Ke­gel­bahn ein­bau­te. Später ü­ber­nahm Pe­ter Blaschke die Gast­stät­te, in der dann auch 2003 das 30j-äh­rige Be­ste­hen des Clubs ge­fei­ert wur­de. Seit dem 11. März 2004 ke­gelt "Im­mer lus­tig" in El­brin­xen im Ho­tel "Lip­pi­scher Hof" bei Nier­manns.

"Wir freuen uns schon im vor­aus im­mer wenn der Ter­min zum Ke­geln an­steht", ge­steht Schatz­meis­ter (den gibt es natür­lich auch in ei­nem Ke­gelclub) Horst Mei­er. "Dann ist im­mer gute Laune an­ge­sag­t." Wenn denn der Club schon "Im­mer lus­tig" heißt, dann muss es auch gute Erzäh­ler von Wit­zen ge­ben, die die Stim­mung ent­spre­chend an­hei­zen kön­nen. "Das gehört dazu und ist wun­der­bar", freut sich Hel­mut Jo­kiel. "Sch­ließ­lich ist das Ke­geln bei uns ja auch in ers­ter Li­nie Un­ter­hal­tung und kein Leis­tungs­spor­t."

Trotz­dem wird der Ehr­geiz dann auch ein we­nig an­ge­sta­chelt, denn bei je­dem Ke­gel­ter­min alle vier Wo­chen wird auch ein Ta­ges­sie­ger er­mit­telt. Und zum Jah­res­ende wer­den die Er­geb­nisse zu­sam­men­ge­zählt, und dann er­gibt sich auch ein Jahres­sie­ger bzw. eine Jahres­sie­ge­rin. Dass es da­bei kor­rekt zu­geht, darü­ber wacht der Schatz­meis­ter Horst Mei­er. Die be­son­ders dank­bare Auf­gabe die Po­kale zu ü­ber­rei­chen ü­ber­nimmt dann je­weils Heinz Trom­pe­ter.

A­ber ü­ber das ge­mein­schaft­li­che mo­nat­li­che Er­leb­nis auf der Ke­gel­bahn hin­aus ha­ben die Mit­glie­der des Ke­gelclubs "Im­mer lus­tig", die alle längst das Ren­ten­al­ter ü­ber­schrit­ten ha­ben, ei­ni­ges zu­sam­men un­ter­nom­men. Viele schöne Er­leb­nisse mit Wan­de­run­gen und später mit mehr­tä­gi­gen Fahr­ten hin­ter­ließen bei al­len nach­hal­tige Ein­drücke. So reiste man be­reits im Ja­nuar 1977 zur Grü­nen Wo­che per Flug­zeug nach Ber­lin, man fuhr zu den Oberam­mer­gauer Fest­spie­len, sah sich die In­sel Ca­pri, die Amal­fi­küste und das beim Ve­suv-Aus­bruch un­ter­ge­gan­gene Pom­peji an. Auf der Rei­se­liste stan­den auch im Früh­jahr 2008 Ams­ter­dam und der Keu­ken­hof. Der Ver­such, beim Be­such des Fürs­ten­tums Mo­naco im Spiel­ca­sino die Rei­se­kasse auf­zu­bes­sern klappte al­ler­dings nicht so gut – die Ri­sche­nauer hat­ten keine Kra­wat­ten um, und so ließ man sie gar nicht am Rou­let­te­tisch ihr Glück ver­su­chen. Aber man reiste auch in Deutsch­land, so 1997 nach Use­dom, 2006 ins Erz­ge­birge und nach Dres­den mit Be­such der Frau­en­kir­che, 2012 auf den Ler­chen­berg zum "ZDF Fern­seh­gar­ten", nach Buch­ha­gen zum Kon­zert der "­Kas­tel­ruther Spat­zen" und im De­zem­ber letz­ten Jah­res zum GOP Va­rieté nach Bad Oeyn­hau­sen. "­Man könnte fast den Ein­druck ha­ben, dass wir kaum noch Zeit zum Ke­geln ge­habt hät­ten", meint Jo­kiel und fügt hin­zu: "Wir hat­ten alle im­mer viel Spaß da­bei."

Bei ei­nem run­den Ge­burts­tag blickt man auch mal zurück. Die zwölf Keg­le­rin­nen und Keg­ler von 1973 blie­ben bis 1994 zu­sam­men. Dann musste man sich von fünf Grün­dungs­mit­glie­dern ver­ab­schie­den, aber eine Keg­le­rin kam in­zwi­schen wie­der hin­zu. Vier Jahr­zehnte Ge­mein­schaft – das ist schon eine Leis­tung, die man wohl nur mit dem Meis­ter­wurf "Alle Neu­ne" annähernd ver­glei­chen kann.

vom 28.09.2013 | Ausgabe-Nr. 39B

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