LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Kultur

"My fair Lady" feiert Premiere

Freilichtbühne Bellenberg beschreitet neue Wege

 

Horn-Bad Mein­ber­g/­Bel­len­berg (la). Auf ganz neues schau­spie­le­ri­sches Ter­rain be­gibt sich das Team der Frei­licht­bühne Bel­len­berg mit sei­nem drit­ten Sai­sonstück, des­sen Pre­miere am Sams­tag, 20. Ju­li, um 20 Uhr ge­fei­ert wird. Un­ter der Spiel­lei­tung von Chris­tine Fe­der­schmid wird mit der In­sze­nie­rung von "My fair La­dy" nach Alan Jay Ler­ner erst­mals nun ein mu­si­ka­li­sches Schau­spiel für ein eher er­wach­se­nes Pu­bli­kum auf die Bühne ge­bracht. Ein­zig­ar­tige Ever­greens wie "Es grünt so grün", "Wäre dat nich wun­daschön", "Warts nur ab, Henry Higg­ins" und "Ich hätt ge­tanzt heut Nacht" rei­hen sich zu ei­nem bun­ten Rei­gen an­ein­an­der und avan­cie­ren schnell zu Ohr­wür­mern. Be­reits im letz­ten Jahr hat sich ein Chor rund um Chor­lei­ter Ivan Jo­nes zu­sam­men­ge­fun­den, um die berühm­ten Me­lo­dien ein­zuü­ben. Es wird auch ge­tanzt, wenn sich in far­ben­präch­ti­gen Sze­nen die rund 30 Dar­stel­ler auf der Bühne prä­sen­tie­ren. Die meis­ten der Schau­spie­ler schlüp­fen dazu nach­ein­an­der in drei bis fünf ver­schie­de­ne, teils sehr auf­wän­dige Kostüme – eine wirk­li­che Her­aus­for­de­rung für Britta Kan­ne, die den Kostüm­fun­dus seit vie­len Jah­ren be­treut. Ins­be­son­de­re, da die berührende Ge­schichte von dem Blu­men­mäd­chen Eliza Do­little zu Be­ginn des letz­ten Jahr­hun­derts – im spät­vik­to­ria­ni­schen Eng­land – an­zu­sie­deln ist.

Der In­halt des Stücks ist rasch wie­der­ge­ge­ben: Sprach­wis­sen­schaft­ler Pro­fes­sor Higg­ins (Jens Kan­ne) schließt mit sei­nem Kol­le­gen Oberst Picke­ring (Ben­ja­min Oehls) eine Wette ab: Bin­nen sechs Mo­na­ten könne er aus ei­nem Mäd­chen mit un­ge­pfleg­ter Spra­che eine Dame mit dem Auf­tre­ten ei­ner Her­zo­gin ma­chen. Als Test­ob­jekt wird das ein­fa­che Blu­men­mäd­chen Eliza (Da­niela Wie­ne­ke) aus­er­ko­ren. Diese wird zu Un­ter­richts­be­ginn im Haus des Pro­fes­sors ein­quar­tiert. Nach an­stren­gen­den, rück­sichts­los durch­ge­pauk­ten Lek­tio­nen stel­len sich tatsäch­lich die ers­ten Er­folge ein. Higg­ins und Picke­ring gra­tu­lie­ren sich zu ih­rem Er­folg, ver­ges­sen Eliza darü­ber aber völ­lig – und das bleibt nicht ohne Fol­gen.

Den An­stoß für die Aus­wahl des Stückes so­wie Ideen zur Durch­führung ka­men durch­aus von der Spie­ler­truppe selbst, be­rich­tet Chris­tine Fe­der­schmid be­geis­tert. Nur zu gerne hat sie die In­sze­nie­rung mit ei­ner der­art en­ga­gier­ten Gruppe in die Hand ge­nom­men. Da­bei bie­tet die großzü­gig be­mes­sene Fläche der Bühne un­ter freiem Him­mel fan­tas­ti­sche Mög­lich­kei­ten, die nicht an je­dem Ort glei­cher­maßen rea­li­sier­bar sind. Durch das Feh­len be­gren­zen­der Wände kön­nen bei­spiels­weise größere Men­schen­trau­ben zeit­gleich aus al­len Rich­tun­gen strö­men und so Sze­nen be­son­ders leb­haft ge­stal­ten.

Die Zu­schauer dür­fen sich auf einen klas­si­schen, mu­si­ka­li­schen Lecker­bis­sen vol­ler char­man­tem Witz und so­zi­al­sa­ti­ri­schen Zü­gen freu­en, der auch heute noch mit ei­nem großen Maß an Ak­tua­lität auf­war­ten kann. Ü­b­ri­gens: Am Broad­way brachte es My fair Lady in sechs­ein­halb Jah­ren (1956 bis 1962) auf un­glaub­li­che 2.717 Vor­stel­lun­gen.

Hin­wei­sen möchte die Frei­licht­bühne Bel­len­berg auch auf ein wei­te­res High­light die­ser Sai­son: Erst­ma­lig wer­den am 15. und 16. Au­gust auch zwei Mond­schein­ki­no­a­bende statt­fin­den. Kar­ten sind im Vor­ver­kauf er­hält­lich. Wei­tere In­for­ma­tio­nen gibt es un­ter "ww­w.frei­licht­buehne-bel­len­ber­g.­de".

vom 17.07.2013 | Ausgabe-Nr. 29A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten