LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Lemgo

Erfolgreiche »Stattgespräch«-Premiere mit dem Schauspiel »Honigmond«

Pointenreiches Stück sorgte für Begeisterung

 

Lemgo (b­j). Eine ge­lun­gene Pre­miere fei­erte die freie Thea­ter­gruppe »­Statt­ge­spräch« jetzt mit dem Schau­spiel »Ho­nig­mon­d« von Ga­briel Ba­ryl­li. Re­gis­seur und Pro­du­zent Frank Wie­mann in­sze­nierte ein Stück, das mit Witz und Charme Un­ter­hal­tung mit der Sehn­sucht bren­nen­der Her­zen ver­bin­det.

So rich­tig gut weg kam die Män­ner­welt hier nicht. De­ren Ver­tre­ter, die sich in großer Zahl im Zu­schau­er­raum be­fan­den, hat­ten aber hör­bar Spaß an dem Wie­der­er­ken­nungs­ef­fekt.

Auf der Bühne wird ge­flucht, ge­schri­en, ge­trun­ken und ge­heult. Letz­te­res vor al­lem von Bar­ba­ra, die grade noch mit ih­rem Gat­ten Ma­nuel ein leuch­ten­des Bei­spiel ei­ner Mus­ter­ehe ge­führt hat. Jetzt hat der Leucht­turm eine neue Liebe und Bar­ba­ra, wun­der­bar in Szene ge­setzt von Ste­fa­nie Schö­pe, ver­bringt das Weih­nachts­fest al­lein bei den Freun­din­nen Chris­tine Ko­walsky (Nelly We­del) und Linda Ro­sen­baum (Ni­cole Böke).

In de­ren Frauen-WG gibt es einen ent­schei­den­den Mit­tel­punkt: Den An­ruf­be­ant­wor­ter. Män­ner­stim­men mit und ohne Ak­zent und Dia­lekt ge­ben sich den Hö­rer in die Hand und sind in der Re­gel Linda zu­zu­ord­nen. Die De­si­gne­rin ist kein Kind von Trau­rig­keit und will al­les, nur keine feste Bin­dung, denn dann ver­liert der je­wei­lige Liebste schnell das In­ter­es­se. Ganz an­ders die Psy­cho­lo­gin Chris­ti­ne. Sie hat in ih­rer an sich glück­li­chen Ehe schnell er­kannt: Liebe und Be­ruf las­sen sich nicht ver­bin­den. So hat sie sich von Ste­fan in Würde ge­trennt, will ihn aber ei­gent­lich viel lie­ber wie­der zurück­ha­ben.

Die Dar­stel­le­rin­nen nutz­ten die Chan­ce, die The­men Be­zie­hungs­pro­ble­me, Frei­heits­ver­lust und den Wunsch nach Nähe, in ei­nem poin­ten­rei­chen Feu­er­werk in den Pu­bli­kums­raum zu schießen. Schwarz­sicht war trotz al­ler Me­lan­cho­lie nicht an­ge­sagt und der prä­gnante schlag­fer­tige Hu­mor riss die Zu­schauer zu re­gel­rech­ten Be­geis­te­rungs­stür­men hin.

Vom star­ken Ge­schlecht ent­täuscht – »Män­ner hal­ten ja nicht mal mehr die Tür auf« – schwören sich die drei Hel­din­nen in Zu­kunft nur noch »schlim­m« zu sein. Bar­bara hat den zwei­mal ge­wi­ckel­ten lan­gen Schot­ten­rock, der so herr­lich zu ih­ren fla­chen Schu­hen pass­te, für im­mer in den Sack der Alt­klei­der­spende ver­bannt. Linda ü­ber­legt, ob sie mit Piedro oder Gérard den Ur­laub ver­bringt und Chris­tine hat schon mal geübt, fremde Män­ner auf einen Kaf­fee ein­zu­la­den.

So könnte al­les wei­ter­lau­fen, wenn das Le­ben nicht manch­mal an­dere Wege ginge als ge­plant: Ein Te­le­fon­an­ruf von Ste­fan genügt und Chris­tine ist mit dem ehe­ma­li­gen Ex-Mann neu ver­lobt. Linda wird Schwan­ger und Bar­bara ent­deckt die Krea­ti­vität ih­rer Weib­lich­keit. Sie rich­tet sich ihr Le­ben jetzt nach dem Motto ein: »­Lie­ber Viel­falt statt Ein­fal­t.«

Nicht en­den wol­len­der Ap­plaus war der schönste Pre­mie­ren­lohn für die drei Dar­stel­le­rin­nen, Re­gis­seur Frank Wie­mann und den vie­len Hel­fern hin­ter den Ku­lis­sen.

Sämt­li­che Vor­stel­lun­gen von »Ho­nig­mon­d« in der lau­fen­den Spiel­zeit sind be­reits aus­ver­kauft. Das Stück steht aber wie­der auf dem Plan der kom­men­den Sai­son.

vom 12.04.2008 | Ausgabe-Nr. 15B

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten