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Das Runde und das Eckige

Ausstellung "Lichter Raum" vereint scheinbare Gegensätze

 

Oer­ling­hau­sen (k­d). Auf den ers­ten Blick ist kaum ein größe­rer Ge­gen­satz vor­stell­bar: Hier fra­gi­le, ge­run­dete Ge­spins­te, dort streng am rech­ten Win­kel aus­ge­rich­tete Ma­le­rei. Den­noch er­gän­zen sich die Werke von Pe­tra Ott­kow­ski und Bet­tina Lü­di­cke recht gut. Die Aus­stel­lung "­Lich­ter Raum­" des Kunst­ver­eins Oer­ling­hau­sen ist noch bis zum 21. Juli 2013 in der ehe­ma­li­gen Syn­agoge zu se­hen.

­Die ko­kon­ar­ti­gen Werke von Bet­tina Lü­di­cke in der Mitte des Aus­stel­lungs­rau­mes benöti­gen viel Platz. Die dün­nen, ver­kno­te­ten Me­tall­drähte er­in­nern an ent­fernt an Na­tur­for­men wie Vo­gel­nes­ter, Spin­nen­netze oder or­ga­ni­sche Ge­we­be. Sie bil­den einen reiz­vol­len zu den weißen Po­des­ten, auf de­nen sie ru­hen. Als Raum­struk­tu­ren be­zeich­nete Fred Schie­ren­beck, künst­le­ri­scher Lei­ter des Kunst­ver­eins, die Werke von Bet­tina Lü­dicke, die in Ber­lin lebt und ar­bei­tet. "­Sie um­hül­len sich oft selbst, und es stellt sich die span­nende Fra­ge: Was ist in­nen, was ist außen?" In ih­rer Trans­pa­renz seien die Ob­jekte we­nig fass­bar. Im Grunde sei der Raum, den sie an­ge­ben, le­dig­lich vor­ge­stellt, nur ein­ge­bil­det. Der Be­trach­ter müsse sich die For­men da­her selbst er­schließen.

­Zahl­rei­che As­so­zia­tio­nen drän­gen sich auf, meinte Schie­ren­beck in sei­ner Ein­führung. Er er­in­nerte an Phäno­mene aus der Ma­the­ma­tik, aus der Mu­sik, aus der Phy­sik. Was im­mer der Be­trach­ter mit den Ob­jek­ten auch ver­bin­de, "im End­ef­fekt bleibt die fi­li­gran-äs­the­ti­sche Qua­lität", sagte Schie­ren­beck. "­Die Werke sind kaum fass­bar, aber doch sehr prä­sent."

­Den recht­e­cki­gen For­men ist die Ma­le­rin Pe­tra Ottkwoski aus Leip­zig zu­ge­wandt. Sie er­in­ner­ten Fred Schie­ren­beck an Ar­chi­tek­tur. Das Span­nungs­ver­hält­nis von Flächen im Raum habe schon die Künst­ler der Re­naissance in­ter­es­siert. "Auch wenn es sich nicht wirk­lich um Ar­chi­tek­tur, son­dern eher um Ge­dan­ken­räume han­delt, hat man das Ge­fühl, dass man in die Räume auf den Bil­dern hin­ein­ge­hen kann", meinte Schie­ren­beck. Die Werke zeig­ten einen Aus­schnitt ei­nes nicht näher de­fi­nier­ten Zu­sam­men­hangs. "Wir tre­ten in eine künst­le­risch-ma­le­ri­sche Welt, die ins Un­end­li­che führ­t." Bei­den Werk­grup­pen ge­mein­sam sei die fas­zi­nie­rende Wir­kung des Lichts. Bei den Flecht­ar­bei­ten von Bet­tina Lü­di­cke er­gebe sich noch eine zu­sätz­li­che Di­men­sion, wenn durch Licht­ein­fall Raum­zeich­nun­gen ent­ste­hen, die als zeit­lich be­fris­tete Schat­ten ge­bil­det wer­den. In­so­fern sei der Ti­tel der Aus­stel­lung "­Lich­ter Raum­" sehr tref­fen ge­wählt.

vom 19.06.2013 | Ausgabe-Nr. 25A

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