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220 erfolgreiche Jungen und Mädchen bei der Sportlerehrung in Oerlinghausen

Vizeweltmeister eilt von Sieg zu Sieg

Oer­ling­hau­sen (k­d). Ge­mes­sen an der Zahl der Ver­eins­mit­glie­der ist Oer­ling­hau­sen eine aus­ge­spro­chen sport­li­che Stadt. Und auch die Er­folge kön­nen sich se­hen las­sen. Bei der dies­jäh­ri­gen Sport­ler­eh­rung in der Aula des Ni­klas-Luh­mann-Gym­na­si­ums be­fand sich un­ter den sieg­rei­chen 220 Ath­le­ten so­gar ein am­tie­ren­der Vi­ze­welt­meis­ter.

Als Tri­ath­let er­bringt Do­mi­nik Treu­herz Best­leis­tun­gen in gleich drei Dis­zi­pli­nen: Schwim­men, Rad­fah­ren und Lau­fen. Am 2. Sep­tem­ber 2007 star­tete der 18-jäh­rige in Ham­burg bei der Tri­ath­lon-Welt­meis­ter­schaft und konnte in sei­ner Al­ter­sklasse auf An­hieb den zwei­ten Platz be­le­gen. »Es war mein ers­ter in­ter­na­tio­na­ler Wett­be­werb ü­ber­haup­t«, be­rich­tete er. Der Tri­ath­let fühlte sich sehr gut in Form und wollte »ein­fach mal wis­sen, wie ich ste­he.« Die 70 Kon­kur­ren­ten aus Groß­bri­tan­ni­en, den USA und Ja­pan er­wie­sen sich als stark, doch am Ende war nur ein Neu­seelän­der noch vor Do­mi­nik Treu­herz im Ziel.

»­Mein Va­ter hat mich für das Lau­fen be­geis­ter­t«, be­rich­tete er. »­Der Berg­stadt­lauf in Oer­ling­hau­sen war mein al­ler­ers­ter Wett­be­wer­b.« Seit­her eilt Do­mi­nik Treu­herz von Er­folg zu Er­folg. Im ver­gan­ge­nen Jahr war er der jüngste Star­ter in der zwei­ten Tri­ath­lon-Bun­des­li­ga. Mit sei­ner Mann­schaft von Tris­peed Ma­ri­en­feld schloss er die Sai­son auf dem sieb­ten Platz ab.

­Bei der Welt­meis­ter­schaft wa­ren 1,5 Ki­lo­me­ter Schwim­men, 40 Ki­lo­me­ter Rad­fah­ren und zehn Ki­lo­me­ter Lau­fen zu be­wäl­ti­gen. Eine gute Vor­be­rei­tung ist da­her das A und O. »Im Durch­schnitt bin ich zwei Mal täg­lich un­ter­wegs«, so Do­mi­nik Treu­herz. Erst vor ei­ner Wo­che kehrte er aus Ita­lien zurück, wo ein In­ten­siv­trai­ning auf dem Plan stand: fünf bis sechs Stun­den pro Tag. All das dient der Kon­di­tion für die nächste Welt­meis­ter­schaft am 3. Juni 2008 im ka­na­di­schen Van­cou­ver, wo er sei­nen Ti­tel ver­tei­di­gen will.

­Die recht kurze Sai­son der Tri­ath­le­ten reicht von Mai bis Sep­tem­ber. In die­ser Zeit star­tet Do­mi­nik Treu­herz, der das Lütt­feld-Be­rufs­kol­leg in Lemgo be­sucht, fünf Mal in der Bun­des­li­ga, er nimmt an der Lan­des­liga-Meis­ter­schaft teil, muss die WM und noch klei­nere Test­wett­kämpfe be­strei­ten. Der Vi­ze­welt­meis­ter hat des­halb seine Prio­ritäten klar de­fi­niert: »­Die­sen Sport macht man nicht ein­fach nur so, den lebt man.«

­Bei der dies­jäh­ri­gen Sport­ler­eh­rung in Oer­ling­hau­sen wur­den nicht we­ni­ger als 220 Jun­gen und Mäd­chen für ihre her­aus­ra­gen­den Er­folge ge­ehrt. Das ist ein neuer Re­kord, denn vor ei­nem Jahr wa­ren es noch 160 ge­we­sen - eine Stei­ge­rung um 38 Pro­zent. Un­ter ih­nen wa­ren die Fuß­bal­ler der Frö­bel­schu­le, weil sie Kreis­meis­ter wur­den, Hand­bal­le­rin­nen des TSV, die den Auf­stieg in die Land­liga schaff­ten, zahl­rei­che Schwim­me­rin­nen und Schwim­mer, die Korb­bal­le­rin­nen des TuS Hel­pup als West­fa­len-Meis­ter so­wie Aaaron Strick­rodt, der Deut­sche Ju­gend­meis­ter im Bo­xen.

»Da­mit wird er­neut deut­lich, dass der Sport in un­se­rer Stadt eine ganz wich­tige Rolle spiel­t«, sagte der Vor­sit­zende des Stadt­sport­ver­ban­des, Jens Hart­mann. Für eine sol­che Ver­an­stal­tung rei­che das schmale Bud­get bei wei­tem nicht aus, so Hart­mann wei­ter, »wir wer­den uns da­her Ge­dan­ken ma­chen müs­sen, wie diese Her­aus­for­de­rung be­wäl­tigt wer­den kann.« Noch aber herrschte die Freude ü­ber die sport­li­chen Sie­ge, Auf­stiege in höhere Klas­sen und Meis­ter­schaf­ten vor. Und dem Stadt­sport­ver­band ist es er­neut ge­lun­gen, sich bei al­len Ak­ti­ven mit ei­nem ein T-Shirt zu be­dan­ken und eine Ver­lo­sung mit at­trak­ti­ven Prei­sen zu or­ga­ni­sie­ren.

»­Der Sport hat für uns Prio­rität«, be­tonte der stell­ver­tre­tende Bür­ger­meis­ter Erich Schmitt, »­den­noch be­steht wei­ter­hin Be­darf an Sport­stät­ten und -geräten.« Nach den Haus­halts­be­ra­tun­gen im Mai werde fest­ste­hen, wel­che In­ves­ti­tio­nen noch mög­lich sei­en. Schmitt for­derte die Nach­wuchss­port­ler auf, nicht nur den mo­men­ta­nen Er­folg zu se­hen, son­dern le­bens­lang und re­gel­mäßig Sport zu trei­ben. »Das be­deu­tet Le­bens­qua­lität und ver­schafft ein po­si­ti­ves Ge­fühl«, sagte er und rief dazu auf, jähr­lich das Sport­ab­zei­chen zu er­wer­ben.

vom 09.04.2008 | Ausgabe-Nr. 15A

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