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»Dorfbühne«-Nachwuchs holt sich den letzten Schliff

»Manches haben wir elegant geändert«

El­brin­xen (af­k). »Hal­lo! Ali­cia ist heute Chef der Zwer­ge. Und wenn sie sagt, es ist Ru­he, dann ist Ru­he!« – nach­drück­lich macht Steffi Su­lej­mani die Rang­ord­nung bei der Sams­tagnach­mit­tags­probe zur neues­ten Pro­duk­tion der Ju­gend­gruppe der El­brinxer Dorf­bühne in der Markt­scheune deut­lich. San­dra Jür­gens fehlt heute aus dem Da­men-Trio der Re­gis­seu­rin­nen. Dafür legt Alex­an­dra Kö­nig- Walsch mit Hand an, als bei Schnee­witt­chen die Är­mel am Kleid noch schnell genäht wer­den müs­sen. Seit Ok­to­ber ü­ben die jun­gen Da­men an dem 30 Mi­nu­ten- Stück »(K)ein Ap­fel für Schnee­witt­chen«. Die Pre­miere am 12. April rückt im­mer näher, aber die große Ner­vo­sität ist bei den 16 weib­li­chen Ak­teu­ren ei­gent­lich (noch?) nicht zu spüren. Im Ge­gen­teil: Es bleibt Zeit für Er­klärun­gen und neue Re­gie­an­wei­sun­gen, man lacht sich zwi­schen­zeit­lich noch mal schlapp, um dann die Szene noch­mals an­zu­ge­hen. »Du musst hin­term Vor­hang schon an­fan­gen zu trap­peln, da­mit die Zu­schauer hören, dass da gleich je­mand an­ge­rannt komm­t«, mahnt Steffi freund­lich aber be­stimmt, um gleich noch ein­mal er­staunt fest­zu­stel­len: »­Mo­ment, da fehlt noch ein Zwer­g!«

Die­ses Stück »(K)ein Ap­fel für Schnee­witt­chen« nach ei­ner Erzäh­lung von Wer­ner Schulte hat natür­lich et­was mit dem be­kann­ten Mär­chen von Schnee­witt­chen zu tun, aber es soll und wird eine ganz an­dere Wen­dung neh­men. »So ganz ein­ver­stan­den wa­ren wir mit dem vor­ge­leg­ten Ma­nu­skript nicht«, erzählt Steffi Su­lej­ma­ni. Zu­sam­men mit Alex­an­dra Kö­nig-Walsch und San­dra Jür­gens ha­ben sie das ein oder an­dere um­ge­schrie­ben und mit ei­ge­nen Ideen ge­genü­ber der Vor­lage ver­än­dert. »Da passte ei­ni­ges nicht so recht für diese Al­ters­grup­pe«, sagt Stef­fi. »A­ber das ha­ben wir ele­gant ab­ge­än­der­t.« Der Zu­schauer wird da­von nichts mit­be­kom­men, denn das Stück ist in sich nach wie vor ge­schlos­sen und ge­rade auch für die jun­gen Zu­schauer eine in­ter­essante Va­ri­ante zum Mär­chen. Da­bei kom­men alle Fi­gu­ren vor, die auch vom Mär­chen her be­kannt sind – außer, dass eben nicht al­les so läuft wie dort.

Kim­berly Bohlke (als Mär­chen­geist), Va­nessa Gehle (Ka­tha­ri­na), Kat­leen Büker (Tom), Va­le­rie Tin­tel (Mut­ter), Mona Je­schon­nek (Kö­ni­gin), Ja­nina Bi­e­ling (Prinz), Isa­bel Dett­mar (Jä­ger), Jas­min We­ber (Die­ner), Ai­leen Behde (Schnee­witt­chen), so­wie die Zwerge Esther Ra­hel Mo­lins­ki, Ma­rie The­res Klin­ge, Ali­cia Klin­ge, Ce­lina Simms, Wiebke Wer­ner, Anna Fa­rina La­nahardt und Isa­belle Brand – al­les Mäd­chen im Al­ter zwi­schen 7 und 14 Jah­ren, freuen sich schon auf den großen Auf­tritt. Mit Feuer und Flamme sind sie da­bei, text­si­cher sind sie schon jetzt alle – und wenn’s mal wirk­lich hakt: Die Re­gis­seu­rin­nen im Zu­schau­er­raum ru­fen schnell das Stich­wort und dann klapp­t’s schon wie­der.

Alle tra­gen be­reits ihre auf sie zu­ge­schnit­te­nen Kostüm, und die Sze­nen spie­len selbst­ver­ständ­lich jetzt auch im sehr auf­wän­dig und viel Liebe zum De­tail von Man­fred Buhr in be­währ­ter Ma­nier ge­bau­ten Büh­nen­bild – für den Nach­wuchs gibt sich die El­brinxer Dorf­bühne ge­nauso viel Mühe wie für die Er­wach­se­nen, die un­längst ihr be­geis­tert ge­fei­er­tes Er­folgs­stück »Frau­en­po­wer« zum letz­ten Mal spiel­ten.

Nun hat aber die Ju­gend­ab­tei­lung die Bühne in der Markt­scheune für sich und wird auch schon bei den Pro­ben na­hezu pro­fes­sio­nell un­ter­stützt. Wenn die An­wei­sun­gen von den Re­gis­seu­rin­nen kom­men, dann herrscht Dis­zi­plin, denn alle ha­ben es schon ka­piert: Nur wenn alle ihr Bes­tes ge­ben, dann wird auch die­ses Stück ein Er­folg.

Nach gut ei­ner hal­ben Stunde ist al­les ein­mal durch­ge­spielt – für alle ste­hen Ge­tränke be­reit. Und der Ter­min­ka­len­der wird ge­blät­tert: »Wann kön­nen wir noch mal pro­ben?« Das wird bis zum 12. April noch mehr­mals der Fall sein, aber dann geht’s nur noch um De­tails und al­les mal mit Be­leuch­tung und Ton­un­ter­stüt­zung.

Ei­nes sei aber schon jetzt ver­ra­ten: Auch bei »(K)ein Ap­fel für Schnee­witt­chen« wird wie­der das Gute sie­gen!

vom 05.04.2008 | Ausgabe-Nr. 14B

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