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Offensive gegen Dumpinglöhne beim Putzen

Der Zoll kontrolliert

Kreis Lip­pe. Der Zoll kon­trol­liert jetzt auch, ob in Ost­west­fa­len-Lippe »sau­ber ge­putz­t« wird. Die »­Fi­nanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit« des Haupt­zoll­am­tes Bie­le­feld hat es da­bei al­ler­dings we­ni­ger aufs blitz­blanke Put­zen ab­ge­se­hen. »Hier geht es um einen sau­be­ren Stun­den­lohn für die Rei­ni­gungs­kräfte im Kreis Lip­pe«, sagt Hein­rich Ech­ter­diek von der Ge­bäu­de­r­ei­ni­ger-Ge­werk­schaft IG BAU Ost­west­fa­len-Lip­pe. Bei sei­nen Be­triebs­kon­trol­len prüft der Zoll nach In­for­ma­tio­nen der IG

BAU jetzt zu­sätz­lich, ob in der Ge­bäu­de­r­ei­ni­gung der seit Juli gel­tende Min­dest­lohn ein­ge­hal­ten wird.

»Im Kreis Lippe darf keine Ge­bäu­de­r­ei­ni­ge­rin we­ni­ger als 7,87 Euro und kei­ner, der beim Fens­ter­put­zen Hand an­legt, un­ter 9,89 Euro pro Stunde ver­die­nen. Un­ter­neh­mer, die we­ni­ger zah­len, ver­stoßen ge­gen das Ge­setz«, so Ech­ter­diek. Je­der Ar­beit­ge­ber im Kreis Lippe müsse dar­auf ge­fasst sein, dass die »­Fi­nanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit« sei­nen Be­trieb jetzt streng prü­fen wer­de.

­Bei den Kon­trol­len könn­ten Büros, Al­ten­heime und Ho­tels un­ter die Lupe ge­nom­men wer­den, so die IG BAU Ost­west­fa­len-Lip­pe. »Nur da­durch lässt sich die Dum­ping­lohn­spi­rale stop­pen«, sagt der Be­zirks­ver­bands­vor­sit­zende der Ge­bäu­de­r­ei­ni­ger-Ge­werk­schaft, Hein­rich Ech­ter­diek. Ar­beit­ge­ber im Kreis Lip­pe, die den Min­dest­lohn nicht zahl­ten, gin­gen ein großes Ri­siko ein: »Es dro­hen hohe Geld­bußen; bei Lohn­wu­cher so­gar Frei­heits­s­tra­fen. Darü­ber hin­aus müs­sen Dum­ping­lohn-Be­triebe da­mit rech­nen, knall­hart von der Ver­gabe öf­fent­li­cher Auf­träge aus­ge­schlos­sen zu wer­den«, so Ech­ter­diek.

­Bei sei­nen Kon­trol­len wird das Haupt­zoll­amt Bie­le­feld die Be­schäf­ti­gungs­be­din­gun­gen der Rei­ni­gungs­kräfte in Ost­west­fa­len-Lippe ge­nau prü­fen: »Wir wer­den ein be­son­de­res Au­gen­merk dar­auf le­gen, ob der Min­dest­lohn ein­ge­hal­ten wird«, sagt der Spre­cher der »­Fi­nanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit«, Dr. Heinz Mi­chael Hor­st. Bei sei­nen Einsät­zen prüfe der Zoll ein brei­tes Spek­trum. Ins­be­son­dere achte er dar­auf, dass alle So­zi­al­ab­ga­ben ord­nungs­gemäß ab­ge­führt wür­den. Die »­Fi­nanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit« ar­beite da­bei in­ten­siv mit der Ge­bäu­de­r­ei­ni­ger-Ge­werk­schaft IG BAU im bun­des­wei­ten Bünd­nis ge­gen die or­ga­ni­sierte Schwarz­ar­beit zu­sam­men.

­Die IG BAU Ost­west­fa­len-Lippe bie­tet Rei­ni­gungs­kräf­ten bei Lohn­drü­cke­rei Hilfe per kos­ten­lo­ser Dum­ping­lohn-Hot­li­ne: 0800 44 22 802. Der Min­dest­lohn von 7,87 Euro sei das »un­terste Lohn­ni­veau«. Hein­rich Ech­ter­diek: »Fair ist für uns ein Ta­rif­lohn von 10 Euro pro Stun­de. Den soll­ten mit­tel­fris­tig alle Rei­ni­gungs­kräfte be­kom­men.«

vom 17.10.2007 | Ausgabe-Nr. 42A

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