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Deutsche Vernunft heiratet russische Seele

Russischer Generalkonsul Jewgenij Schmagin besucht die Alte Hansestadt

 

Lemgo (m­k). Für den rus­si­schen Ge­ne­ral­kon­sul Je­w­ge­nij Schma­gin aus Bonn war dies eine Reise in die ei­gene Ver­gan­gen­heit, mit­ten hin­ein in die Zeit des Kal­ten Krie­ges. Es war im Jahr 1980, als er als jun­ger so­wje­ti­scher Di­plo­mat erst­mals die Alte Han­se­stadt Lemgo be­such­te. "Es war mein ers­ter öf­fent­li­cher Auf­tritt da­mals", er­in­nerte sich Schma­gin jetzt an­läss­lich sei­nes zwei­ten Be­suchs in Lem­go, den er in Be­glei­tung ei­ner De­le­ga­tion aus dem Rat­haus un­ter Lei­tung von Bür­ger­meis­ter Dr. Rei­ner Aus­ter­mann der Lem­goer Firma Möl­ler Feu­er­fest­tech­nik ab­stat­te­te.

Der Her­stel­ler großer Ö­fen, zum Bei­spiel zur Ze­men­ther­stel­lung, un­ter­hält beste wirt­schaft­li­che Be­zie­hun­gen nach Russ­land. Im­mer­hin gin­gen in die­sem Jahr nach Aus­kunft des Ge­schäfts­füh­rers Klaus Röpke mehr als 25 Pro­zent der Lie­fe­run­gen des Un­ter­neh­mens in die Rus­si­sche Fö­de­ra­tion, wo man sehr ver­läss­li­che Part­ner vor­fin­de.

Ge­gen­stand der Ge­spräche zwi­schen Stadt­ver­wal­tung, Wirt­schafts­ver­tre­tern und dem Di­plo­ma­ten im Rang ei­nes be­voll­mäch­tig­ten Bot­schaf­ters war un­ter an­de­rem der kul­tu­relle Aus­tausch, der künf­tig un­ter an­de­rem mit dem Ver­ein "­Zu­sam­men­ar­beit mit Ost­eu­ro­pa" (Z­MO) in­ten­si­viert wer­den soll. Und natür­lich stan­den auch die wirt­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen zwi­schen Russ­land und Deutsch­land auf der Ta­ges­ord­nung.

­Doch noch ein­mal zurück ins Jahr 1980 und Schmag­ins Er­in­ne­run­gen an seine erste Lem­go­reise vor ü­ber 30 Jah­ren: "Da­mals gab es an der Volks­hoch­schule in Lemgo einen Ost-West-Ar­beits­kreis, wo es um Be­geg­nung und Ver­stän­di­gung ging. Das war schon eine At­trak­tion in da­ma­li­gen Zei­ten." Und so habe er in ei­ner VHS-Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung zahl­rei­che Fra­gen zur po­li­ti­schen Si­tua­tion aus so­wje­ti­scher Sicht be­ant­wor­tet – in da­mals wohl eher schlech­tem Deutsch, "a­ber ich hatte das Ge­fühl, ich wurde ver­stan­den. Und so hat auch die Lem­goer VHS dazu bei­ge­tra­gen, Miss­ver­ständ­nisse zwi­schen Ost und West ab­zu­bau­en. Viel­leicht war das nur ein ganz klei­ner Trop­fen, aber alle Fäs­ser sind mit vie­len Trop­fen ge­füll­t", so Schma­gin, der sich an­läss­lich sei­nes Be­suchs auch ins Gol­dene Buch der Stadt ein­tra­gen durf­te.

­Man sei ak­tu­ell in sei­nem Hei­mat­land sehr bemüht, büro­kra­ti­sche Hemm­nisse aus der Ver­gan­gen­heit ab­zu­bau­en. Russ­land stehe noch mit ei­nem Bein in der Ver­gan­gen­heit, doch man sei nun ein frei­es, de­mo­kra­ti­sches Land. Die Fläche Russ­lands, die 50 mal so groß sei wie Deutsch­land, sei viel­leicht noch eine Er­klärung für ei­nige Din­ge, so Schma­gin viel­sa­gend. Doch man hoffe nun, mit der Hilfe deut­scher Un­ter­neh­men im Rah­men ei­ner "­Mo­der­ni­sie­rungs­part­ner­schaft" auf einen Le­bens­stan­dard hin­zu­ar­bei­ten, wie es ihn in Deutsch­land gibt – ge­treu dem Motto "Wenn deut­sche Ver­nunft die rus­si­sche Seele hei­ra­tet".

Zwar habe China just in die­sem Jahr Deutsch­land als Russ­lands wirt­schaft­li­chen Part­ner Num­mer eins ab­ge­löst. "A­ber men­ta­litäts­mäßig sind wir Eu­ropäer und wer­den es im­mer sein. Und qua­litäts­mäßig sind Sie natür­lich im­mer die Num­mer eins, auch dank solch wun­der­ba­rer, kräf­ti­ger Un­ter­neh­mer, wie die Firma Möl­ler", so Schma­gin ab­sch­ließend.

vom 25.12.2013 | Ausgabe-Nr. 52A

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