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"Der Tod hat einen Namen"

Junger Produzent plant Film über den Hexenbürgermeister

Lemgo (ur). Was gibt es Span­nen­de­res, als den Na­men sei­nes Wohn­or­tes in ei­nem Film ver­ewigt zu se­hen? Das dachte sich auch der 1982 in Her­ford ge­bo­rene Film­pro­du­zent To­bias Le­ve­ring­haus, des­sen El­tern seit vie­len Jah­ren in Lemgo le­ben. Da­her plant er, im Früh­jahr 2013 einen auf­wän­di­gen Kurz­film ü­ber den He­xen­bür­ger­meis­ter von Lemgo an Ori­gi­nal­schau­plät­zen zu dre­hen.

Die Ver­fil­mung soll sich wei­test­ge­hend an al­ten, noch heute vor­han­de­nen Lem­goer Ge­bäu­den ori­en­tie­ren. Ei­ner der am häu­figs­ten auf­tau­chen­den Schau­plätze in "­Der He­xen­rich­ter" ist das He­xen­bür­ger­meis­ter­haus. Auch der Markt­platz Lem­gos soll ein Schau­platz des Films sein.

­Der Film ba­siert auf dem gleich­na­mi­gen Co­mic von Luisa Preiss­ler. Ge­bo­ren 1989 in Bie­le­feld, hat sie 2011 er­folg­reich ihr Stu­dium im Be­reich Me­di­en­pro­duk­tion ab­ge­schlos­sen und ar­bei­tet seit­dem als frei­be­ruf­li­che Il­lus­tra­to­rin für den pro­fes­sio­nel­len Co­mic- und Rol­len­spiel­markt. Ihre zwölf­sei­tige Kurz­ge­schichte "­Der He­xen­rich­ter" ent­stand als Ba­che­lor­ar­beit an der Hoch­schule Ost­west­fa­len-Lippe in Lem­go. Le­ve­ring­haus ent­deckte den Co­mic Mitte 2012 in Köln und ließ sich in sei­nen Bann zie­hen.

­Bei der Vor­lage han­delt es sich um eine fik­tive Ge­schich­te, die aber Be­zug zur Rea­lität hat, und so un­ter dem Motto "­Der Tod hat einen Na­men" die Ver­gan­gen­heit zurück in die Ge­gen­wart holt: Die Ge­schichte spielt 1682, als die Stadt Lemgo dem He­xen­wahn ver­fal­len ist. Nie­mand ist mehr si­cher vor dem Schei­ter­hau­fen. Wer als Hexe "er­kannt" wird , ist des To­des. Es re­gie­ren In­tri­gen, Will­kür und Grau­sam­keit. Der He­xen­bür­ger­meis­ter Her­mann Coth­mann herrscht ü­ber die Stadt und sein Ter­ror­re­gime nährt sich von der Angst der Bür­ger. Ein herz­lo­ser Men­sch, der ab­so­lute Macht hat ü­ber Le­ben und Tod. Doch al­les scheint sich zu än­dern, als er eine junge hüb­sche Haus­häl­te­rin ein­stellt und sein Re­gime des Feu­ers ins Wan­ken gerät.

To­bias Le­ve­ring­haus ent­wi­ckelte ge­mein­sam mit Luisa Preiß­ler das Dreh­buch zum "He­xen­rich­ter"-Film, der un­ter 30 Mi­nu­ten blei­ben muss, um ent­spre­chend bei ver­schie­de­nen Film­fes­ti­vals ein­ge­reicht wer­den zu kön­nen. Neun Dreh­tage sind hier­für an­vi­siert.

"Wir be­ab­sich­ti­gen, einen an­spruchs­vol­len Kurz­spiel­film zu dre­hen", so To­bias Le­ve­ring­haus. "­Die Stadt ist lei­der noch ein biss­chen skep­tisch, was das an­be­trifft. Mit Si­cher­heit wird es nichts mit ‚­Sex und Cri­me‘ zu tun ha­ben. Viel­mehr wird die Kern­frage des Films sein, ob es ei­nem Ein­zel­nen mög­lich ist, ein dik­ta­to­ri­sches Re­gime zu stür­zen." Ein ehr­gei­zi­ges Un­ter­fan­gen, be­denkt man, dass man nur 30 Mi­nu­ten Zeit hat, um diese Frage im Film zu poin­tie­ren.

Le­ve­ring­haus ist der­zeit als Ju­nior Pro­du­cer bei "Eye­works Fic­tion und Fil­m" für die ZDF-Reihe "Wils­ber­g" tätig. Den He­xen­rich­ter nahm er zum An­lass, seine Pro­duk­ti­ons­firma "­So­da­was­ser Pro­duc­ti­ons­" zu grün­den. Ak­tu­ell sei die Rea­li­sie­rung des Films auf­grund feh­len­der Fi­nan­zen ins Sto­cken ge­ra­ten, er­klärte der junge Fil­me­ma­cher jetzt im Ge­spräch mit Lippe ak­tu­ell. Da­her hofft er auf die Mit­hilfe der Lem­goer Be­völ­ke­rung. Um das auf­wän­dig ge­stal­tete Pro­jekt um­zu­set­zen, wer­den noch Mit­tel für Kostü­me, Ku­lis­sen, Ef­fekte und pro­fes­sio­nelle Schau­spie­ler benötigt. Als Dan­ke­schön für die Un­ter­stüt­zung ver­spricht Le­ve­ring­haus si­gnierte DVDs, Kom­par­sen­rol­len, Tickets für die Pre­mie­re, Nen­nun­gen im Ab­spann und vie­les mehr.

Bis zum 28. Ja­nuar müs­sen dem Pro­du­zen­ten zu­folge ü­ber die Crowd­fun­ding-Platt­form "­start­nex­t.­de/he­xen­rich­ter" ins­ge­samt 5.000 Euro ge­sam­melt wer­den. Gut die Hälfte fehle noch, um dann mit die­sem Grund­bud­get eine wei­tere För­de­rung er­hal­ten zu kön­nen. Aber dann könne es los­ge­hen, so Le­ve­ring­haus ab­sch­ließend.

vom 15.12.2012 | Ausgabe-Nr. 50B

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