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Landmarke aus Dornröschenschlaf erweckt

Heimatfreunde Wüsten bergen verschollenen alten Lippischen Grenzstein von 1860

 

Bad Sal­zu­flen-Wüs­ten (da). Rund 1,20 Me­ter hoch und ge­schätzte 250 Kilo schwer ist der alte Grenz­stein Nr. 46, den die Hei­mat­freunde Wüs­ten jetzt mühe­voll auf ih­rer Sack­karre ab­trans­por­tier­ten. Sie hat­ten ihn aus ei­nem Pri­vat­gar­ten in der Wal­de­mei­ne­straße ge­bor­gen, wo er viele Jahre kaum sicht­bar un­ter Tan­nen ge­le­gen hat­te. Seit dem Jahre 1860 stand er nordöst­lich von Peh­len auf ei­nem Acker des ehe­ma­li­gen Ho­fes Schuck­mann und zeigte die Lan­des­grenze zwi­schen Lippe und Preußen an. Jahr­zehn­te­lang galt diese Land­marke je­doch als ver­schol­len und war in den Kar­ten als "­feh­len­d" ge­kenn­zeich­net.

In den 1970er Jah­ren wur­den die dor­ti­gen land­wirt­schaft­li­chen Flächen zwi­schen Val­dorf und Wüs­ten zu­sam­men­ge­legt. "Da­durch wa­ren drei Grenz­steine bei der Feld­ar­beit im Wege und wur­den, wie da­mals üb­lich, ent­fernt und zunächst auf dem Hof ge­la­gert. In den 1980er Jah­ren ist Stein Nr. 46 auf Um­we­gen in die Wal­de­mei­ne­straße ge­lang­t", be­rich­tet der Vor­sit­zende der Hei­mat­freun­de, Klaus Pum­pen­mei­er. Als der Stein nun wie­der­ent­deckt wur­de, nahm der Ver­ein so­fort Kon­takt zu den Nach­kom­men des Haus­be­sit­zers auf, um den al­ten zu­ge­wach­se­nen Grenz­stein aus sei­nem Dorn­rö­schen­schlaf un­ter den sta­che­li­gen Tan­nen­zwei­gen zu er­we­cken. Be­ab­sich­tigt ist nun, den Stein an his­to­ri­sche Stelle wie­der zu neuen Eh­ren kom­men zu las­sen. Wo ge­nau, muss noch mit dem heu­ti­gen Ei­gentü­mern des Ho­fes Schuck­mann, der Fa­mi­lie Schaf­meis­ter, ab­ge­spro­chen wer­den, da­mit er nicht wie­der die Feld­ma­schi­nen be­hin­dert. "­Ver­mut­lich ist der na­he­ge­le­gene Schweins­hof der ge­eig­nete Stand­ort", so Pum­pen­mei­er. Dann soll der an­sehn­li­che Stein je­doch dieb­stahl­si­cher ein­be­to­niert wer­den. Den Kalksand­stein ziert auf der hie­si­gen Seite die Lip­pi­sche Rose und das Auf­stell­jahr 1860. Auf der preußi­schen Seite ist der bran­den­bur­gi­sche Ad­ler ein­ge­schla­gen.

Ab 1536 stan­den ent­lang der 21 Ki­lo­me­ter lan­gen Grenze zur Graf­schaft Ra­vens­berg einst ins­ge­samt 78 der­ar­ti­ger stei­nerne Mar­kie­run­gen, von der Mün­dung der Kalle in die We­ser bei Er­der bis zum Lan­des­ho­heits­stein Sal­zu­flen/Her­ford am Obern­berg. "­Der­zeit er­stel­len wir eine Bro­schüre, in der an­hand al­ten Kar­ten­ma­te­ri­als und wis­sen­der Leute die ge­nauen Stand­orte auf­ge­zeigt wer­den", teilte Pum­pen­meier mit. Dank der Hei­mat­freunde Wüs­ten kann der Grenz­stein Nr. 46 in den Kar­ten nun wie­der als "vor­han­den" ein­ge­tra­gen wer­den.

vom 31.10.2012 | Ausgabe-Nr. 44A

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