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Die erste Chronik Helpups ist fertig

Umfassendes Werk zur Geschichte seines Heimatortes

 

Oer­ling­hau­sen-Hel­pup (k­d). Sven Hö­ger­mann hat eine Lü­cke ge­schlos­sen. Auf 296 Sei­ten hat der Hel­pu­per die erste Chro­nik sei­nes Hei­mator­tes vor­ge­legt. So­eben ist "Hel­pup – und sie rie­fen help up" als ge­bun­de­nes Werk er­schie­nen. Rund sechs Jahre lang hat der Hob­by­his­to­ri­ker in Ar­chi­ven ge­forscht und Ge­spräche ge­führ­t.

"Ich spüre schon eine große Er­leich­te­rung, dass die Ar­beit jetzt ab­ge­schlos­sen ist", meinte der 34-jäh­rige Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te. "Es hat mir Spaß ge­macht, die Texte zu schrei­ben und die Leute zu be­fra­gen, auch wenn es recht müh­sam war, die In­for­ma­tio­nen zu­sam­men­zu­su­chen." Mit ei­nem der ers­ten ge­druck­ten Ex­em­plare in der Hand stellte er fest: "­Meine große Neu­gier ist vor­erst be­frie­dig­t."

­Ge­schichte hat den Hel­pu­per schon im­mer in­ter­es­siert. Ein­ge­hend hat er sich zunächst mit der ei­ge­nen Fa­mi­lie be­fasst. So konnte er 390 Jahre zurück­ver­fol­gen und hat "nur für den Haus­ge­brauch" eine Fa­mi­li­en­chro­nik ver­fasst. Die Hö­ger­manns wa­ren eng mit Hel­pup ver­bun­den und früher in der Land­wirt­schaft, als Zieg­ler und Händ­ler tätig. Sven Hö­ger­mann fand her­aus: "Ein Ur­ur­großva­ter war so­gar Grün­dungs­mit­glied des Turn­ver­eins und zu­gleich ers­ter Feu­er­wehr­haupt­mann." Außer­dem stellte er fest,dass die ei­gene Fa­mi­lie mit vie­len Alt­ein­ge­ses­se­nen im Ort ver­wandt ist. Die In­for­ma­tio­nen musste er sich müh­sam be­schaf­fen. "Es gibt zwar die Chro­nik Oer­ling­hau­sens von Au­gust Reu­ter, sie be­zieht sich aber nicht auf die Orts­tei­le", sagte er. Die Ent­schei­dung, selbst ü­ber die Ent­wick­lung Hel­pups zu schrei­ben, er­gab sich dann fast zwangs­läu­fig.

­Ne­ben Ak­ten, Ur­kun­den, hand­schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen und an­de­ren schrift­li­chen Quel­len stützte sich Sven Hö­ger­mann vor al­lem auf per­sön­li­che Er­in­ne­run­gen von Zeit­zeu­gen. Auch wenn dies nicht im­mer ein­fach war. "Lip­per kön­nen ja schön stur sein", meinte der Au­tor. Um die Ge­spräche führen zu kön­nen, musste er auch schon mal sei­nen Großva­ter als Ver­mitt­ler ein­span­nen.

Es ist ein leicht les­ba­res und ver­ständ­li­ches Werk ent­stan­den. Aus­führ­lich wer­den die früher selbst­stän­di­gen Ge­mein­den Währen­trup, Wel­len­trup und Ma­cken­bruch be­schrie­ben. Vor 55 Jah­ren, am 1. April 1957, sind sie zur po­li­ti­schen Ge­meinde Hel­pup ver­schmol­zen. Die al­ten Höfe und Haus­stät­ten wer­den ebenso vor­ge­stellt wie die Ge­schichte der evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­chen­ge­mein­de, der Ver­ei­ne, In­sti­tu­tio­nen und Fir­men. Hö­ger­mann er­in­nert un­ter an­de­rem an den Krie­ger­ver­ein, der nach dem ers­ten Welt­krieg ent­stand, an den Schüt­zen­ver­ein und an den Zieg­ler­ver­ein.

Aus­führ­lich geht der Au­tor auf den Orts­na­men ein. Das der alte Krug früher "Hel­pup" ge­nannt wur­de, spielt er für die Orts­ge­schichte eine wich­tige Rol­le. Hö­ger­mann be­zwei­felt je­doch, dass er be­reits seit 1596 exis­tiert, auch wenn die­ses Grün­dungs­jahr in der Hei­mat­li­te­ra­tur im­mer wie­der ge­nannt wird. Erst 1640, in der Zeit des Dreißig­jäh­ri­gen Krie­ges, werde der erste Krü­ger Hel­pup ge­nannt. Der Au­tor be­ruft sich da­bei auf den His­to­ri­ker Ro­land Linde aus Müns­ter, der ihn bei der Ab­fas­sung der Chro­nik be­ra­ten und die An­ga­ben auf ihre Rich­tig­keit ge­prüft hat. Linde hat ach einen Bei­trag zur Orts­ge­schichte von Wel­len­trup bei­ge­steu­ert. Wei­tere Ka­pi­tel ü­ber Währen­trup stam­men von Tho­mas Pusch, Heinz-Adolf Bo­kel stellt die Ge­schichte des Dorf­fes­tes und das Mit­tei­lungs­blatt "Hel­pup" dar. An­drej Rem­pel geht auf die 1999 ge­grün­dete Men­no­ni­ten-Brü­der­ge­meinde ein. Der Hei­mat­for­scher Wer­ner Höltke lie­ferte Fo­tos und Da­ten.

Das Buch ist im Ver­lag tre­di­tion, Ham­burg, er­schie­nen und kann ü­ber den Buch­han­del zum Preis von 25,90 Euro be­stellt wer­den.

vom 27.10.2012 | Ausgabe-Nr. 43B

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