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Gitarren-Klangzauber

Konzert mit Hein Brüggen

 

Schwa­len­berg (la/­lig). Kaum ein an­de­res In­stru­ment be­sitzt ein so brei­tes Spek­trum an Klang­far­ben wie die Gi­tar­re. Zwar sind es nur sechs Sai­ten, die ü­ber ei­nem Re­so­nanz­kör­per zum Schwin­gen ge­bracht wer­den, aber hier kommt es auf die spe­zi­elle Bau­art des In­stru­ments an und ins­be­son­dere auf die vir­tuose Spiel­weise des Gi­tar­ris­ten. Hein Brüg­gen prä­sen­tiert am Sonn­tag, 2. Sep­tem­ber ab 17 Uhr in der evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­che in Schwa­len­berg, auf sei­ner spa­ni­schen Meis­ter­gi­tarre einen großen Bo­gen der Gi­tar­ren­mu­si­k.

­Den ers­ten Teil des Kon­zerts ist ge­prägt von ro­man­ti­schen Gi­tar­ren­kom­po­si­tio­nen und klas­si­schen Tei­len. Die Klas­sik wird re­prä­sen­tiert durch den Spa­nier Fer­n­ando Sor, den be­deu­ten­den Kom­po­nis­ten und Gi­tar­ris­ten, der in sei­nem Land zu ei­nem ähn­lich ho­hen An­se­hen ge­lang­te, wie in Deutsch­land Mo­zart oder Beetho­ven.

We­sent­lich be­stimmt durch eu­ropäi­sche Mu­sik­tra­di­tio­nen, aber auch durch ei­gene folk­lo­ris­ti­sche Ele­men­te, ent­stand etwa seit der Mitte des letz­ten Jahr­hun­derts in Spa­nien eine große Zahl ro­man­ti­scher Gi­tar­ren­kom­po­si­tio­nen. Fran­cisco Tàr­re­ga, Isaak Al­be­niz und Fe­de­rico Mo­reno Tor­roba gel­ten als her­aus­ra­gende Re­prä­sen­tan­ten die­ser Epo­che.

­Der zweite Teil des Kon­zerts ist der Mu­sik des 20. und 21. Jahr­hun­derts ge­wid­met. Im Mit­tel­punkt ste­hen Kom­po­si­tio­nen An­to­nio Car­los Jo­bims, bei de­nen die enge Be­zie­hung zwi­schen der Mu­sik Spa­ni­ens und La­tein­ame­ri­kas be­son­ders deut­lich wird. Jazz-Stü­cke ver­schie­de­ner Stil­rich­tun­gen, vor al­lem La­tin und Swing, bil­den einen wei­te­ren Kon­trast in­ner­halb des Pro­gramms. Die meis­ten Werke sind Jazz-Stan­dards, ur­sprüng­lich für größere Be­set­zung ge­schrie­ben und für So­lo­gi­tarre be­ar­bei­tet. Sie las­sen genü­gend Raum zur im­pro­vi­sa­to­ri­schen Wei­ter­ver­ar­bei­tung des je­wei­li­gen The­mas. In den Be­reich des Jazz gehören auch die meis­ten von Hein Brüg­gens ei­ge­nen Kom­po­si­tio­nen.

Hein Brüg­gen stieß im Al­ter von 13 Jah­ren durch Zu­fall auf eine Schall­platte Char­lie Byrds, ei­nes ame­ri­ka­ni­schen Jaz­z­gi­tar­ris­ten mit klas­si­scher Spiel­tech­nik. Byrd wurde zum wich­tigs­ten Vor­bild. An­dere prä­gende Jazz­mu­si­ker wa­ren Bar­ney Kes­sel, Wes Mont­go­mery und Joe Pass, aber auch klas­si­sche Gi­tar­ris­ten, ins­be­son­dere Andres Se­go­via und Nar­ciso Ye­pes. Im Laufe der Zeit ent­wi­ckelte Brüg­gen sei­nen ei­ge­nen Stil, so­wohl als klas­si­scher als auch als Jaz­z­gi­tar­rist.

vom 29.08.2012 | Ausgabe-Nr. 35A

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