LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Horn-Bad Meinberg

"Nackter Wahnsinn" auf der Bühne

Gelungener Saisonauftakt in Bellenberg

 

Bel­len­berg. Ein Thea­ter­stück ü­ber ein Thea­ter­stück, eine Bühne auf der Büh­ne, Schau­spie­ler, die Schau­spie­ler dar­stel­len: Bei der Pre­miere der Komö­die "­Der nackte Wahn­sinn", in­sze­niert von Chris­tine Fe­der­schmid, ge­lang es dem En­sem­ble der Frei­licht­bühne Bel­len­berg, dies ge­schickt um­zu­set­zen und den ro­ten Fa­den in dem Ver­wirr­stück ge­konnt zu spin­nen. In drei Ak­ten zeig­ten die Schau­spie­ler ein tem­po­rei­ches Schau­spiel vol­ler Poin­ten. Die Zu­schauer zoll­ten dem En­sem­ble mit Stan­ding Ova­ti­ons und Ap­plaus Re­spekt für den ge­lun­ge­nen Sai­son­start. In "­Der nackte Wahn­sinn" rei­hen sich Miss­ver­ständ­nis­se, Ei­fer­sucht, Lei­den­schaft und böse In­tri­gen an­ein­an­der und las­sen die Lach­mus­keln nicht zur Ruhe kom­men. Rein und raus, Treppe auf und ab, Tür auf, Tür zu: Das Ti­ming der Bel­len­ber­ger Dar­stel­ler saß punkt­genau, wenn sie bestän­dig die Po­si­tio­nen und die Eta­gen auf der Bühne wech­sel­ten und so die Zu­schauer in ih­ren Bann zo­gen. Schon im ers­ten Akt des Stückes wurde deut­lich, dass die "Schau­spie­ler" vor der Pre­miere des Stückes "Spaß muss sein" mäch­tig un­ter Druck ste­hen. Letzte Fra­gen soll­ten längst ge­klärt sein und doch weiß noch kei­ner so recht, was er zu tun hat. Re­gis­seur Da­niel (ge­spielt von Ke­vin Nol­ting) ver­sucht alle Mit­spie­ler bei der Stange zu hal­ten, auch wenn die Dar­stel­le­rin der Haus­häl­te­rin Frau Frie­de­mann (Anna Kai­ser) kon­se­quent ver­gisst, wo­hin sie mit den Re­qui­si­ten soll. In­spi­zi­en­tin Kar­lotta (Sa­bine Win­kel­mann) be­fin­det sich im emo­tio­na­len Aus­nah­me­zu­stand und Tim, der Büh­nen­bau­er, (Mar­cel Mei­er) stol­pert ü­ber­mü­det von ei­ner Ecke in die nächs­te. Ob die Dar­stel­ler des Ehe­paars Rabe (Da­niela Wie­neke und Lu­kas Holl­mi­chel), das sich auf der Flucht vor sei­nen Steu­er­schul­den be­fin­det, Lutz (A­xel Wie­ne­ke) der einen ori­en­tie­rungs­lo­sen Ein­bre­cher spielt, oder die des tur­teln­den Pär­chens Jas­per und Vicki (Marco Plate und Ka­tha­rina Rei­mer) auf der Su­che nach ei­nem ge­eig­ne­ten Plätz­chen für ein Stell­dich­ein – sie alle tra­gen mit ih­ren pri­va­ten emo­tio­na­len Ver­flech­tun­gen dazu bei, dass das Chaos auf und hin­ter der Bühne im­mer größer wird. Wird im ers­ten Akt die Ge­ne­ral­probe des Thea­ter­stückes "Spaß muss sein" auf der Bühne dar­ge­stellt, wech­selt im zwei­ten Akt die Per­spek­tive und der Zu­schauer kann an dem teil­neh­men, was während der Auf­führung hin­ter den Ku­lis­sen ge­schieht. Mit nur we­ni­gen Hand­grif­fen wird da­bei das Büh­nen­bild von den Ak­teu­ren ver­wan­delt. Aus­ge­klü­gelte Dre­h­ele­mente hel­fen dem Be­trach­ter, den Blick­win­kel zu ver­än­dern. Im drit­ten Akt schließ­lich neh­men die Zu­schauer an der letz­ten Vor­führung des Stückes teil, wo sich dann bestän­dig die Frage stellt, was gehört hier ei­gent­lich auf die Bühne und was da­hin­ter?

Wei­tere In­for­ma­tio­nen und Spiel­ter­mine gibt es un­ter ww­w.frei­licht­buehne-bel­len­ber­g.de im In­ter­net.

vom 30.05.2012 | Ausgabe-Nr. 22A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten