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Polizei stellt Kriminalstatistik 2007 in Lippe vor

»In vielen Bereichen heile Welt«

Kreis (go). Die Kri­mi­na­lität im Kreis Lippe ist 2007 leicht zurück­ge­gan­gen. Mit 17.635 Straf­ta­ten wur­den 130 Straf­ta­ten we­ni­ger be­gan­gen als im Vor­jahr. Ob­wohl das nur ein Mi­nus von 0,7 Pro­zent be­deu­tet, hat Lippe mit 4.910 Straf­ta­ten pro 100.000 Ein­woh­nern die zweigüns­tigste Kri­mi­na­litäts­be­las­tung in Nord­rhein-West­fa­len. An­fang der 80er Jahre wa­ren in Lippe pro 100.000 Ein­woh­nern 5.508 Straf­ta­ten zu ver­zeich­nen.

Von den 17.635 Straf­ta­ten konn­ten 10.698 auf­ge­klärt wer­den Das ist mehr als jede zweite Tat. Mit die­ser Auf­klärungs­quote von 60,66 Pro­zent konnte die Po­li­zei den Spit­zen­wert des Vor­jah­res von 60,23 Pro­zent so­gar noch leicht stei­gern.

Nach De­lik­ten ge­glie­dert, wa­ren Rück­gänge bei Diebstählen, Wo­hungs­ein­brüchen so­wie bei Be­trugs­straf­ta­ten im In­ter­net zu be­ob­ach­ten. Kri­mi­nal­haupt­kom­missar Klaus Be­cker sag­te, vor al­lem die Ein­bruchs­diebstähle hät­ten um knapp 15 Pro­zent ab­ge­nom­men. Auch die Woh­nungs­ein­brüche seien um 9,1 Pro­zent zurück ge­gan­gen. Das sei der nied­rigste Wert, der je­mals in Lippe ver­zeich­net wor­den ist. Zu­dem sei in vie­len Fäl­len ein Ein­bruch schon an den gu­ten Si­che­rungs­maß­nah­men an den Häu­sern ge­schei­tert. Wie­derum war es so, dass mit 50 Fäl­len in Det­mold die meis­ten Ein­brüche in Woh­nun­gen ver­übt wor­den sind, ge­folgt von Bad Sal­zu­flen (48), Lemgo (40) und Lage (16). Die Be­trugs­straf­ta­ten im In­ter­net ha­ben sich ge­genü­ber 2006 fast hal­biert. Be­cker schob diese er­freu­li­che Tat­sa­che auf Auf­klärungs­kam­pa­gnen und die vor­beu­gende Wir­kung von Me­dien­be­rich­ten ü­ber der­ar­tige Ta­ten.

Zu­ge­nom­men ha­ben da­ge­gen Ver­mö­gens- und Fäl­schungs­straf­ta­ten so­wie Roh­heits­de­lik­te, das heißt Straf­ta­ten, bei de­nen Ge­walt aus­geübt wor­den ist. Seit den 90er Jah­ren ist der An­teil der Ge­walt­straf­ta­ten an der Ge­samt­kri­mi­na­lität stän­dig an­ge­stie­gen. Ins­ge­samt ist die Zahl der Kör­per­ver­let­zun­gen um 38 Fälle auf 1.334 Ta­ten im Jahr 2007 an­ge­stie­gen. Als Grund für die ho­hen Fall­zah­len nannte Be­cker die deut­li­che Auf­hel­lung des bis­he­ri­gen Dun­kel­fel­des. Durch die er­höhte An­zei­ge­be­reit­schaft, sei die Po­li­zei auf viel mehr Fälle auf­merk­sam ge­macht wor­den, als dies früher der Fall ge­we­sen wäre.

Von den 2007 er­mit­tel­ten Tat­ver­däch­ti­gen wa­ren 14,5 Pro­zent Aus­län­der und 85,5 Pro­zent deut­sche Tat­ver­däch­ti­ge. Auf­fal­lend ist, dass 31,8 Pro­zent der er­mit­tel­ten Tat­ver­däch­ti­gen un­ter 21 Jahre alt wa­ren. Da­mit liegt die An­zahl von 2.113 Jung­tätern um 43 Per­so­nen ü­ber dem Ni­veau von 2006. 34 Pro­zent al­ler Tat­ver­däch­ti­gen von acht bis 21 Jah­ren hät­ten in­ner­halb ei­nes Jah­res mehr als eine Straf­tat be­gan­gen, sechs Pro­zent so­gar mehr als fünf Straf­ta­ten. Die kleine Gruppe der ju­gend­li­chen In­ten­siv­täter (129 Per­so­nen) sei für 1.374 Ta­ten ver­ant­wort­lich. In die­sem Zu­sam­men­hang be­währte sich wie­der der Satz, dass eine gute So­zi­al­po­li­tik auch die beste Kri­mi­nal­po­li­tik ist. »Wir müs­sen den An­fän­gen weh­ren« sagte Po­li­zei­di­rek­tor Hein­rich Spruth und machte deut­lich, dass eine gute und noch in­ten­si­vere Zu­sam­men­ar­beit der Po­li­zei mit Schu­len, Ju­gend­äm­tern und Ju­gend­staats­an­walt­schaf­ten un­er­läß­lich ist. Sein Fa­zit zur Kri­mi­nal­sta­tis­tik 2007 lau­te­te: »Lippe ist in vie­len Be­rei­chen heile Welt.«

vom 05.03.2008 | Ausgabe-Nr. 10A

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