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Vortrag und Diskussion mit Seyran Ates

War Multikulti ein Irrtum?

Det­mold. Auf Ein­la­dung der VHS, der Gleich­stel­lungs­stelle der Stadt Det­mold und des Bünd­nis­ses für Zi­vil­cou­rage und To­le­ranz kommt Sey­ran Ates, Rechts­an­wäl­tin und ent­schie­dene Kri­ti­ke­rin der bis­he­ri­gen Ein­wan­de­rungs­po­li­tik, am 12. März nach Det­mold. »­Der Mul­ti­kulti-Irr­tum oder wie wir in Deutsch­land bes­ser zu­sam­men­le­ben kön­nen« ist der Ti­tel ih­res Bu­ches, aus dem sie vor­trägt. Die Ver­an­stal­tung be­ginnt um 19.30 Uhr in der Aula der al­ten Schule am Wall. »Mul­ti­kul­ti, so wie es bis­her ge­lebt wur­de, ist or­ga­ni­sierte Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit«, so Sey­ran Ates, Toch­ter von Mi­gran­ten der ers­ten Ge­ne­ra­tion. In ih­rem Buch führt sie aus, wie eine als To­le­ranz ver­klei­dete Gleich­gül­tig­keit zu Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten, Get­toi­sie­rung und Ge­walt ge­führt ha­ben. Und sie be­schreibt, wie es ge­lin­gen kann, Mi­gran­tin­nen und Mi­gran­ten lang­fris­tig in un­sere Ge­sell­schaft ein­zu­bin­den. »­Gen­auso we­nig wie De­mo­kra­tie funk­tio­nie­ren kann, wenn Frauen un­ter­drückt wer­den, kann In­te­gra­tion ge­lin­gen, wenn Frauen ein gleich­be­rech­tig­tes Le­ben führen«, so die en­ga­gierte Deutschtür­kin »Wer in Deutsch­land lebt, muss sich an die Werte un­se­rer Ge­sell­schaft hal­ten. Nur so kann Deutsch­land ein Ein­wan­de­rungs­land im bes­ten Sinne wer­den.« »Trotz ih­rer ei­ge­nen mas­si­ven Be­dro­hung lässt sie sich nicht ent­mu­ti­gen und macht da­mit auch an­de­ren Mut, sich für ein fried­li­ches und re­spekt­vol­les Zu­sam­men­le­ben der Ein­hei­mi­schen und der Mi­gran­ten ein­zu­set­zen. Und sie zeigt Wege auf, wie ein sol­ches Zu­sam­men­le­ben ge­lin­gen kann. Das war für uns ein wich­ti­ger Grund, sie nach Det­mold ein­zu­la­den«, so Dr. Bir­git Meyer-Eh­lert, Lei­te­rin der VHS.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Grund ist – so Re­gina Ho­meyer, Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte der Stad Det­mold –, dass Sey­ran Ates ent­schie­den ge­gen Zwangs­hei­rat, Eh­ren­morde und für Frau­en­rechte kämpfe und sie da­her rea­litäts­nah er­klären kön­ne, warum In­te­gra­ti­ons­po­li­tik welt­weit und vor Ort nur ge­lin­ge, wenn sie sich an der Frau­en­frage ori­en­tie­re.

Kar­ten für die Ver­an­stal­tung sind er­hält­lich in der VHS in der Krum­men Straße er­hält­lich.

vom 05.03.2008 | Ausgabe-Nr. 10A

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