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Schwering & Hasse-Stiftung legt Bilanz erfolgreicher Projektförderungen vor

Stiftung hilft da, wo Bürger mitmachen

Lügde (af­k). So ganz neu sind Stif­tun­gen des Lüg­der Un­ter­neh­mens Schwe­ring & Hasse nicht: Aus An­lass des da­mals 50-jäh­ri­gen Be­ste­hens wur­den 1908 zu­guns­ten von Kran­ken und Ar­men der Stadt für die Fa­brik­kran­ken­kasse so­wie für den Bau ei­ner Kin­der­be­wahr­schule 50.000 Mark für eine erste Stif­tung zur Ver­fü­gung ge­stellt. Zehn Jahre später stat­tete die Ur­großmut­ter des heu­ti­gen ge­schäfts­führen­den Ge­sell­schaf­ters, Ernst-Mi­chael Has­se, im Ge­den­ken an ih­ren ge­fal­le­nen Sohn aus ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen die Stif­tung mit 25.000 Mark aus. Seit Ja­nuar 2006 en­ga­giert sich das führen­des Un­ter­neh­men der Kup­fer­lack­draht-Her­stel­lung in Eu­ropa nun mit ei­ner Stif­tung, de­ren Ka­pi­tal in­zwi­schen bei 400.000 Euro (2006: 250.000 Eu­ro) liegt, für Bür­ger­pro­jekte in ih­rer Hei­mat­stadt Lüg­de. 2007 för­derte diese Stif­tung Pro­jekte mit rund 32.000 Euro – Pro­jek­te, die auf­grund der Fi­nanz­not in den öf­fent­li­chen Kas­sen nicht bzw. nicht aus­rei­chend hät­ten un­ter­stützt wer­den kön­nen. »Al­ler­dings muss je­der fi­nan­zi­el­len Un­ter­stüt­zung un­se­rer­seits auch eine Ge­gen­leis­tung der Bür­ger­schaft ge­genü­ber­ste­hen, und das Pro­jekt muss nach­hal­tig wir­ken«, er­klärt der eh­ren­amt­li­che Ge­schäfts­füh­rer der Stif­tung, Ge­org-Jes­kow von Putt­ka­mer die Grund­vor­aus­set­zun­gen. Er ver­weist dar­auf, dass sich die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel für 2008 ge­genü­ber dem Vor­jahr um 34 Pro­zent auf 43.000 Euro ge­stei­gert ha­ben – dank des durch Zu­spen­dun­gen er­höh­ten Stif­tungs­ka­pi­tals.

Drei Schwer­punkte hat sich die Stif­tung zur För­de­rung vor­ge­nom­men: Ju­gend, Be­rufs­vor­be­rei­tung so­wie Mu­sik und Kul­tur. Ganz be­son­ders die ver­tie­fende Be­rufs­vor­be­rei­tung für Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Haupt- und der Re­al­schule hat einen ho­hen Stel­len­wert. Nicht zu­letzt durch die frei­wil­li­ge, aber ver­pflich­tende Teil­nahme an zu­sätz­li­chen Nach­mit­tags­stun­den, in de­nen mit Hilfe des ESTA-Bil­dungs­werks und der Ar­beit­s­agen­tur die So­zial- und Fach­kom­pe­tenz (z.B. Com­pu­ter- Füh­rer­schein) ei­nes je­den Schü­lers ge­för­dert wird, er­gänzt durch einen fi­nan­zi­el­len 25-pro­zen­ti­gen An­teil der El­tern, wird die er­for­der­li­che Ge­gen­leis­tung er­bracht. Re­al­schul- Rek­tor Uwe Till­manns ist an­ge­tan vom Kon­zept: »­Mit den Zer­ti­fi­ka­ten für die er­folg­rei­che Teil­nahme kön­nen die Schü­ler ihre Be­wer­bungs­map­pen nicht un­er­heb­lich qua­li­ta­tiv auf­wer­ten. Schule könnte das al­lein nicht leis­ten.«

Drei der fünf Lügde Kin­der­gär­ten wer­den eben­falls von der Stif­tung un­ter­stützt. Bei­spiel­haft ist hier die Außen­an­lage der städ­ti­schen Kita »­Pus­te­blu­me« in der Wald­straße, die ein Pro­jekt zur na­tur­na­hen Ge­stal­tung ih­rer Außen­an­lage an­ge­scho­ben hat. Ge­sam­tin­ves­ti­ti­ons­rah­men: 90.000 Eu­ro. »Eine Sum­me, die nie auf­zu­brin­gen ge­we­sen wäre«, ge­steht Lei­te­rin Ger­trud Os­ter­mann ein. Aber es ge­lang El­tern und Kin­der, dazu den Bau­hof der Stadt und ein Fach­büro so zu in­te­grie­ren, dass aus der Vi­sion Schritt für Schritt Rea­lität wer­den konn­te. »Je­des Mal hat­ten wir bis zu 70 El­tern und Kin­der dor­t«, erzählt sie und freut sich darü­ber, dass die Stif­tung die­ses En­ga­ge­ment fi­nan­zi­ell be­lohn­te. Nach zwei Ar­beitseinsät­zen im Früh­jahr und Herbst die­ses Jah­res wird die schmu­cke Er­leb­nis­an­lage fer­tig sein. Im städ­ti­schen Kin­der­gar­ten Fal­ken­ha­gen wird die früh­kind­li­che und mo­to­ri­sche Mu­siker­zie­hung für Kin­der ab drei Jah­ren in Ko­ope­ra­tion mit der Mu­sik­schule Lügde be­reits seit ei­nem Jahr ge­för­dert. Nach dem großen Er­folg wird das Pro­jekt auch 2008 fort­ge­führt. Hin­zu­kom­men wird ab An­fang März auch die ka­tho­li­sche Kin­der­ta­gesstät­te. Je­weils ein­mal wöchent­lich für 45 Mi­nu­ten bil­det ein spe­zi­ell qua­li­fi­zier­ter Mu­sik­leh­rer die Kids spie­le­risch mu­si­ka­lisch aus. Die Mu­sik­schule be­kommt darü­ber hin­aus für ihr Wir­ken ebenso wie die er­folg­rei­che Ver­an­stal­tungs­reihe »­Kul­tur im Klos­ter« fi­nan­zi­elle Hil­fen aus der Stif­tung.

Neu auf­ge­nom­men wird ein Pro­jekt an der Haupt­schule Lüg­de: Die »Schwe­ring & Hasse Kup­fer­ta­fel«. Durch eine fi­nan­zi­elle För­de­rung wer­den hier­bei Fünft­kläss­ler, die drei­mal wöchent­lich Nach­mit­tags­un­ter­richt ha­ben, ge­mein­sam mit ei­nem Mit­tag­ses­sen ver­sorgt. An dem großen Tisch mit Ver­zie­run­gen des Fir­men- Ma­te­ri­als Kup­fer ver­se­hen, neh­men die Schü­ler Platz und er­fah­ren so auch gleich­zei­tig ei­ni­ges in Sa­chen Es­sens- und Tisch­kul­tur.

Nicht zu­letzt auch der Um­stand, dass an der im ver­gan­ge­nen Jahr in der Nach­bar­stadt Bad Pyr­mont ge­grün­de­ten »­Pyr­mon­ter Ta­fel« auch Be­dürf­tige aus Lügde teil­ha­ben, ver­an­lasste die Stif­tung, auch hier einen fi­nan­zi­el­len Bei­trag zur Ver­fü­gung zu stel­len. Hartz IV-Emp­fän­ger, die das ent­spre­chend nach­wei­sen müs­sen, kön­nen hier zum sym­bo­li­schen Preis von ei­nem Euro pro Er­wach­se­ner bzw. 50 Cent pro Kind wöchent­lich fri­sche Le­bens­mit­tel be­kom­men. »­Zur Zeit ha­ben wir 270 Be­rech­ti­gungs­kar­ten aus­ge­ge­ben, an de­nen 470 Per­so­nen hän­gen. Wir ma­chen da kei­nen Un­ter­schied, ob je­mand aus Bad Pyr­mont oder Lügde zu uns komm­t«, be­rich­tete der Vor­sit­zen­der der Pyr­mon­ter Ta­fel, Malte Möl­ler, der den Scheck der Stif­tung mit Dank­bar­keit ent­ge­gen nahm. Die­ses An­ge­bot in Pyr­mont war auf­grund ei­ner Ab­spra­che mit der Ostlip­pi­schen Ta­fel in Barn­trup für Lüg­der mög­lich ge­wor­den.

Lügde darf sich im ü­b­ri­gen noch auf ein Ge­schenk der Stif­tung freu­en: Aus An­lass des 150-jäh­ri­gen Be­ste­hens des Un­ter­neh­mens im Herbst die­ses Jah­res soll ein wei­te­rer fünf­stel­li­ger Be­trag für einen gu­ten Zweck zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. »Darü­ber wer­den wir mit in en­ger Ko­ope­ra­tion mit dem Bür­ger­meis­ter als ko­op­tier­tem Mit­glied des Ku­ra­to­ri­ums ent­schei­den«, kün­digte von Putt­ka­mer an.

vom 27.02.2008 | Ausgabe-Nr. 9A

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