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4. Abonnement-Konzert des Detmolder Kammerorchesters

Italienische Serenade und »Trigon«-Uraufführung

Det­mold. Am Diens­tag, 26. Fe­bruar, fin­det um 19.30 Uhr in der Det­mol­der Chris­tus­kir­che, Kai­ser-Wil­helm-Platz, das 4. Abon­ne­met-Kon­zert des Det­mol­der Kam­mer­or­che­s­ters statt. Ne­ben Carl Ma­ria von We­bers Sin­fo­nie Nr. 1 C-Dur op. 19 und dem Du­ett-Con­cer­tino für Kla­ri­net­te, Fa­gott, Strei­chor­che­s­ter und Harfe von Ri­chard Strauss wer­den auch Hugo Wolfs »I­ta­lie­ni­sche Se­re­na­de« und Tri­gon-Kon­zert für Vio­li­ne, zwei Strei­chor­che­s­ter, Blä­ser und Schlag­zeug (U­raufführung) des tsche­chi­schen Kom­po­nis­ten Lu­kas Hur­nik zu hören sein.

Bei der Kom­po­si­tion der Frühwerke Sin­fo­nie Nr. 1 und Nr. 2 ori­en­tierte sich Carl Ma­ria von We­ber an den Sin­fo­nien Haydns. Die bei­den Ju­gend­s­in­fo­nien zeich­nen sich durch Fri­sche der Er­fin­dung so­wie ei­ner bril­lan­ten In­stru­men­ta­tion aus und wei­sen kon­zer­tante Ele­mente auf, die auch spätere In­stru­men­tal­kon­zerte kenn­zeich­nen.

Als Kom­po­nist von Sin­fo­ni­schen Dich­tun­gen und großen Büh­nen­wer­ken wie Der Ro­sen­ka­va­lier, Elek­tra und Sa­lome wurde Ri­chard Strauss berühmt, als Grün­dungs­mit­glied der Salz­bur­ger Fest­spiele war der 1864 ge­bo­rene Sohn ei­nes Or­che­s­ter­mu­si­kers an der Ent­ste­hung ei­nes der be­kann­tes­ten und größten Fes­ti­vals be­tei­ligt. Strauss, der im Win­ter 1947 un­ter un­um­strit­ten be­schwer­li­chen Le­ben­sumstän­den in Mon­treux das Du­ett-Con­cer­tino kom­po­nier­te, schrieb die­ses Werk für das kleine Or­che­stra della Ra­dio Sviz­zera Ita­lia­na. Ein Jahr später er­klang die Uraufführung; Ge­wid­met ist es al­ler­dings sei­nem lang­jäh­ri­gen Freund, dem Wie­ner Fa­got­tis­ten Hugo Bur­g­hau­ser, des­sen »herr­li­cher Ton« ihn beim Kom­po­nie­ren in­spi­rier­te.

Hugo Wolf kom­po­nierte stoß­weise in na­hezu maßlo­ser Schaf­fens­wut. Zwi­schen Pe­ri­oden un­bän­di­ger Schaf­fens­kraft gab es im­mer wie­der Pe­ri­oden des Still­stands, die ihn psy­chisch sehr be­las­te­ten. Die ur­sprüng­lich für Streich­quar­tett be­stimmte »I­ta­lie­ni­sche Se­re­na­de« kom­po­nierte Hugo Wolf 1887 in kür­zes­ter Zeit zwi­schen den Ver­to­nun­gen zweier Ei­chen­dorff-Ge­dichte (»Wald­mäd­chen« und »­Nachtzau­ber«).

­Lu­kas Hur­nik, 1967 in Prag ge­bo­ren, er­hielt wich­tige mu­si­ka­li­sche Im­pulse und Kom­po­si­ti­ons­un­ter­richt von sei­nem Va­ter Ilja Hur­nik. »­Meine Kom­po­si­tion ‚T­ri­gon‘«, so ver­merkt Lu­kas Hur­nik in ei­nem Vor­wort, »ist dem Det­mol­der Kam­mer­or­che­s­ter, Pro­fes­sor Lu­kas Da­vid und den ‚drei großen B‘ ge­wid­met. Das Sym­bol ei­nes Drei­eckes (T­ri­g­ons) er­langte hier di­verse Be­deu­tun­gen. Die Geige scheint an der Spitze des Drei­eckes zu ste­hen und zwei Or­che­s­ter bil­den seine Grund­fläche.«

Auch die­ses Mal ge­lang es dem Det­mol­der Kam­mer­or­che­s­ter, drei hoch­karätige In­stru­men­tal­so­lis­ten zu ge­win­nen. Sein ers­tes En­ga­ge­ment führte den Kla­ri­net­tis­ten Man­fred Lind­ner 1984 als Solo-Kla­ri­net­tist zur Jun­gen Süd­deut­schen Phil­har­mo­nie und 1987 in glei­cher Po­si­tion zum Phil­har­mo­ni­schen Staats­or­che­s­ter Bre­men. 1989 wurde er dann als Solo-Kla­ri­net­tist im Ba­di­schen Staats­thea­ter ver­pflich­tet, wo er bis 2002 tätig war. Zur glei­chen Zeit hatte er einen Lehr­auf­trag an der Mu­sik­hoch­schule in Karls­ruhe in­ne. Seit 1992 ist Man­fred Lind­ner So­lo­kla­ri­net­tist im Fest­spie­lor­che­s­ter der in­ter­na­tio­na­len Lud­wigs­bur­ger Schloss­fest­spie­le.

Al­brecht Hol­der, Fa­gott, mit zahl­rei­chen Prei­sen und Aus­zeich­nun­gen bei na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben ge­ehrt, führ­ten so­lis­ti­sche und kam­mer­mu­si­ka­li­sche Kon­zer­t­auf­tritte in die USA, nach Ka­na­da, Süda­me­ri­ka, Asi­en, Süd­afri­ka, Russ­land und in an­dere eu­ropäi­sche Län­der. 1982 trat Al­brecht Hol­der die Po­si­tion des So­lo­fa­got­tis­ten bei den Stutt­gar­ter Phil­har­mo­ni­kern an, die er bis 1997 in­ne­hat­te. Im glei­chen Jahr wurde er dann als Pro­fes­sor für Fa­gott an die Mu­sik­hoch­schule Würz­burg be­ru­fen.

­Lu­kas Da­vid, Vio­li­ne, in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ter Vir­tuose und Sohn des Kom­po­nis­ten Jo­hann Ne­po­muk Da­vid, kon­zer­tierte be­reits auf zahl­rei­chen Tour­ne­en, die ihn durch Eu­ro­pa, in den Ori­ent, in die USA und nach Süd­afrika führ­ten. Schwer­punkte sei­nes Re­per­toires sind die ro­man­tisch-vir­tuo­sen Werke so­wie die zeit­genös­si­sche Mu­sik. Er hat selbst viele Kom­po­nis­ten an­ge­regt, vor al­lem sind die Vio­lin­werke sei­nes Va­ters in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit ihm ent­stan­den.

­Der Vor­ver­kauf hat be­reits be­gon­nen: Kar­ten für die­sen be­son­de­ren Kon­zertabend sind in der Tou­rist-in­for­ma­tion, Rat­haus am Markt, Mon­tag bis Don­ners­tag, 10 bis 16 Uhr, und Frei­tag, 10 bis 14 Uhr, Te­le­fon 05231/977327, er­hält­lich.

vom 23.02.2008 | Ausgabe-Nr. 8B

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