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Das Hauses des Gastes und seine Zukunft

»Auf jeden Fall ärmer«

 

Hid­de­sen (to­s). Ges­tern – und da­mit nach Re­dak­ti­ons­schluss – hat der Kneipp- und Ver­kehrs­ver­ein (KVV) seine Jah­res­haupt­ver­samm­lung ab­ge­hal­ten. Auf der Ta­ges­ord­nung stand ein Punkt, der rich­tung­wei­send für das kul­tu­relle Le­ben in Hid­de­sen sein dürf­te: die Ent­schei­dung ü­ber das Haus des Gas­tes. Durch den Trich­ter der Haupt­ver­samm­lung ström­ten die Mei­nun­gen darü­ber, wer künf­tig Trä­ger des Hau­ses sein soll: Stadt oder KVV – mit der be­vor­ste­hen­den Auf­lö­sung der Kur­ver­wal­tung zur Mitte des Jah­res muss eine Seite die Ver­wal­tung in Zu­kunft al­lein schul­tern. Die GmbH Kur­ver­wal­tung be­fin­det sich zu 99 Pro­zent in der Hand der Stadt Det­mold, der Rest gehört dem Kneipp- und Ver­kehrs­ver­ein.

Will der KVV sich nun um das Haus am Fuße des Her­manns­denk­mals küm­mern, muss er einen wei­ten Schritt nach vorn ma­chen – fi­nan­zi­ell und per­so­nell. Was das für Hid­de­sen heißt, darü­ber sprach »Lippe ak­tu­ell«-Mit­ar­bei­ter Tom Sun­der­mann mit der Vor­sit­zen­den des Kneipp- und Ver­kehrs­ver­eins, Hro­swi­tha Vollen­dor­f.

?: Auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung ent­schei­det sich we­sent­lich, was dem Haus des Gas­tes in Zu­kunft blüht – wie ist die Stim­mung im Ver­ein?

Hro­swi­tha Vollen­dorf: Viele sind nicht be­son­ders in­ter­es­siert dar­an. Wir sind ein klei­ner Ver­ein mit ei­nem klei­nen Vor­stand – wenn der KVV das Haus des Gas­tes al­leine führt, wird die Ar­beits­be­las­tung stei­gen. Ei­nige fra­gen sich dar­um, warum der Ver­ein sich das an­tun soll­te.

?: Wo­von ma­chen Sie ihre Ent­schei­dung ab­hän­gig?

Vollen­dorf: Auf der nächs­ten Auf­sichts­rats­sit­zung mit der Stadt wird der Wirt­schafts­plan für die­ses Jahr vor­ge­legt. Es kann noch viel pas­sie­ren, ent­schei­dend ist aber die fi­nan­zi­elle Si­tua­tion. Im letz­ten Jahr ha­ben wir ein Gut­ach­ten ü­ber Män­gel am Ge­bäude er­stel­len las­sen – das wer­den wir dort an­spre­chen. Wir hof­fen, dass die Stadt die Mög­lich­kei­ten der Re­no­vie­rung nutz­t.

?: Wie sieht es mit För­der­mit­teln aus?

Vollen­dorf: Seit­dem Hid­de­sen als Kneipp-Kur­ort an­er­kannt wur­de, sind die Gel­der vom Land im­mer wei­ter gekürzt wor­den, mo­men­tan er­hal­ten wir 52.000 Euro jähr­lich. Für das Haus des Gas­tes be­zah­len wir aber schon 30.000 Euro al­lein an Heiz­kos­ten – ich fürch­te, dass die Kos­ten un­sere Ein­nah­men ü­ber­stei­gen wer­den.

?: Wie wol­len Sie die Kos­ten schul­tern?

Vollen­dorf: Even­tu­ell müs­sen wir die Preise für Kurse und Ähn­li­ches er­höhen. Die Ver­mie­tun­gen an Ver­eine und die Vor­träge wol­len wir auf je­den Fall bei­be­hal­ten. Durch den Ver­wal­tungs­auf­wand müs­sen wir aber womög­lich eine Teil­zeit­kraft ein­stel­len.

?: Was pas­siert denn, wenn die Mit­glie­der ge­gen die Ü­ber­nahme vo­tie­ren?

Vollen­dorf: Es be­steht die Be­fürch­tung, dass die Stadt das Haus des Gas­tes ir­gend­wann auf­gibt. Aber es kann noch viel pas­sie­ren. Wenn die Stadt das Haus nicht mehr den Kneipp-Vor­schrif­ten ent­spre­chend nutzt, müsste sie die För­der­gel­der zurück­zah­len – an­de­rer­seits be­fin­det es sich in ei­ner at­trak­ti­ven La­ge.

?: Be­kommt der Kneipp- und Ver­kehrs­ver­ein Schüt­zen­hilfe aus Hid­de­sen?

Vollen­dorf: Vor ei­ni­gen Jah­ren ha­ben wir mit Hid­de­ser Ver­ei­nen be­schlos­sen, das Haus des Gas­tes zu­sam­men wei­ter zu un­ter­hal­ten.

Wir hat­ten ge­dacht, dass wir es zu­sam­men schul­tern kön­nen, doch jetzt ha­ben sich die an­de­ren Ver­eine im­mer mehr zurück­ge­zo­gen, bis nur noch der KVV ü­b­rig ge­blie­ben ist. Das liegt durch­aus auch an den ho­hen Kos­ten.

?: In ei­nem Satz – was wäre Hid­de­sen ohne das Haus des Gas­tes?

Vollen­dorf: Auf je­den Fall är­mer.

vom 23.02.2008 | Ausgabe-Nr. 8B

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