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» Oerlinghausen

Diese Trainingsstunde werden die jungen Turnerinnen wohl nicht vergessen

Turnstar besuchte den TuS

 

Oer­ling­hau­sen-Hel­pup (k­d). »Hof­fent­lich macht er mit uns kei­nen Lie­ge­stütz, die fin­den wir doof«, mein­ten Ina und Han­na. Den jun­gen Tur­ne­rin­nen des TuS Hel­pup stand eine ge­mein­same Ü­bungs­stunde mit Fa­bian Ham­büchen be­vor. Der er­folg­rei­che Kunst­tur­ner kam tatsäch­lich in die Halle an der B 66, doch dem Wunsch der bei­den Mäd­chen konnte er nicht ent­spre­chen.

»Wir sind schon ganz auf­ge­reg­t«, mein­ten nicht nur Ina und Han­na, die in der Lip­pi­schen Gau­liga tur­nen. »Als wir bei den Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten in Ber­lin zu­schauen konn­ten, ha­ben wir ihn ja schon mal ge­se­hen.« Auch Na­di­ne, Dana, Na­ta­lie, Me­ret und Lisa hat­ten be­reits den Turn­dress an­ge­zo­gen und war­te­ten auf das berühmte Vor­bild.

­Was macht ein Spit­zen­sport­ler mit Welt­meis­ter- und Eu­ro­pa­meis­ter­ti­tel aus­ge­rech­net in Hel­pup? Im Grunde wirbt er für die Deut­sche Krebs­hil­fe. Im In­ter­net war »eine Turn­stunde mit Fa­bian Ham­büchen« ver­stei­gert wor­den. Die TuS-Trai­ne­rin Ro­mina Hunke hatte mit­ge­bo­ten und bei 251 Euro den Zu­schlag er­hal­ten. Dass der Ver­ein in die­sem Jahr sein hun­dert­jäh­ri­ges Be­ste­hen fei­ert, machte die Sa­che noch in­ter­essan­ter.

­Der 23-Jäh­rige kam nicht al­lein. Zwei Hand­bal­ler vom Bun­des­li­gis­ten TBV Lem­go, Links­außen Jens Becht­loff und Rück­raum­spie­ler Mar­tin Stro­bel, be­glei­te­ten ihn. Auch sie sind für die Krebs­hilfe ak­ti­v.

Vor rund 300 Zu­schau­ern un­ter­nahm Ham­büchen zunächst ei­nige Dehn- und an­dere Auf­wär­mü­bun­gen mit den jun­gen Tur­ne­rin­nen. Wie von den Mäd­chen be­fürch­tet, war der un­ge­liebte Lie­ge­stütz auch dar­un­ter. An­sch­ließend zeig­ten die jun­gen Hel­pu­pe­rin­nen dem berühm­ten Sport­ler auf be­ein­dru­ckende Wei­se, was sie in ih­ren Trai­nings­stun­den ge­lernt ha­ben. Die sie­ben­jäh­rige Nele fiel am Bo­den durch einen Rad­wende-Flick­flack auf, den sie mit ei­ner enor­men Leich­tig­keit voll­führ­te. Fa­bian Ham­büchen gab ihr noch einen gu­ten Rat mit auf den Weg, doch die Sie­ben­jäh­rige war zu sehr auf ihre Dar­bie­tung kon­zen­triert. »Jetzt habe ich doch schon wie­der ver­ges­sen«, meinte sie an­sch­ließen­d.

Vor ei­nem hal­ben Jahr hatte der Spit­zen­sport­ler eine Zwangs­pause ein­le­gen müs­sen: Er hatte sich die lin­ken Achil­les­sehne ge­ris­sen und musste ope­riert wer­den. Im Ge­spräch mit Mo­de­ra­tor Jörg Boll­weg ver­riet er: »Jetzt fühle ich mich wie­der fit. In der nächs­ten Wo­che fällt die Ent­schei­dung, ob ich wie­der bei Wett­be­wer­ben an­tre­te.« Als nächs­ten Ter­min hat er die Olym­pi­schen Spiele im kom­men­den Jahr in Lon­don im Au­ge. Be­reits 2008 kehrte er aus Pe­king mit ei­ner Bron­ze­me­daille heim.

Wie gut er her­ge­stellt ist, be­wies Ham­büchen beim kunst­vol­len Dre­hen am Bo­den und – im rech­ten Win­kel an der Spros­sen­wand als »­mensch­li­che Flag­ge«. Doch auch das be­reit­ste­hende Reck wirkte wie eine Auf­for­de­rung: Was der Turn­star mit sei­nen wag­hal­si­gen Schwün­gen und ei­nem ge­schraub­ten Ab­gang de­mons­trier­te, ließ den jun­gen Sport­le­rin­nen den Atem an­hal­ten. Da der TuS Hel­pup kein ei­ge­nes Reck be­sitzt, musste sich Ab­tei­lungs­lei­te­rin Tanja Til­leke das Gerät ei­gens in Lage lei­hen. Nach dem Ein­satz ist es jetzt im Wert ge­stie­gen: Mit ei­nem Au­to­gramm auf ei­nem der Pfos­ten be­dankte sich Deutsch­lands Ham­büchen für den Auf­tritt. Es war die erste von zahl­rei­chen Un­ter­schrif­ten, die ihm die Nach­wuch­stur­ne­rin­nen des TuS noch ab­ver­lang­ten.

vom 20.07.2011 | Ausgabe-Nr. 29A

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