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Wenn Alkohol zum Problem wird

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Kreis Lip­pe. Wenn sich junge Leute auf Fla­trate-Par­tys zu Tode trin­ken, sorgt das bun­des­weit für Schlag­zei­len. Dass aber tag­täg­lich in Deutsch­land durch­schnitt­lich 115 Men­schen durch ü­ber­mäßi­gen Al­ko­hol­kon­sum ster­ben, ist kaum be­kannt. Denn die­ser Tod kommt in den meis­ten Fäl­len nicht plötz­lich, son­dern durch jah­re­lan­gen Al­ko­hol­miss­brauch. Etwa zehn Pro­zent der Be­völ­ke­rung - Män­ner sehr viel häu­fi­ger als Frauen - trin­ken so viel, dass sie da­mit ih­rer Ge­sund­heit scha­den. Gar nicht zu re­den vom Leid, das sie ih­ren An­gehö­ri­gen während ih­rer »Trin­ker­kar­rie­re« zu­fü­gen.

Jähr­lich ster­ben in Deutsch­land rund 42.000 Men­schen durch ü­ber­mäßi­gen Al­ko­hol­kon­sum. Da Al­ko­hol durch das Blut im gan­zen Kör­per ver­teil wird, kommt es bei re­gel­mäßig er­höh­tem Al­ko­hol­kon­sum zu Zell­schä­di­gun­gen in prak­tisch al­len Ge­we­ben. Die Le­ber ist am meis­ten be­trof­fen. Sie muss 95 Pro­zent des Al­ko­hols al­lein ab­bau­en. Eine Fett­le­ber, Le­ber­ent­zün­dun­gen und Le­ber­zir­rhose kön­nen die Fol­gen sein.

Auch Ge­hirn­zel­len neh­men Scha­den. Bei ei­nem Voll­rausch ster­ben meh­rere tau­send. Die geis­tige Leis­tungs­fähig­keit nimmt auf Dauer ab. Zu viel Al­ko­hol be­las­tet außer­dem die pe­ri­phe­ren Ner­ven­zel­len, zum Bei­spiel in den Bei­nen. Es kann zu Läh­mun­gen und Gangstörun­gen kom­men.

­Die Bauch­spei­cheldrüse rea­giert auf stän­dige Trink­ge­lage häu­fig mit Ent­zün­dun­gen. Die In­su­lin­pro­duk­tion wird ge­stört, was Dia­be­tes zur Folge hat. Das Herz kann auf zu viel Al­ko­hol mit Herz­muske­ler­kran­kun­gen und Herz­rhyth­musstörun­gen rea­gie­ren. Außer­dem stell­ten ver­schie­dene Un­ter­su­chun­gen einen Zu­sam­men­hang zwi­schen ü­ber­mäßi­gem Al­ko­hol­kon­sum und Krebs fest. Nach­ge­wie­sen ist das für bös­ar­tige Tu­more im Mund- und Ra­chen­raum und in der Spei­seröhre. Starke Trin­ker ha­ben zu­dem ein er­höh­tes Le­ber- und Dick­darm­krebs­ri­si­ko. Frau­en, die viel trin­ken, er­kran­ken öf­ter als der Durch­schnitt an Brust­krebs.

Wer das Ge­fühl hat, dass er selbst zu viel trinkt oder dass Ver­wand­te, Freun­de, Kol­le­gen zu viel Al­ko­hol kon­su­mie­ren, kann et­was un­ter­neh­men. Ge­gen die Krank­heit Al­ko­ho­lis­mus gibt es viele Hilfs­an­ge­bo­te. Die be­gin­nen nicht erst bei ei­ner Ab­hän­gig­keit. »Wie viel Al­ko­hol kann ich trin­ken, ohne mir zu scha­den? Kann ich mei­nen Mann vom Al­ko­hol ab­hal­ten? Was tun, wenn der Kol­lege trinkt? Diese und alle an­de­ren Fra­gen wer­den an­onym von den er­fah­re­nen Sucht­be­ra­tern der Bun­des­zen­trale für ge­sund­heit­li­che Auf­klärung (B­Z­gA) Heike Roß-Hel­mig und Tho­mas Weß­ling am 25. Fe­bruar von 13-15 Uhr be­ant­wor­tet, Te­le­fon: 0221/892031.

vom 20.02.2008 | Ausgabe-Nr. 8A

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