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Ehemaliger Hermannslaufsieger startet für Deutschland bei der Trial-WM

Marcus für Deutschland

 

Kreis Lip­pe/­Det­mold (no­k). Er ist ei­ner der er­folg­reichs­ten Aus­dau­er­sport­ler der Re­gion. Mar­cus Biehl hat den Her­manns­lauf ge­won­nen, zu­sam­men mit dem Det­mol­der Ste­fan Fromme die Al­pen (Go­re­tex-Trans­al­pin­run) ü­ber­quert, er war un­ter den »Top-Ten« beim Jung­frau-Ma­ra­thon in der Schweiz, war ei­ner der Sie­ger beim Porta-Ma­ra­thon und hat in der Ver­gan­gen­heit viele Volks­läufe in Ost­west­fa­len ge­won­nen. Am 9. Juli war­tet auf den 41-jäh­ri­gen Det­mol­der eine be­son­ders eh­ren­vol­le, aber auch sehr an­spruchs­volle Auf­ga­be. Der Deut­sche Leicht­ath­le­tik­ver­band (D­LV) hat Mar­cus Biehl für Trail-Welt­meis­ter­schaft in Conne­mara (Ir­land) no­mi­niert. »Dass ich in mei­ner sport­li­chen Lauf­bahn noch ein­mal für Deutsch­land an den Start ge­hen wer­de, daran habe ich wirk­lich nicht ge­glaub­t«, er­klärte der be­schei­dene und sym­pa­thi­sche Ath­let ge­genü­ber die­ser Zei­tung. Das gol­dene Tri­kot mit dem ro­ten Ring und dem Bun­de­s­ad­ler auf der Brust hat er be­reits er­hal­ten. Das Na­tio­nal­tri­kot ist für ehe­ma­li­gen Her­manns­lauf­sie­ger Eh­re, Mo­ti­va­tion und Her­aus­for­de­rung zu­gleich. Dement­spre­chend in­ten­siv hat sich der Aus­dau­er­sport­ler auf den WM-Start in Ir­land vor­be­rei­tet.

­Zahl­rei­che Trai­nings­ki­lo­me­ter hat Mar­cus Biehl in den ver­gan­ge­nen Wo­chen im Teu­to­bur­ger Wald zurück­ge­legt. In der ver­gan­ge­nen Wo­che wa­ren es noch ein­mal 160. »Ich glau­be, auf mei­ner Trai­nings­stre­cke kenne ich in­zwi­schen je­den Baum­stamm, jede Pfütze und je­den Stein«, um­schreibt er das Trai­nings­pen­sum der ver­gan­ge­nen Mo­na­te, zu dem un­ter an­de­rem auch ver­schie­dene Wett­kämpfe gehör­ten. Dem Ein­satz im Na­tio­nal­tri­kot hat er seine unr­sprüng­li­che Sai­son­pla­nung (»ich wollte in die­sem Jahr ei­gent­lich ei­nige Tri­ath­lonvr­an­stal­tun­gen bet­strei­ten«) un­ter­ge­ord­net. Bei der Trail-Welt­meis­ter­schaft in Conne­mara han­delt es sich um einen Ul­tra-Geländ­lauf mit al­len Fa­cet­ten. Die 70,3 Ki­lo­me­ter lange Stre­cke führt ü­ber Wald- und Wie­sen­we­ge, ein­same Berg­pfa­de, un­be­fes­tig­tes Wald­gelän­de, Schot­ter­pas­sa­gen und alte Straßen des Conne­mara Na­tio­nal­parks. In der Summe sind rund 1.400 Höhen­me­ter mit zwei be­son­ders lan­gen und stei­len An­stie­gen zu ü­ber­win­den. Um die­sen Här­te­test zu meis­tern, hat Mar­cus Biehl in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten viele lange Läufe bestirit­ten, ist Gelän­de­pfade und Berg­pas­sa­gen, un­ter an­de­rem auch bei ei­nem Trai­nings­la­ger auf Mal­lorca ge­lau­fen. Zu den letz­ten lan­gen Trai­nings­ein­hei­ten gehörte der 57 Ki­lo­me­ter lange Re­si­den­z­weg rund um Det­mold. In den nächs­ten Ta­gen ist je­doch nur noch »Schmal­spur­trai­ning« und Ent­span­nung an­ge­sagt. »Ich fühle mich ab­so­lut fit und freue mich auf die In­sel«, er­klärte er vor sei­nem ers­ten Deutsch­land-Ein­satz.

Am nächs­ten Don­ners­tag geht es los. Am Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen trifft Mar­cus Biehl einen Teil des ins­ge­samt sie­benköp­fi­gen Ka­ders (vier Ak­ti­ve, drei Be­treu­er). Von dort aus geht es zunächst nach Du­blin. Von dort aus geht es im an­ge­mie­te­ten Auto quer ü­ber die In­sel nach Conne­ma­ra. Sein Ziel ist klar ge­steckt: »Ich möchte in je­dem Fall in die Mann­schafts­wer­tung kom­men«, er­klärte er ge­genü­ber Lippe ak­tu­ell. Von den vier Star­tern (Rene Stros­ny, To­bias He­ge­mann, Sa­scha Vel­ten und Mar­cus Biehl) wer­den die drei schnells­ten als Team ge­wer­tet. Biehl hat nicht nur die Zei­ten sei­ner Teamkka­me­ra­den, son­dern auch die des il­lus­t­ren Teil­neh­mer­fel­des (un­ter an­de­rem mit Teams des Gast­ge­ber­lan­des, Frank­reich, Aus­tra­li­en, Ne­pal, Ka­na­da, Spa­nien oder auch Ita­li­en) stu­diert. »Wenn al­les gut läuft, kön­nen wir un­ter die bes­ten fünf Mann­schaf­ten lau­fen. Ich werde je­den­falls al­les dafür ge­ben.«

Auf­mek­sam ge­wor­den ist der DLV auf Mar­cus Biehl durch sei­nen Vor­jah­res­er­folg beim Renn­stei­g­lauf, wo er auf der »Kö­nigs­di­stanz« (73 Ki­lo­me­ter) Drit­ter wur­de. Biehl sah da­mals nach 40 Ki­lo­me­tern wie der si­chere Sie­ger aus, er­lebte durch falsche Ver­pfle­gungs­auf­nahme in der Schluss­phase des Ren­nens einen Hun­ge­rast. »Das wird mir in Ir­land so schnell nicht pas­sie­ren. Aus die­ser Er­fah­rung habe ich ge­lernt und werde bei der WM auf die kor­rekte Ver­pfle­gung ach­ten«, so der Det­mol­der.

Für den ehe­ma­li­gen Her­manns­lauf­sie­ger ist die WM-Teil­nahme der ab­so­lute Sai­son-, viel­leicht so­gar Kar­rier­ehöhe­punkt. Für den Rest des Jah­res gibt es keine kon­kre­ten Pla­nun­gen mehr. Viel­leicht werde er für die TG Lage noch bei ei­nem Tri­ath­lon star­ten und den einen oder an­de­ren klei­ne­ren Volks­lauf be­strei­ten. »Et­was Großes« sei in die­sem Jahr nicht mehr ge­plant. Ei­nes ist aber ge­wiss: um neue läu­fe­ri­sche Her­aus­for­de­run­gen ist Mar­cus Biehl nie ver­le­gen.

vom 02.07.2011 | Ausgabe-Nr. 26B

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