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Am Bahnhofs-Empfangsgebäude wird nachgebessert

Aushängeschild mit Mängeln

Det­mold (ts). Auf viel Zu­stim­mung stieß am Don­ners­tag im Haupt- und Fi­nanzaus­schuss die In­itia­tive von Bünd­nis 90/­Die Grü­nen, die den Zu­stand des Bahn­hofs-Emp­fangs­ge­bäu­des nach der Sa­nie­rung bemän­gelt hat­ten (wir be­rich­te­ten). Bir­git Re­her trug noch­mals die we­sent­li­chen Kri­tik­punkte vor, die sich vor al­lem auf nicht be­hin­der­ten ge­rechte Türen im Ki­o­sk, den Zu­stand des Be­reichs zwi­schen Ge­bäude und Glei­sen, die 50er Jahre Tür ne­ben dem Fürs­ten­zim­mer, feh­lende Sitz­mög­lich­kei­ten im War­te­be­reich und die Aus­ge­stal­tung des Fahr­kar­ten­schal­ters be­zog. »An vie­len Stel­len sieht das Ge­bäude un­fer­tig und wie eine Bau­stelle aus, des­halb ge­hen die Leute da­mit auch nicht pfleg­lich um­«, sagte Re­her. Die in ei­ner Mit­tei­lungs­vor­lage vor­ge­brachte Stel­lung­nahme der Ver­wal­tung, auf elek­tri­sche An­triebe al­ler Türen sei aus wirt­schaft­li­chen Er­wä­gun­gen ver­zich­tet wor­den, nannte sie zy­nisch.

Dr. Volk­mar Rein­ke, Ers­ter Bei­ge­ord­ne­ter der Stadt Det­mold, wies die Kri­tik in wei­ten Tei­len zurück. Al­len An­we­sen­den sei be­kannt ge­we­sen, dass eine vollstän­dige Sa­nie­rung der Außen­fassade nie Be­stand­teil der Pla­nung ge­we­sen sei und zu­sätz­li­che 200.000 Euro er­for­der­lich ge­macht hät­te. Der Be­reich zwi­schen Ge­bäude und Gleis­kör­per werde im Zuge der Sa­nie­rung des Bahn­hofs­vor­plat­zes 2010 sa­niert. »Al­les, was wir jetzt ma­chen, kann nur ein Pro­vi­so­rium sein, diese Steu­er­gel­der soll­ten wir spa­ren«, meinte Rein­ke. Ve­tre­ter von FWG und SPD nann­ten das Er­geb­nis der Sa­nie­rung ge­lun­gen, ei­nige Kri­tik­punkte der Grü­nen seien aber be­rech­tigt und müss­ten nach­ge­bes­sert wer­den. »Das Emp­fangs­ge­bäude ist ein Aus­hän­ge­schild mit Män­geln«, fasste SPD-Frak­ti­ons­chef Ha­rald Matz zu­sam­men. CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Ste­phan Gri­gat warnte da­vor, das Er­geb­nis der Sa­nie­rung ka­putt zu re­den. Außer­dem sei es lächer­lich zu glau­ben, die Det­mol­der Po­li­tik oder Ver­wal­tung könnte Druck auf die Bahn aus­ü­ben, den Tun­nel zu den Glei­sen zu ver­schö­nern. »Wir ha­ben uns 15 Jahre mit der Bahn rum­ge­schla­gen und wis­sen da­her, dass wir kei­nen Ein­fluss ha­ben.«

Auch Rai­ner Brink­mann (SPD) er­in­nerte noch ein­mal dar­an, dass von vorn­her­ein klar ge­we­sen sei, dass man mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den fi­nan­zi­el­len Mit­teln kein Prunk­stück er­rei­chen konn­te. Er bat Bür­ger­meis­ter Rai­ner Hel­ler, sich ge­mein­sam mit dem Ver­kehrs­ver­bund OWL und der Bahn AG ü­ber eine Lö­sung für den Zwi­schen­be­reich zu un­ter­hal­ten. Hel­ler sagte zu, ein sol­ches Ge­spräch führen zu wol­len und da­bei auch das Thema Tun­nel an­zu­spre­chen. Außer­dem werde die Ver­wal­tung prü­fen, ob man die Wand des Gleis­kör­pers schon vor­zei­tig mit der end­gül­ti­gen Lö­sung – eine ge­loch­te, nicht ros­tende Me­tall­ver­klei­dung – aus­stat­ten könne und wie­viel das kos­ten wer­de. Auch die Os­ten für elek­tri­sche Türan­triebe wer­den man prü­fen und kurz­fris­tig zu­sätz­li­che Sitz­ge­le­gen­hei­ten im War­te­be­reich auf­stel­len.

vom 16.02.2008 | Ausgabe-Nr. 7B

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