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Zwei Ausstellungen zur Saisoneröffnung in Schwalenberg

Worpswede und Isa Dahl

Schwa­len­berg. Mit zwei hoch­karäti­gen Aus­stel­lun­gen eröff­net in Schwa­len­berg am 1. Mai die Aus­stel­lungs­sai­son 2011. In der Städ­ti­schen Ga­le­rie sind un­ter dem Ti­tel »U­nend­lich Land­schaft. Die Künst­ler­ko­lo­nie Worps­we­de« Meis­ter­werke aus die­sem Ort zu se­hen. Sie wird um 16 Uhr eröff­net. Im Ro­bert-Ko­epke-Haus zeigt die Stutt­gar­ter Künst­le­rin Isa Dahl mit »­Sicht­wei­se« ihre far­bin­ten­si­ven Ma­le­rei­en. Diese Aus­stel­lung wird um 17 Uhr im Bei­sein der Künst­le­rin eröff­net.

Worps­we­de, das nörd­lich Bre­mens in der Land­schaft des Teu­fels­moo­res liegt, wurde ab 1884 von ei­ner Hand­voll jun­ger Ma­ler ent­deckt. Ebenso wie viele an­dere Künst­ler­kol­le­gen in ganz Eu­ropa hat­ten sie den Städ­ten und der wach­sen­den In­dus­tria­li­sie­rung den Rü­cken ge­kehrt und such­ten in der Na­tur neue In­spi­ra­tio­nen für ihre Kunst. 1889 schlos­sen sie sich als Künstl­er­ge­mein­schaft zu­sam­men. Diese Ma­ler und Su­cher der ers­ten Jahre – un­ter ih­nen Otto Mo­der­sohn, Hein­rich Vo­ge­ler, Paula Mo­der­sohn-Be­cker und der Dich­ter Rai­ner Ma­ria Rilke – be­grün­de­ten den My­thos Worps­we­des, der sich bin­nen we­ni­ger Jahre bis ü­ber die Gren­zen Deutsch­lands hin­aus ver­brei­tete und den Ort zu ei­nem &g­t;Welt­dor­f< der Kunst mach­te.

Bis heute sind Ge­ne­ra­tio­nen von Künst­lern dem Ruf Worps­we­des ge­folgt und ha­ben dem Ort neue Im­pulse und Fa­cet­ten hin­zu­ge­füg­t.

­Die Worps­we­der Kunst­stif­tung Fried­rich Net­zel und die Kul­tur­stif­tung Land­kreis Os­ter­holz ha­ben ihre wert­volls­ten Bil­der der ers­ten so­wie der fol­gen­den Mal­er­ge­ne­ra­tio­nen zu­sam­men­ge­stellt, um sie in die­sem Jahr erst­mals in die­ser An­zahl außer­halb Worps­we­des zu prä­sen­tie­ren. Die Aus­stel­lung eröff­net einen Dia­log zwi­schen den bei­den ehe­ma­li­gen Künst­ler­ko­lo­nien und setzt darin die Tra­di­tion des künst­le­ri­schen Aus­tau­sches fort, der schon Ende des 19. Jahr­hun­derts die Künst­ler reiz­te, zu­sam­men zu ar­bei­ten und zu le­ben.

­Der Stutt­gar­ter Künst­le­rin Isa Dahl geht es in ih­ren Wer­ken um die Wir­kung von Farbe als au­to­no­mes Me­di­um. Da­bei ü­ber­rascht die Ein­fach­heit der For­men in ih­ren Bil­dern, die gleich­zei­tig eine außer­or­dent­li­che ma­le­ri­sche Wir­kung von der Fläche in den Raum hin­ein ha­ben. Ty­pisch für die Ma­le­rei von Isa Dahl ist eine la­sie­rende Mal­wei­se, bei der sie Schicht um Schicht der trans­pa­ren­ten Farbe auf­trägt und da­durch eine enorme Bild­tiefe und Leucht­kraft er­reicht. Der Mal­pro­zess, die Spur des schnel­len, be­weg­ten Pin­sel­duk­tus ist der Mit­tel­punkt der künst­le­ri­schen In­ten­tion und der Se­her­fah­rung des Be­trach­ters. Da­bei er­kennt der Be­trach­ter in Dahls Ar­bei­ten Struk­tu­ren, die eine Ver­wandt­schaft zu an­de­ren Seh­mus­tern ha­ben und so be­wegt sich Isa Dahl mit ih­ren Ar­bei­ten auf ei­nem Grat zwi­schen Ab­strak­tion und Rea­litäts­be­zug bei­spiels­weise zur Na­tur.

Isa Dahl (ge­bo­ren 1965 in Ra­vens­burg) stu­dierte von 1984 bis 1989 an der Staat­li­chen Aka­de­mie der Bil­den­den Künste in Stutt­gart bei Pe­ter Grau und Erich Man­sen. 1989 wech­selte sie an die Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf zu Die­ter Krieg, 1991 wurde sie Meis­ter­schü­le­rin. Isa Dahl lebt und ar­bei­tet in Stutt­gar­t.

­Die Aus­stel­lun­gen sind bis zum 13. Juni zu se­hen. Die Öff­nungs­zei­ten sind diens­tags bis sams­tags 14 bis 17.30 Uhr so­wie am Sonn­tag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr. Am Pfingst­mon­tag ist wie sonn­tags geöff­net.

vom 30.04.2011 | Ausgabe-Nr. 17B

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