LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Detmold

5. Lippische Altbausanierungstage erneut gut besucht

Sanierung nicht auf die lange Bank schieben

 

Det­mold (ab). Die Ver­brau­cher­aus­stel­lung zum Start der »5. Lip­pi­schen Alt­bau­sa­nie­rungs­wo­chen« war am ver­gan­ge­nen Wo­chen­ende er­neut sehr gut be­sucht, was zeigt, dass der Boom der letz­ten Jahre und das In­ter­esse am Thema un­ver­min­dert an­hal­ten.

Die wich­tigs­ten The­men wa­ren wie­der die Sen­kung der Heiz­kos­ten, ö­ko­lo­gi­sche Bau­stoffe und Lüf­tungs­tech­nik. Vor al­lem äl­tere Haus­be­sit­zer ab 50 Jah­ren in­for­mier­ten sich bei den ins­ge­samt 28 Aus­stel­lern und 20 Kurz­vor­trä­gen ver­schie­de­ner Ex­per­ten ü­ber alle Maß­nah­men, mit de­nen Hei­z­ener­gie­ver­brauch und Heiz­kos­ten ver­rin­gert wer­den kön­nen. Außer­dem spielte der Aspekt der Wert­er­hal­tung ei­ner Im­mo­bi­lie eine große Rol­le.

Auf der Leis­tungs­schau ört­li­cher und re­gio­na­ler Hand­werks- und Bau­fir­men nutz­ten die zahl­reich er­schie­ne­nen Be­su­cher die Ge­le­gen­heit, di­rekte Ge­spräche ü­ber prak­ti­sche Fra­gen der ener­ge­ti­schen Sa­nie­rung von Keller­de­cken, Außen­wän­den, Dächern, Fens­tern, Türen und bei der Hei­zungs-, Lüf­tungs- und So­lar­tech­nik mit den Ex­per­ten zu führen. Auch Ener­gie­be­ra­ter, Ar­chi­tek­ten, In­ge­nieu­re, die Spar­kasse und die Stadt­werke wa­ren prä­sent und stan­den mit Rat und Tat zur Sei­te. In den 15 Kurz­vor­trä­gen ü­ber Ein­zel­fra­gen wie Bau­teil­sa­nie­rung, Haus­tech­nik und Fi­nan­zie­rung konn­ten eben­falls ge­zielt Fra­gen ge­stellt wer­den. Klaus Mi­chael vom Nied­rig-Ener­gie-In­sti­tut (NEI), das die Alt­bau­sa­nie­rungs­wo­chen ver­an­stal­tet, freute sich ü­ber das er­neut rege In­ter­es­se. Vor al­lem der Sams­tag sei dies­mal bes­ser als in den Vor­jah­ren, da viele Men­schen nach dem Bum­mel ü­ber den Wo­chen­markt in die Stadt­halle ka­men.

­Mi­chael be­rich­te­te, dass die Ener­gie­spar­ver­ord­nung in den kom­men­den Jah­ren er­höhte An­for­de­run­gen an Alt­bau­ten stel­len wer­de, auch wei­tere Nachrüs­tungs­pflich­ten sol­len hin­zu­kom­men. Der Ex­perte rät da­her, Sa­nie­rungs­maß­nah­men nicht auf die lange Bank zu schie­ben. Auch fi­nan­zi­ell lohne sich das War­ten nicht: »­Der Zins­ge­winn, den ich da­durch ha­be, dass noch kei­nen Kre­dit auf­neh­me, ist nied­ri­ger als die Vor­tei­le, die eine Sa­nie­rung bring­t«, so Mi­chael. Die KfW-Bank (früher Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau) bie­tet ver­schie­dene För­der-Pa­kete an mit bis zu 50.000 Euro pro In­ves­ti­tion. Da­mit es sich rich­tig lohnt, muss das Motto des Haus­be­sit­zers lau­ten: nicht kle­ckern, son­dern klot­zen! Wer nur die Hei­zung er­neu­ern lässt und das Dach dämmt, dafür aber erst­mal auf die Däm­mung der Wände ver­zich­tet, muss mit fi­nan­zi­el­len Ein­bußen rech­nen. Der För­der­mit­te­le­tat der Stadt, der Kun­den aus Det­mold zur Ver­fü­gung steht wurde von 40.000 auf 80.000 Euro ver­dop­pelt. Schon ü­ber 800 Sa­nie­rungs­pro­jekte wur­den aus die­sem Topf in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit bis zu 2.000 Euro ge­för­dert. Die Vor­raus­set­zung dafür ist eine ü­ber­durch­schnitt­lich gute Dämm­wir­kung, die ü­ber dem ge­setz­lich ver­lang­ten Maß lieg­t.

Häu­fig ist in schlecht iso­lier­ten Häu­sern Schim­mel­bil­dung ein großes Är­ger­nis. Aber auch nach der Däm­mung bleibt das Pro­blem oft be­ste­hen oder ver­schlim­mert sich. Ge­rade bei sa­nier­ten Häu­sern kommt es da­her auf das rich­tige und re­gel­mäßige Lüf­ten an. Seit dem ver­gan­ge­nen Jahr wird auch der Ein­bau von au­to­ma­ti­schen Lüf­tungs­an­la­gen staat­lich ge­för­dert. Diese er­mög­li­chen ein sinn­vol­les Lüf­ten, auch wenn die Be­woh­ner nicht zu Hause sin­d.

­Bis zum 25. Fe­bruar fin­den im Rah­men der Lip­pi­schen Alt­bau­sa­nie­rungs­wo­chen noch fünf ver­tie­fende Abend­vor­träge statt. Heute in­for­miert Hans-Jür­gen Hör­ner ab 19.30 Uhr im Pau­li­nen­saal des Lan­des­kir­chen­am­tes in der Leo­pold­straße 27 ü­ber kirch­li­ches Um­welt­ma­na­ge­ment im Im­mo­bi­li­en­be­stand. Am kom­men­den Sams­tag, den 16. Fe­bruar, ist »­Tag des of­fe­nen Alt­baus«, bei dem sie­ben bei­spiel­haft sa­nierte Ge­bäude zur Be­sich­ti­gung geöff­net wer­den. In­ter­es­sierte Haus­be­sit­zer er­hal­ten da­bei Aus­kunft ü­ber die Er­fah­run­gen, Kos­ten und Nut­zen ge­rade ab­ge­schlos­se­ner Ge­bäu­des­a­nie­run­gen. Nähere In­for­ma­tio­nen zu al­len Ver­an­stal­tun­gen der Reihe ste­hen im In­ter­net un­ter ww­w.­zu­kunft-alt­bau.­de.

vom 13.02.2008 | Ausgabe-Nr. 7A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten