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» Lügde

Wieder zwei begeisternde Karnevalssitzungen der kfd im Klostersaal

»Viva la Lügde« – wer wollte da widersprechen!

Lügde (af­k). Im »Jahr 1 nach Anni Bo­win­kel­mann« ha­ben die Da­men der Thea­ter­gruppe der ka­tho­li­schen Frau­en­ge­mein­schaft (kfd) in Lügde ge­zeigt, dass sie durch­aus in der Lage sind, das Erbe der im letz­ten Jahr in den frei­wil­li­gen Ru­he­stand ge­tre­te­nen ver­dienst­vol­len Vor­rei­te­rin des Frau­en­kar­ne­vals an­zu­tre­ten: »Viva la Lüg­de« – so prangte es zwei Tage lang ü­ber der Bühne des Klos­ter­saa­l­es, ü­ber die an zwei Nach­mit­tagen hin­ter­ein­an­der vor ins­ge­samt mehr als 300 När­rin­nen ein je­weils mehr­stün­di­ges stim­mungs­ge­la­de­nes und bun­tes Trei­ben ging. Es ist schon phäno­me­nal mit wel­chem Ide­en­reich­tum und En­thu­si­as­mus die Da­men der Thea­ter­gruppe hier Jahr für Jahr ans Werk ge­hen. Das Pro­gramm stei­gert sich qua­li­ta­tiv, wird im­mer pro­fes­sio­nel­ler und muss sich wahr­lich hin­ter den Sit­zun­gen in den Kar­ne­vals­hoch­bur­gen nicht ver­ste­cken!

Im­mer wie­der mu­si­ka­lisch an­ge­trie­ben von Hans Hon­scheid aus Neu­stadt am Rü­ben­ber­ge, der die ein­schlä­gi­gen Schla­ger zum Schun­keln, Mit­sin­gen und Tan­zen aus sei­nem In­stru­men­ta­rium lockte und die Pro­gramm­pau­sen ge­konnt ü­ber­brück­te, um die Stim­mung am Ko­chen zu hal­ten, fei­erte die weib­li­che Nar­re­tei hier »ih­r« Fest. Der bis­lang im­mer ein­zige Mann im Pro­gramm, Pas­tor Pe­ter Hel­lers­berg (selbst ein be­ken­nen­der Freund des Wit­zes und Froh­sinns), hatte sich in die­sem Jahr mit Mi­chael Ernst Ver­stär­kung ge­holt: Ihr ge­mein­sa­mer (Play­back-)Vor­trag mit dem Co­me­dian Har­mo­nists-Ti­tel »Schöne Isa­bella aus Ka­sti­li­en« ließ die Wo­gen der Stim­mung im Saal bis zum An­schlag wo­gen – schlicht­weg aus dem Häu­schen wa­ren die När­rin­nen ü­ber das, was die bei­den da tän­ze­risch und imi­tie­rend dar­bo­ten. Eine Wie­der­ho­lung und die drei­stu­fige Ra­kete wa­ren der Dank für die­sen ein­zig zu­ge­las­se­nen männ­li­chen Bei­trag.

An­sons­ten hat­ten die Da­men wie im­mer nicht nur die Re­gie son­dern auch das Pro­gramm voll und ganz in ih­rem fes­ten Griff. Eine Au­gen­weide sind da­bei im­mer wie­der die vie­len tol­len Kostü­me, für die An­drea Ma­cke nicht nur eine lo­bende An­er­ken­nung und einen Blu­men­strauß der kfd-Vor­sit­zen­den Ma­ria Rü­sen­berg ent­ge­gen neh­men durfte – don­nern­der Ap­plaus des Au­di­to­ri­ums bestätigte diese Glanz­leis­tung der Schnei­de­rin für die aus­drucks­star­ken, bun­ten und großar­tig ge­styl­ten Kostü­me. Glei­ches trifft auf Cor­dula Till­manns zu, die auch in die­sem Jahr wie­der die Thea­ter­gruppe in tän­ze­ri­sche Top­form brach­te: Der Gas­sen­hauer »Ein Stern, der dei­nen Na­men träg­t« wurde von ihr wie­der in vie­len Ü­bungs­stun­den mit der Gruppe cho­reo­gra­phisch ent­wi­ckelt, trai­niert und na­hezu per­fekt prä­sen­tiert. Oben­drein gab’s noch den das rhyth­mi­sche »Viva la no­che« – natür­lich durfte die Truppe Zu­ga­ben ge­ben.

Es ist schon eine gran­diose Ge­samt­leis­tung, die von der Thea­ter­gruppe da ab­ge­lie­fert wird, denn par­al­lel zum rand­vol­len Pro­gramm mit den vie­len Sho­wein­la­gen für Auge und Ohr wer­den die Gäste vollen­det mit Ku­chen und Herz­haf­tem und natür­lich Ge­trän­ken von den gu­ten kfd- Geis­tern be­wir­tet. Al­les klappt wie am Schnür­chen, so dass sich die Be­su­che­rin­nen wirk­lich der un­ge­stör­ten Fei­er­laune hin­ge­ben kön­nen.

­Ne­ben den Tanzein­la­gen sind es auch dies­mal wie­der die Sket­che ge­we­sen, die die La­cher re­gel­recht her­aus­for­der­ten. Die Ak­teu­rin­nen Bet­tina Pott­hast, Bir­git Plat­te, Mo­nika Schlüter, Irene Hö­ner­bach, Eli­sa­beth Lang, Ma­nuela Mund­henk, Ma­ri­anne Klas­sen, An­ne­gret Blo­me, Freya Wen­ne­mann, Irene Scholz, In­grid Mund, An­ette Geyer und An­drea Loke tre­ten alle selbst­be­wusst auf, nicht zu­letzt im vol­len Ver­trauen auf die Qua­lität ih­res Pro­gramms. Das wie­derum hat sich in die­sem Jahr sti­lis­tisch schon et­was ver­än­dert. Was bis dato im­mer eher zurück­hal­ten­der und ver­klau­su­liert be­han­delt wur­de, kam jetzt hin und wie­der zwei­deu­tig ein­deu­tig rü­ber, ohne je­doch zo­tig zu wer­den oder das Ni­veau je­mals un­ter die Gür­tel­li­nie ab­rut­schen zu las­sen. Dazu gehörte si­cher­lich vorab Mut bei der Ent­schei­dung – aber es zeugt zwei­felsohne von ei­nem ge­stie­ge­nen weib­li­chen Selbst­be­wusst­sein, das die kfd-Frauen auch in Lügde an den Tag le­gen nach dem Motto »­Was die Män­ner kön­nen, kön­nen wir schon lan­ge«. Kom­pli­ment an Bir­git Plat­te, die als »Ex-Tol­lität« in freiem Vor­trag (!) die Pro­bleme der Zwei­sam­keit aus dem Ehe-All­tag aus un­ter­schied­lichs­ten Blick­win­keln auf die Schippe nahm. Oder da be­kommt der neu­gie­rige Arzt (Bet­tina Pott­hast) in sei­ner Pra­xis durch die in­time Be­fra­gung sei­ner drei Pa­ti­en­tin­nen (An­drea Lo­ke, In­grid Mund und Ma­nuela Mund­henk) erzählt, dass de­ren Sex­le­ben nach »MMS«- Ma­nier ver­läuft: Bei ei­ner »­Mon­tags, Mitt­wochs, Sams­tags«, bei der zwei­ten »März, Mai, Sep­tem­ber« und bei der äl­tes­ten »­Manch­mal möchte ich’s schon«. Und auch beim Frau­en­treff (I­rene Scholz, Ma­ri­anne Klas­sen, Eli­sa­beth Lang, Mo­nika Schlüter und Irene Hö­ner­bach) nun ja – da geht die Post aber rich­tig ab.

Der Ruf, der in­zwi­schen dem Lüg­der Frauen-Kar­ne­val vor­auseilt, ist die beste Re­klame und sorgt für volle Häu­ser. Längst kom­men die Be­su­che­rin­nen nicht nur aus Lügde son­dern auch aus Bad Pyr­mont, häu­fig auch in klei­nen Grup­pen, um mal rich­tig ab­zufei­ern. Man weiß al­so, wo was Gu­tes ge­bo­ten wird. Des­halb an die­ser Stelle auch in die­sem Jahr wie­der ein dickes Kom­pli­ment an die Or­ga­ni­sa­to­rin­nen, die Mit­glie­der der Thea­ter­gruppe und die kfd-Da­men auf und hin­ter der Büh­ne. Auch wenn diese Zei­len von ei­nem Mann stam­men, trotz­dem die ehr­li­che Fest­stel­lung: Hier wür­den mehr Män­ner wirk­lich nur stören!

vom 02.02.2008 | Ausgabe-Nr. 5B

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