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Serie: Kirchen in Hiddesen – Evangelisch-Reformiert

Mit »Orgelfond« zur Kirchenmusik

Hid­de­sen (to­s). Die Bi­bel auf dem Holzal­tar der evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­che ist nicht ohne Grund in Rich­tung der Bänke aus­ge­legt: Aus ihr liest man ge­mein­sam – das ist die Phi­lo­so­phie in der äl­tes­ten Kir­che Hid­de­sens.

Vor 60 Jah­ren war es der Ge­meinde al­ler­dings et­was zu ge­mein­sam: Das evan­ge­li­sche Le­ben spielte sich im Haus hin­ter der heu­ti­gen Bä­cke­rei Ing­wer­sen ab. Mor­gens Kin­der­gar­ten, nach­mit­tags Ge­mein­de­haus, sonn­tags Kir­che – stän­di­ges Um­räu­men und Ver­schie­ben in­klu­si­ve. Darum be­schloss der Kir­chen­vor­stand 1948 den Bau der Kir­che hin­ter der da­ma­li­gen Schu­le. Zur Fi­nan­zie­rung tru­gen die Hid­de­ser we­sent­lich selbst bei – es war so­gar mög­lich, sym­bo­lisch Bau­steine in Form von Geld zu spen­den. Im Ge­bäude ist ei­ni­ges an Hid­de­sen selbst ver­baut: Die Haupt­trä­ger der De­cke etwa wur­den aus Fich­ten ge­schnit­ten, die an der Lops­hor­ner Al­lee stan­den.

­Zunächst muss­ten die Got­tes­dienste in der am 12. Ok­to­ber 1952 ein­ge­weih­ten Kir­che ü­b­ri­gens ohne Or­gel aus­kom­men: Man be­half sich mit ei­nem Har­mo­ni­um, ein In­stru­ment, das äußer­lich mehr Ähn­lich­keit mit ei­nem Kla­vier hatte und mit den Füßen zu be­die­nen war. Erst mit ei­nem »Or­gel­fon­d« konnte schließ­lich das In­stru­ment fi­nan­ziert wer­den, das bei der Kon­fir­ma­tion 1959 zum ers­ten Mal durch die hei­lige Halle schall­te.

Sch­licht, wie evan­ge­li­sche Kir­chen ja tra­di­tio­nell ge­hal­ten sind, ge­fällt der heu­ti­gen Pfar­re­rin Ju­liane Arndt be­son­ders das Am­biente der Holz­tö­ne: die Decke, der Al­tar, auch der kas­ta­ni­en­far­bene Tep­pich.

Wer hier in Rich­tung Mö­bel­haus schielt, liegt auch gar nicht so falsch: An der Sei­te, die mal Platz für den Chor bot, ist heute eine Ecke ex­tra für Kin­der ein­ge­rich­tet. Da­bei fin­den die Klei­nen Got­tes­dienste gar nicht so lang­wei­lig, wie man mei­nen könn­te, sagt Ju­liane Arndt. Be­son­ders fas­zi­niert seien sie von den ge­mein­sa­men Ge­sän­gen – da lau­sche schon ein­mal das ein oder an­dere kleine Ohr an­däch­tig ü­ber das Gelän­der.

Wie hoch der Turm ih­rer Kir­che ist, kann die Pfar­re­rin nicht sa­gen – aber liest man sich die Gra­vur auf ei­ner der vier guss­ei­ser­nen Glo­cken durch, merkt man, dass eine Zahl viel­leicht gar nicht so wich­tig ist: »Trach­tet nach dem was dro­ben ist.«

vom 26.01.2008 | Ausgabe-Nr. 4B

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