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Bürgermeister Friedrich Ehlert zu wichtigen Themen des Jahres 2008

Viel erreicht – aber Image muss besser werden

Dören­trup (m­v). Zu Be­ginn des Jah­res 2008 stellt sich die Fra­ge, wel­ches die wich­tigs­ten The­men für die Dören­tru­per Ver­wal­tung und Po­li­tik sein wer­den. »Lippe ak­tu­ell« bat Dören­trups Bür­ger­meis­ter Fried­rich Eh­lert zum In­ter­view ü­ber Her­aus­for­de­run­gen und Chan­cen der Kom­mu­ne. Das Ge­mein­deober­haupt zeigte sich tat­freu­dig und op­ti­mis­tisch: Dören­trup stehe ins­ge­samt nicht schlecht da und sei weitaus bes­ser als sein manch­mal ein we­nig ge­trüb­tes Image.

Lippe ak­tu­ell: Herr Bür­ger­meis­ter, das Pro­jekt des »In­te­grier­ten länd­li­chen Ent­wick­lungs­kon­zep­tes« – Ilek – hat zu dem großen Er­folg für die vier nordlip­pi­schen Kom­mu­nen ge­führt, dass das Ge­biet zur »Lea­der-Re­gion« er­klärt wur­de. Was ge­nau be­deu­tet das, und wie se­hen die nächs­ten Pla­nun­gen aus­?

Eh­lert: Der Ti­tel ei­ner Lea­der-Re­gion ist in der Tat im­mens wich­tig für die Zu­kunft Dören­trups wie Nordlip­pes ins­ge­samt. Bis zum Jahre 2013 wer­den aus För­der­töp­fen der Eu­ropäi­schen Union in die­sem Zu­sam­men­hang 1 Mil­lion Euro fließen. In Kürze wird ein Re­gio­nal-Ma­na­ger ein­ge­stellt, der die Pro­jekte ko­or­di­nie­ren soll. Aus dem »I­lek«-Pro­zess sind zahl­rei­che Leit­pro­jekte ja be­reits vor­han­den, die nun um­ge­setzt wer­den kön­nen.

LA: Ein greif­ba­res Er­geb­nis ist doch auch die Teil­nahme am Pi­lot­pro­jekt »­Di­gi­ta­les Nord­rhein-West­fa­len«. Worum geht es da­bei?

Eh­lert: Eine Lea­der-Re­gion steht auf meh­re­ren Säu­len: Zum Bei­spiel Tou­ris­mus und De­mo­gra­fie – und eben auch der Be­reich der in­ter­kom­mu­na­len Ko­ope­ra­tion. Bei dem Pi­lot­pro­jekt dreht sich al­les um die IT-Ver­net­zung un­ter den vier Kom­mu­nen. Er­reicht wer­den soll die Nut­zung von Syn­er­gie­ef­fek­ten so­wie natür­lich auch die Aus­schöp­fung von Ein­spar­mög­lich­kei­ten im Per­so­nal- und Ma­te­ri­al­be­reich.

LA: Steht da­bei ü­ber die Ver­wal­tungs­zu­sam­men­ar­beit hin­aus auch das Ziel der Schaf­fung ei­ner »­Ge­meinde Nordlip­pe« auf der Ta­ges­ord­nung?

Eh­lert: Bei der Prä­sen­ta­tion im Düs­sel­dor­fer Mi­nis­te­rium wurde un­ser ge­mein­sa­mer Slo­gan »Auf dem Weg zu ei­ner Ge­mein­de« aus­drück­lich ge­lobt. Ein solch weit­ge­hen­der An­satz sei vor­bild­lich. Ich per­sön­lich spre­che statt von ei­ner Ge­meinde Nordlippe aber vor­erst lie­ber noch von ei­nem »­Ver­wal­tungs­be­zirk Nordlip­pe«. Da­mit sind dann etwa The­men wie Spe­zia­li­sie­rung, Knowhow-Trans­fer und Per­so­nal­ver­tre­tun­gen ge­meint. Das al­les ist sehr kon­kret und in ab­seh­ba­rer Zeit auch tatsäch­lich er­reich­bar.

LA: Ein wei­te­res wich­ti­ges Thema für Dören­trup ist die Rat­haus-Sa­nie­rung be­zie­hungs­weise ein even­tu­el­ler Neu­bau.

Eh­lert: Hier lege ich großen Wert auf die Fest­stel­lung, dass ein­zi­ges Mo­tiv die­ser Maß­nahme das Fin­den ei­ner be­triebs­wirt­schaft­lich sinn­vol­len Lö­sung ist. Un­ab­hän­gige Ex­per­ten ha­ben den Sa­nie­rungs­be­darf auf rund 1,5 Mil­lio­nen Euro be­zif­fert. Das jet­zige Ge­bäu­de, das früher eine Schule war, ist nicht nur viel­fach ma­ro­de, son­dern auch ge­ne­rell vom Zu­schnitt her un­güns­tig und da­her kos­ten­stei­gern­d.

LA: In der Dis­kus­sion ist ja auch eine ge­mein­same In­fra­struk­tur-Lö­sung mit wei­te­ren Nut­zern – viel­leicht Rat­haus und Ärz­te­zen­trum un­ter ei­nem Dach oder Ähn­li­ches.

Eh­lert: Sol­che Ü­ber­le­gun­gen gibt es in der Tat. Das ge­samte Pro­jekt könnte eine Art »­Leucht­turm-Pro­jek­t« für die Ge­meinde Dören­trup sein, eine his­to­ri­sche Chan­ce. Aber die Dinge sind noch zu we­nig ent­schie­den und spruch­reif, um Kon­kre­te­res mit­zu­tei­len zum jet­zi­gen Zeit­punk­t.

LA: Dören­trup hat nicht ge­rade das al­ler­beste Image in Lip­pe: Die Ge­meinde wird häu­fig ein we­nig als graue Maus ge­se­hen, dazu fi­nan­zi­ell äußerst ein­ge­schränkt und nicht ge­rade An­zie­hungs­punkt für neue Ein­woh­ner. Die Wirk­lich­keit sieht an­ders aus – aber wie kön­nen Rea­lität und Image mehr in Ü­ber­ein­stim­mung ge­bracht wer­den?

Eh­lert: Am Image müs­sen wir ver­stärkt ar­bei­ten. Denn wir kön­nen uns se­hen las­sen, ha­ben un­sere »Haus­auf­ga­ben ge­macht«. Ab Ende die­ses Jah­res wer­den die Ge­mein­de­fi­nan­zen nicht mehr län­ger durch kon­sum­tive Kre­dite für lau­fende Aus­ga­ben be­las­tet sein – das ist ein großer Er­folg un­se­rer kon­se­quen­ten und kon­ti­nu­ier­li­chen Spar­po­li­tik. Man könnte auch sa­gen: Wir le­ben nicht mehr ü­ber un­sere Ver­hält­nis­se. Die ver­brei­tete Ein­schät­zung, Dören­trup sei ver­gleichs­weise arm, stimmt ein­fach nicht.

LA: Wie kann das Image denn nach­hal­tig ver­bes­sert wer­den? In der Bau­land­po­li­tik soll es ja eine ge­wisse Schwer­punkt­ver­la­ge­rung ge­ben.

Eh­lert: Das ist ein be­deut­sa­mer Punkt. Wir wol­len wie­der stär­ker das Haus­bauen di­rekt im ei­ge­nen Orts­teil, aus dem man stammt, er­mög­li­chen. Ü­ber­haupt ist die Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Hei­mat­dorf ü­beraus wich­tig. Des Wei­te­ren tun wir be­reits eine Menge für die Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf, bei­spiels­weise durch ein mög­lichst op­ti­ma­les An­ge­bot an Kin­der­gar­ten­plät­zen.

vom 23.01.2008 | Ausgabe-Nr. 4A

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