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Farbenzwerge schwarz-silber erhalten Bestbewertung bei der 28. Bundesschau

Deutscher Meister: Titel für Bernhard Bode

Lügde (af­k). Die Klein­tier­zucht hat tra­di­tio­nell in Lügde einen ho­hen Stel­len­wert. Ob Ras­se­ge­flü­gel wie Hüh­ner, Häh­ne, Tau­ben, En­ten und Gänse oder auch Ka­nin­chen – sie ha­ben in die­ser Stadt ein Zu­hau­se. Oft belächelt von der meist un­wis­sen­den Be­völ­ke­rung ha­ben die Hob­by­züch­ter eine wich­tige Auf­ga­be: Es gilt vor al­lem den Ar­ten­reich­tum und die Ge­sun­der­hal­tung der Klein­tiere auch für die Zu­kunft zu si­chern. Dass diese Zucht­ar­beit in Lügde sehr er­folg­reich be­trie­ben wird, stel­len die Züch­ter all­jähr­lich fest, wenn sie sich mit ih­ren Tie­ren nicht nur auf lo­ka­ler son­dern auch auf Kreis-, Lan­des- und so­gar Bun­des­ebene den Preis­rich­tern stel­len. Nach­dem be­reits mit Hu­bert Hasse beim Ras­se­ge­flü­gel ein Deut­scher Meis­ter aus Lügde gekürt wer­den konn­te, zo­gen jetzt die Ka­nin­chenzüch­ter nach: Der Eh­ren­vor­sit­zende des Kreis­ver­ban­des Ha­meln-Pyr­mont und des »F 73«, des Ka­nin­chen­zucht­ver­eins Pyr­mont/Lüg­de, Bern­hard Bode (78), schaffte nach 42 Zucht­jah­ren auch den Deut­schen Meis­ter­ti­tel mit »Far­ben­zwerge schwarz-sil­ber«. »Das ist der Höhe­punkt mei­ner Ka­nin­chen- Zucht­kar­rie­re«, ge­steht Bo­de, der sich stets mit viel Herz­blut und En­ga­ge­ment für die Ka­nin­chen­zucht ein­ge­setzt hat. Sechs­mal Lan­des­meis­ter war er schon, zahl­rei­che Eh­run­gen sind ihm in­zwi­schen zu­teil ge­wor­den, aber ein Deut­scher Meis­ter­ti­tel fehlte bis­lang in der Lis­te. »Auch für un­se­ren Ver­ein ist das wirk­lich ein rie­si­ger Er­fol­g«, freut sich der F 73-Vor­sit­zende Rai­ner Reiss. Nach 1997 als Hen­nes Kö­nig den ers­ten Deut­schen Meis­ter nach Lügde hol­te, ist das nun ein zwei­ter na­tio­na­ler Ti­tel, der sich in der Ver­ein­schro­nik gut macht.

28.500 Ka­nin­chen der un­ter­schied­lichs­ten Ras­sen wa­ren bei der 28. Bun­des-Ka­nin­chen­schau in den Bre­mer Mes­se­hal­len den Preis­rich­tern vor­ge­stellt wor­den. Bern­hard Bode hatte in sei­ner Ka­te­go­rie »Far­ben­zwerge schwarz-sil­ber« zwölf Mit­be­wer­ber aus ganz Deutsch­land. Aber die Ju­ro­ren wa­ren sich nach der Be­gut­ach­tung ei­nig: Das beste Tier stammte ein­deu­tig aus Lüg­de. Rund 387 Punkte be­kam Bode für das ku­sche­lige Tier. Hen­nes Kö­nig hat­ten 1997 noch rund neun Punkte we­ni­ger für den Ti­tel ge­reicht. Bo­de: »Das zeigt auch, dass die Qua­lität der Tiere in den Jah­ren deut­lich ge­stei­gert wer­den konn­te. Das ist ein gu­ter Weg für die Zucht und da­mit auch für die Er­hal­tung der Ar­ten und Ras­sen.«

­Ka­nin­chen­zucht ist ja kein Ge­heim­nis, aber eine An­ge­le­gen­heit von viel Er­fah­rung und natür­lich auch Glück. Al­les das war bei Bern­hard Bode im letz­ten Jahr zu­sam­men­ge­kom­men. Kleine Pi­kan­te­rie am Ran­de: Sein Meis­ter­tier stammt aus ei­nem Zucht­stamm, den er aus­ge­rech­net von sei­nem ärgs­ten Mit­be­wer­ber um den Meis­ter­ti­tel be­kom­men hat­te. Aber das ist eben die Frage des er­fah­re­nen Züch­ters, der ge­nau weiß, wel­che Zu­züch­tun­gen ihn am Ende bei sei­nen Tie­ren wei­ter­brin­gen. Das be­kommt er selbst jetzt natür­lich auch zu spüren: Seine Meis­ter­tiere ste­hen ganz hoch im Kurs bei Züch­tern aus der gan­zen Re­pu­blik. Und es gibt da reich­lich An­ge­bo­te.

Mit die­sem Ti­tel ver­bun­den ist für Bode jetzt die Chance zur Teil­nahme an der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft. »Ich habe mich noch nicht ent­schlos­sen«, sagt der Meis­ter. »Das Pro­blem ist, dass aur eu­ropäi­scher Ebene an­ders be­wer­tet wird als in Deutsch­lan­d.« Ein biss­chen im Schat­ten des Deut­schen Meis­ter­ti­tels aber kei­nes­wegs schlech­ter zu be­wer­ten sind auch die Er­folge wei­te­rer F73-Züch­ter aus Lüg­de: Maik Pa­gen­kopf zum Bei­spiel ge­wann mit sei­nen Far­ben­zwer­gen weiß-gran­nen­far­big blau den Ti­tel ei­nes Klas­sen­sie­gers, Diet­mar Pinz und Mat­t­his Trope er­hiel­ten Zucht­grup­pen- und Eh­ren­prei­se.

Kurz­um: Diese Bun­des­schau in Bre­men wurde für die Züch­ter des F 673 Bad Pyr­mont-Lüg­de) zu ei­nem großen Er­folgs­er­leb­nis, das die Zucht­an­stren­gun­gen in Zu­kunft eher be­flü­geln wird.

vom 12.01.2008 | Ausgabe-Nr. 2B

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