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Schachweltmeisterschaft der Senioren in Österreich

Auch Teilnehmer aus Lippe am Start

Gmun­den/Eich­holz-Rem­mig­hau­sen (ab). Na­hezu die ge­samte Scha­che­lite der äl­te­ren Ge­ne­ra­tion (bis Jahr­gang 1947) traf sich in der zwei­ten Sep­tem­ber­hälfte im Ös­ter­rei­chi­schen Gmun­den am Traun­see. Der Welt­schach­bund (FI­DE) hatte zu den Se­nio­ren-Welt­meis­ter­schaft ein­ge­la­den. 15 Groß­meis­ter und 4 Groß­meis­te­rin­nen ga­ben sich die Eh­re, 14 in­ter­na­tio­nale Meis­ter und 19 FIDE-Meis­ter. Spiel­be­rech­tigt wa­ren aber nicht nur Meis­ter, son­dern alle Se­nio­rin­nen und Se­nio­ren ü­ber 60 Jah­re, die in ih­rem Hei­mat­land ei­nem of­fi­zi­ell an­er­kann­ten Schach­ver­band an­gehören. Ins­ge­samt mel­de­ten sich 233 Se­nio­ren (und 34 Se­nio­rin­nen, die ein ei­ge­nes Tur­nier spiel­ten) aus 35 Na­tio­nen zum Start. Je­der von ih­nen er­hielt nach dem Paa­rungs­mo­dus des »Schwei­zer Sys­tems« in al­len 11 Run­den einen sei­ner Spielstärke ent­spre­chen­den Part­ner zu­ge­wie­sen. Aus Det­mold nahm Gün­ter Kreie (Jahr­gang 1931) von der Schach­ab­tei­lung des TuS Eich­holz-Rem­mig­hau­sen an dem Tur­nier teil. Er er­zielte ge­gen eine starke Geg­ner­schaft die Hälfte der mög­li­chen Punkte und er­reichte da­mit eine Durch­schnitts-Leis­tung auf gu­tem Re­gio­nal­liga-Ni­veau (1965 Elo). Ein wei­te­rer Teil­neh­mer aus OWL war Rolf Mies­ner aus En­ger-Spen­ge, der auf 4,5 Punkte kam.

Sie­ger mit 9 Punk­ten aus 11 Par­tien und da­mit Se­nio­ren­welt­meis­ter wurde ü­ber­ra­schend der li­taui­sche in­ter­na­tio­nale Meis­ter Al­gi­man­tas But­no­rius aus Kau­n­as, der mit die­sem Er­folg im Al­ter von 60 Jah­ren noch den Groß­meis­ter­ti­tel er­lang­te. In der vor­letz­ten Runde hatte er den sehr star­ken und welt­be­kann­ten deut­schen Groß­meis­ter Wolf­gang Uhl­mann (Dres­den) be­siegt und sich da­mit im End­spurt den Weg zum Ti­tel frei­ge­macht. Die lip­pi­schen Schach­freunde gra­tu­lier­ten Al­gi­man­tas But­no­ri­us, des­sen Spiel sich durch Ein­falls­reich­tum und kühle Ent­schlos­sen­heit aus­zeich­ne­te, sehr herz­lich zu sei­nem großen Er­folg, wie es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung der Schach­ab­tei­lung des TuS Eich­holz-Rem­mig­hau­sen heißt. Auf den Plät­zen zwei bis sie­ben hin­ter But­no­rius lan­de­ten re­nom­mierte Groß­meis­ter, un­ter ih­nen als bes­ter Deut­scher Wolf­gang Uhl­mann (Dres­den), der mit 8 Punk­ten den 5. Platz er­reich­te. Welt­meis­te­rin der Se­nio­rin­nen wurde die pol­ni­sche Groß­meis­te­rin Hanna Erenska-Bar­low mit 8 Punk­ten aus 11 Par­tien vor ih­rer rus­si­schen Groß­meis­ter-Kol­le­gin Lud­mila Sau­nina mit 7,5 Punk­ten.

Of­fene Se­nio­ren­tur­niere die­ser Art be­deu­ten für alle Teil­neh­mer eine Be­rei­che­rung. Der span­nende Wett­kampf auf den 64 Fel­dern weckt Krea­ti­vität und Phan­ta­sie und ist – zu­mal für äl­tere Men­schen – ein emp­feh­lens­wer­tes Trai­ning zur För­de­rung und Er­hal­tung der geis­ti­gen Be­weg­lich­keit. Im Ü­b­ri­gen bie­tet eine sol­che Schach­frei­zeit alle Ab­wechs­lun­gen und An­re­gun­gen, die man von ei­nem gut ge­plan­ten Ur­laub er­war­ten darf: ne­ben kul­tu­rel­len Er­leb­nis­sen (wie Mu­se­ums­be­su­che) gibt es viele Ge­le­gen­hei­ten zu kör­per­li­cher Betäti­gung, zum Schwim­men, Rad­fah­ren oder zu größe­ren und klei­ne­ren Wan­der­tou­ren in der meis­tens land­schaft­lich schö­nen Um­ge­bung der Or­te, in de­nen die Schach­tur­niere aus­ge­tra­gen wer­den.

Wer das Schach­spiel noch nicht be­herrscht, kann ü­b­ri­gens trotz­dem mit­ma­chen. Se­nio­rin­nen und Se­nio­ren, die sich ei­nem Schach­ver­ein an­sch­ließen, ha­ben nach ei­nem etwa sechs­mo­na­ti­gen Ein­führungs­trai­ning – ohne Prü­fun­gen und be­son­dere Qua­li­fi­ka­ti­ons­nach­weise – eben­falls die Mög­lich­keit, an ei­nem Se­nio­ren­tur­nier teil­zu­neh­men.

vom 12.01.2008 | Ausgabe-Nr. 2B

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