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Hilfe aus einer Hand

Kreis Lip­pe/Müns­ter. Kriegs­op­fer, Op­fer von Ge­walt­ta­ten und Impf­ge­schä­digte so­wie Sol­da­ten und Zi­vil­dienst­leis­ten­de, die im Dienst zu Scha­den ge­kom­men sind, be­kom­men alle Hil­fen ab dem 1. Ja­nuar von den Land­schafts­ver­bän­den Rhein­land (L­VR) und West­fa­len-Lippe (LW­L): »Da­mit leis­ten die Land­schafts­ver­bände dann Hil­fen aus ei­ner Han­d", so LWL-So­zi­al­de­zer­nent Matt­hias Mün­ning. "­Zah­lun­gen, die Be­trof­fene bis­her von den Ver­sor­gungs­äm­tern be­kom­men ha­ben, er­hal­ten sie au­to­ma­tisch wei­ter, ohne dass sie An­träge stel­len müs­sen oder neue Be­scheide be­kom­men«, so Mün­ning wei­ter.

Viele Mit­ar­bei­ter aus den bis­he­ri­gen Ver­sor­gungs­äm­tern wech­seln zu den Land­schafts­ver­bän­den, so dass die be­kann­ten An­sprech­part­ner blei­ben, wenn es um Fra­gen der Ren­ten so­wie der Heil- und Kran­ken­h­aus­be­hand­lung geht. Wie bis­her zah­len LVR und LWL Er­ho­lungs­ur­lau­be, die Un­ter­brin­gung in Hei­men oder Ta­ges­pfle­ge­ein­rich­tun­gen und sor­gen dafür, dass die Be­trof­fe­nen einen Platz in ei­ner Werk­statt be­kom­men. Wenn es mög­lich ist, un­ter­stüt­zen sie die Op­fer von Krieg oder Ge­walt mit Um­schu­lun­gen da­bei, wie­der auf dem Ar­beits­markt Fuß zu fas­sen. Zu den Leis­tun­gen gehören auch die or­thopä­di­sche Ver­sor­gung und Ba­de­ku­ren.

Das neue LWL-Ver­sor­gungs­amt West­fa­len ist für ü­ber 38.000 Kriegs­op­fer so­wie ihre Hin­ter­blie­be­nen aus ganz West­fa­len-Lippe zu­stän­dig. Dazu kom­men noch rund 4.400 Wehr- und Ziel­dienst­leis­ten­de, Op­fer von Ge­walt und Impf­ge­schä­dig­te, die einen An­spruch auf Hilfe ha­ben wer­den. »Al­lein im Be­reich des So­zia­len Ent­schä­di­gungs­rechts rech­nen wir mit ü­ber 4.000 An­trä­gen pro Jahr«, so Mün­ning.

­Neue An­träge kön­nen Be­trof­fene ab dem 1. Ja­nuar di­rekt bei ih­rem Land­schafts­ver­band stel­len. Für Fra­gen zur neuen Re­ge­lung schal­tet der LWL un­ter 0251 591-8000 ab dem 2. Ja­nuar eine Te­le­fon­num­mer, un­ter der sich Be­trof­fene in­for­mie­ren kön­nen.

­Zunächst hat der Staat für die Op­fer der bei­den Welt­krie­ge, ih­rer An­gehö­ri­gen und Hin­ter­blie­be­nen die Ver­sor­gung ü­ber­nom­men. An­fang der 50er Jahre wurde diese Ziel­gruppe er­wei­tert und die Kriegs­op­fer­ver­sor­gung zum So­zia­len Ent­schä­di­gungs­recht er­wei­tert. Heute er­hal­ten auch an­dere Grup­pen wie Sol­da­ten und Zi­vil­dienst­leis­ten­de, die im Dienst ge­sund­heit­li­che Schä­den er­lit­ten ha­ben, so­wie Op­fer von Ge­walt­ta­ten, Impf­ge­schä­digte oder Op­fer des SED-Un­rechts in der ehe­ma­li­gen DDR Wie­der­gut­ma­chungs­leis­tun­gen aus dem so­ge­nann­ten So­zia­len Ent­schä­di­gungs­recht. Der Land­tag hat be­schlos­sen, dass die bei­den Land­schafts­ver­bände ab 1. Ja­nuar 2008 für die ge­sam­ten Leis­tun­gen der So­zia­len Ent­schä­di­gung und der Kriegs­op­fer­ver­sor­gung zu­stän­dig sind.

vom 02.01.2008 | Ausgabe-Nr. 1A

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