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SPD Kreistagsfraktion informiert sich über Pläne der Zuckerfabrik Lage

Politiker unterstützten Kapazitätsausweitung

La­ge. Das La­gen­ser Werk von Pfei­fer & Lan­gen möchte gerne seine Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zität aus­wei­ten. Darü­ber in­for­mierte Dr. Hans Coe­nen als Mit­glied der Werks­lei­tung die SPD-Kreis­tags­frak­tion und den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Dirk Becker. Die Kreis­po­li­ti­ker un­ter­stüt­zen die­ses Vor­ha­ben. Schließ­lich sei die La­gen­ser Zucker­fa­brik nicht nur ein wich­ti­ger Ar­beit­ge­ber son­dern si­chere auch die Exis­tenz meh­re­rer hun­dert Land­wirte al­lein in Lip­pe, so Frak­ti­ons­chef Kurt Kal­kreu­ter.

­Ge­gen­wär­tig pro­du­ziert Pfei­fer & Lan­gen in Lage 85.000 Ton­nen Zu­cker im Jahr. Dazu wer­den knapp 600.000 Ton­nen Rü­ben aus Lip­pe, dem Min­den-Ra­vens­ber­ger Land und dem Land­kreis Ha­meln-Pyr­mont ver­ar­bei­tet. So ein­drucks­voll diese Zah­len aus Sicht der So­zi­al­de­mo­kra­ten auch sind, ist Lage doch das kleinste der vier deut­schen Pfei­fer & Lan­gen-Wer­ke. Coe­nen zeigte sich zwar von der Qua­lität des Stand­ortes ü­ber­zeugt: »Wir ha­ben in Sa­chen Rü­ben­qua­lität das beste Ein­zugs­ge­biet.« Doch nicht zu­letzt die Ver­än­de­run­gen auf dem eu­ropäi­schen Zucker­markt und die deut­lich ver­stärkte Ein­fuhr von Zu­cker aus Ent­wick­lungs­län­dern, zwinge zum Han­deln.

­Coe­nen und mit ihm die ge­samte La­gen­ser Werks­lei­tung möchte gerne die Dauer der Rü­ben­kam­pa­gne aus­deh­nen und da­mit die Pro­duk­tion stei­gern. Es sei dafür nicht nötig, neue An­la­gen zu bau­en. Ebenso we­nig müsse man höhere Geräusch- oder Ge­ruch­se­mis­sio­nen be­fürch­ten, ver­si­cherte Coe­nen mit Blick auf die Nach­bar­schaft der Zucker­fa­bri­k.

­Die Mit­glie­der der SPD-De­le­ga­tion, zu der auch Rats­frak­ti­ons­chef Die­ter Dar­gatz gehör­te, ge­wan­nen oh­ne­hin den Ein­druck, dass Um­welt­schutz in der Zucker­fa­brik eine ganz be­deu­tende Rolle spielt. So be­treibt das Werk eine bio­lo­gi­sche Klär­an­lage für den scho­nen­den Um­gang mit Was­ser. Das da­bei ge­won­nene Me­than­gas wird in ei­ner Bio­gas­an­lage ge­sam­melt und zur Ener­gie­ge­win­nung ge­nutzt. Außer­dem ist mit dem an­fal­len­den Acker­bo­den - keine Rübe wird sau­ber ohne an­haf­tende Er­dreste an­ge­lie­fert - ein Bio­top vor den To­ren La­ges auf­ge­baut wor­den. Po­si­tiv ver­merk­ten die So­zi­al­de­mo­kra­ten auch, dass die ver­kehr­li­che und die Ge­ruchs­be­las­tung in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ab­ge­nom­men ha­be. Die ge­wal­ti­gen Ver­än­de­run­gen auf dem eu­ropäi­schen Zucker­markt wer­den nach Aus­kunft Coe­nens aber nicht dazu führen, dass das La­gen­ser Werk auf an­dere Pro­dukte um­stei­ge. »Wir wer­den nicht in Zu­kunft Bioetha­nol oder Bio­gas aus den Rü­ben ma­chen. Pfei­fer & Lan­gen ist ein Le­bens­mit­tel­kon­zern und wird es auch blei­ben.«

­Die Zucker­fa­brik Lage ist 1883 ge­grün­det und 1986 von Pfei­fer & Lan­gen ü­ber­nom­men wor­den. Der Köl­ner Mut­ter­kon­zern er­wirt­schaf­tet mit rund 850 Mit­ar­bei­tern einen Jah­res­um­satz von knapp 650 Mil­lio­nen Eu­ro. Gut 70 An­ge­stellte und drei Aus­zu­bil­dende gehören zur Stamm­be­leg­schaft in La­ge. Während der Rü­ben­kam­pa­gne im Herbst wächst die Mit­ar­bei­ter­zahl auf deut­lich ü­ber 100 Män­ner und Frau­en. Der La­gen­ser Zu­cker lan­det nur zu ei­nem klei­ne­ren Teil di­rekt in den Haus­hal­ten der End­ver­brau­cher. Haupt­ab­neh­mer ist statt­des­sen die Nah­rungs- und Ge­nuss­mit­tel­in­dus­trie.

vom 02.01.2008 | Ausgabe-Nr. 1A

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