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Was man bei Verletzungen durch Silvesterknaller beachten sollte

Vorsicht im Umgang mit Feuerwerkskörpern

 

Kreis Lip­pe. Die Ret­tungs­fach­leute der Jo­han­ni­ter-Un­fall-Hilfe (JUH) er­war­ten er­fah­rungs­gemäß zum Jah­res­wech­sel auch in Lippe von Per­so­nen, die sich mit Feu­er­werks­ar­ti­keln zum Teil schwer an Au­gen und Oh­ren ver­letzt ha­ben. An­dere ver­bren­nen sich an Knal­lern und Ge­schos­sen. Des­we­gen emp­feh­len die Jo­han­ni­ter, die die Ret­tungs­wa­chen in Blom­berg und Horn be­trei­ben, sich an die An­wen­dungs­vor­schrif­ten auf den Ver­pa­ckun­gen zu hal­ten und nur Feu­er­werks­kör­per zu ver­wen­den, die ein Prüf­sie­gel tra­gen.

Ob­wohl in der Re­gel die Er­wach­se­nen böl­lern, gehören Kin­der im Al­ter von 8 bis 15 Jah­ren zur Hauptri­si­ko­grup­pe. Je­des Jahr wer­den zu Sil­ves­ter bun­des­weit rund 200 Kin­der in die Not­auf­nahme ein­ge­lie­fert, weil sie un­be­auf­sich­tigt Feu­er­werks­kör­per ge­zün­det ha­ben oder sich am Neu­jahrs­tag an Blind­gän­gern ver­let­zen.

70 Pro­zent der Feu­er­werk­sun­fälle be­tref­fen die Au­gen – in der Re­gel ver­ur­sacht durch einen zu ge­rin­gen Si­cher­heits­ab­stand. Matt­hias Schrö­der JUH-Kreis­vor­stand in Lip­pe, rät: »Wenn Fremd­kör­per ins Auge ge­ra­ten, soll­ten diese nicht von Lai­en­hel­fern ent­fernt wer­den. Es gilt, schnell den Ret­tungs­dienst zu alar­mie­ren. Be­de­cken Sie das be­trof­fene Auge mit ei­ner keim­freien Wund­auf­lage und ver­bin­den Sie beide Au­gen vor­sich­tig mit ei­nem Tuch. Nur durch das Ver­bin­den bei­der Au­gen ist eine Ru­hig­stel­lung des ver­letz­ten Au­ges und da­mit eine Schmerz­lin­de­rung zu er­rei­chen.«

­Gen­auso ge­fähr­det sind die Oh­ren. Sil­ves­ter­böl­ler er­rei­chen eine Laut­stärke von 130 bis 175 De­zi­bel. Dazu Schrö­der: »Das ist lau­ter als ein Press­luft­ham­mer und kann ein Knall­trauma aus­lö­sen und die In­ne­noh­ren un­heil­bar schä­di­gen.« Oft vor­kom­mende Ver­let­zun­gen zu Sil­ves­ter sind auch Ver­bren­nun­gen und Brüche von Hän­den und Fin­gern, die durch das Zün­den aus der Hand oder zu frühe Ex­plo­sio­nen kom­men. Die Jo­han­ni­ter ra­ten: Ver­bren­nun­gen soll­ten so­fort mit Was­ser gekühlt wer­den, am bes­ten zwi­schen 10 bis 15 Mi­nu­ten, bis der Schmerz nach­lässt. Tre­ten ne­ben der Ver­bren­nung blu­tende Wun­den auf, kann man nicht kühlen. In die­sem Fall geht die Wund­ver­sor­gung vor. Beim War­ten auf den Ret­tungs­dienst sollte der Ver­letzte vor dem Un­terkühlen ge­schützt wer­den und bis zum Ein­tref­fen der Ret­tungs­kräfte stän­dig be­treut wer­den.

vom 29.12.2007 | Ausgabe-Nr. 52B

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