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Information der Stadt Detmold für Eigentümer und Mieter

Energieausweis wird zur Pflicht

Det­mold. Nach lan­gem Hin und Her ist es nun amt­lich: Ab dem 1. Juli 2008 wird bun­des­weit der Ener­gie­aus­weis für be­ste­hende Ge­bäude schritt­weise ein­ge­führt. Der deut­sche Ge­setz­ge­ber folgt da­mit der EU-Ge­bäu­de­richt­li­nie von 2002, die alle EU-Mit­glieds­staa­ten ver­pflich­tet, einen Ener­gie­aus­weis für Ge­bäude ein­zu­führen. In Deutsch­land wird dies durch die Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (E­nEV) 2007 ge­re­gelt, die am 1. Ok­to­ber in Kraft ge­tre­ten ist. Was das im Ein­zel­nen für Mie­ter, Er­wer­ber und Haus­ei­gentü­mer in Det­mold be­deu­tet, darü­ber in­for­miert der Fach­be­reich Stadt­ent­wick­lung.

»­Der Ener­gie­aus­weis soll ob­jek­tive und ver­gleich­bare In­for­ma­tio­nen ü­ber den Ener­gie­be­darf ei­nes Ge­bäu­des ge­ben. Vor al­lem Mie­ter und Käu­fer sol­len sich so vor Ver­trags­ab­schluss einen Ü­ber­blick ü­ber den ener­ge­ti­schen Zu­stand des Ge­bäu­des und da­mit ü­ber den künf­ti­gen Hei­z­ener­gie­ver­brauch ver­schaf­fen kön­nen«, er­läu­tert Bernd Zim­mer­mann, Lei­ter des Fach­be­reichs Stadt­ent­wick­lung, die neuen ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen.

Benötigt wird der Ener­gie­aus­weis, wenn ein Ge­bäude ver­kauft, ver­mie­tet oder ver­pach­tet wer­den soll. Dann ha­ben in­ter­es­sierte Käu­fer, Mie­ter oder Päch­ter das Recht, vor Ver­trags­ab­schluss den Aus­weis ein­zu­se­hen. Bei be­ste­hen­den Ver­trags­ver­hält­nis­sen muss al­ler­dings kein Ener­gie­aus­weis vor­ge­legt wer­den. Son­der­re­ge­lun­gen be­tref­fen Ge­bäu­de, die nicht re­gel­mäßig ge­nutzt (zum Bei­spiel Fe­ri­en­häu­ser) oder nur für kurze Dauer er­rich­tet wer­den (Zelte und Trag­luft­hal­len) oder auch ganz spe­zi­elle Bau­ten wie bei­spiels­weise Ställe und Ge­wächs­häu­ser. Kei­nen Ener­gie­aus­weis benöti­gen kleine Ge­bäude un­ter 50 Qua­drat­me­ter Nutz­fläche und nach Lan­des­recht ge­schützte Bau­denk­mä­ler.

In be­stimm­ten öf­fent­li­chen Ge­bäu­den be­steht die Pflicht, den Ener­gie­aus­weis an gut sicht­ba­rer Stelle aus­zuhän­gen. Be­trof­fen sind Bau­ten mit mehr als 1.000 Qua­dra­te­me­ter Nutz­fläche, in de­nen Behör­den und sons­tige Ein­rich­tun­gen für eine große An­zahl von Men­schen öf­fent­li­che Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen und die des­halb häu­fig von die­sen Men­schen auf­ge­sucht wer­den.

»­Be­reits seit 2002 sind Ener­gie­be­darfs­aus­weise Pflicht für Neu­bau­ten und we­sent­li­che Um­bau­ten. Für alle an­de­ren gilt ein ge­stuf­tes Ver­fah­ren: für Wohn­ge­bäu­de, die bis 1965 er­rich­tet wur­den, sind Ener­gie­aus­weise ab dem 1. Juli 2008 vor­ge­schrie­ben. Zum Jah­res­an­fang 2009 müs­sen für alle Wohn­ge­bäude Ener­gie­aus­weise vor­ge­legt wer­den kön­nen. Ab 1. Juli 2009 sind dann auch Ener­gie­aus­weise für alle Nicht­wohn­ge­bäude Pflicht«, weist Wal­ter Sau­ter vom Team Um­welt­schutz auf die zeit­lich gestaf­fel­ten An­for­de­run­gen des neuen Ge­set­zes hin.

Wel­che In­for­ma­tio­nen muss nun ein Ener­gie­aus­weis ent­hal­ten? Die EnEV er­laubt zwei Va­ri­an­ten. Beim Be­darfs­aus­weis wird der Ener­gie­be­darf auf­grund des Ge­bäu­de­zu­stan­des er­rech­net, während der Ver­brauchs­aus­weis den tatsäch­lich ge­mes­se­nen Ver­brauch im Ge­bäude an­gibt. Außer­dem nennt der je­wei­lige Aus­weis auch Ver­gleichs­werte und ge­ge­be­nen­falls auch Vor­schläge für Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men. Bis zum 1. Ok­to­ber 2008 kön­nen Ei­gentü­mer noch zwi­schen Ver­brauchs- und Be­darfs­aus­weis wählen; da­nach wird für Neu­bau­ten und für einen Groß­teil des Ge­bäu­de­be­stan­des der Be­darfs­aus­weis Pflicht. Die bis da­hin aus­ge­stell­ten Aus­weise blei­ben in der Re­gel für zehn Jahre gül­tig.

Nach Aus­kunft des Fach­be­rei­ches Stadt­ent­wick­lung soll­ten Haus­ei­gentü­mer dar­auf ach­ten, dass Aus­weise nur von den dazu Be­rech­tig­ten aus­ge­stellt wer­den dür­fen. Das kön­nen bei­spiels­weise ent­spre­chend qua­li­fi­zierte Ar­chi­tek­ten, In­ge­nieure oder Hand­werks­be­triebe sein. Wer be­rech­tigt ist, re­gelt die EnEV. Nähe­res dazu lässt sich un­ter an­de­rem auf der In­ter­net-Seite der vom Bund und der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau ge­tra­ge­nen Deut­schen Ener­gie-Agen­tur (dena) nach­le­sen.

­Die »­dena« hat den Ener­gie­aus­weis im We­sent­li­chen kon­zep­tio­nell ent­wi­ckelt und in Feld­ver­su­chen ge­tes­tet. Sie bie­tet eine um­fang­rei­che Da­ten­bank mit Ex­per­ten, die den Aus­weis aus­stel­len dür­fen. Für Det­mold sind der­zeit 19 qua­li­fi­zierte Büros und Be­triebe in der Liste ge­nannt.

­Sie fin­det sich mit wei­te­ren In­for­ma­tio­nen zum Ener­gie­aus­weis auch auf den In­ter­netsei­ten der Stadt Det­mold un­ter ww­w.­stadt­det­mol­d.­de/­ener­gie­aus­weis.html.

vom 29.12.2007 | Ausgabe-Nr. 52B

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